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| 19:30 Uhr

Handwerk
Junges Leben in Traditionsbäckerei

Jungunternehmer John Arko (23) hat die Herausforderung angenommen: In Hoyerswerda hat er gemeinsam mit seiner Schwester die Bäckerei Pieprz übernommen, die nun die Backwaren von der Landbäckerei Schmidt aus der Sächsischen Schweiz beliefert bekommt.
Jungunternehmer John Arko (23) hat die Herausforderung angenommen: In Hoyerswerda hat er gemeinsam mit seiner Schwester die Bäckerei Pieprz übernommen, die nun die Backwaren von der Landbäckerei Schmidt aus der Sächsischen Schweiz beliefert bekommt. FOTO: Anja Guhlan
Hoyerswerda. Die Geschwister John und Nicole Arko haben die Bäckerei Pieprz in Hoyerswerda nach deren Insolvenz gekauft und will mit ihr nun durchstarten. Das geht nicht problemlos. Von Anja Guhlan

Gut ein halbes Jahr nach dem Eigentümerwechsel der Bäckerei Pieprz haben die Jungunternehmer und Geschwister John und Nicole Arko immer noch allerhand zu erledigen. Seit dem ersten März führen sie als neu gegründete Jana Backwaren Vertriebsgesellschaft mbH die Bäckerei Pieprz.

John und Nicole Arko stammen aus der Bäcker-Familie Arko, die  in der Sächsischen Schweiz die Landbäckerei Schmidt betreibt. Die hat  mehr als 30 Filialen und produziert seit 2014 in einem Neubau im Gewerbegebiet Leupoldishain in der Nähe von Königstein. Von dort aus werden jetzt auch die sechs Pieprz-Filialen in Hoyerswerda sowie eine weitere in Schleife täglich beliefert. „Es ist streng genommen also nicht mehr Pieprz drin, wo Pieprz drauf steht“, sagte John Arko bereits während der Übernahme.

Der 23-jährige Bäckermeister wollte sich gern selbstständig machen und eigene Erfahrungen sammeln. Als er von der Insolvenz hörte, waren er und seine Schwester angetan.

Ein hochmotiviertes und fachkundiges Team, ein treuer Kundenstamm sowie die gute Lage und die Anbindungen der Filialen samt Ausstattung waren bereits vorhanden.

„Allem voran wollten wir erst einmal die Arbeitsplätze der Mitarbeiter übernehmen, die wahrscheinlich ohne Übernahme in der Arbeitslosigkeit gekommen wären. Zudem sahen wir viele Parallelen in puncto Firmenphilosophie“, erklärt John Arko. So haben er und seine Schwester, die derzeit in den Endzügen ihres  BWL-Studiums mit der  Vertiefungsrichtung Food Management steckt, 47 Mitarbeiter übernommen. „Die Strukturen der Teams in den Filialen wurden nicht großartig verändert. Sie haben sich schon zur Insolvenzzeit zusammengerauft und gemeinsam gekämpft. Das wollten wir nicht auseinander reißen“, sagt John Arko.

 Das Ziel der Jungunternehmer ist es, der Bäckerei Pieprz wieder neues Leben einzuhauchen. Dazu müssen jedoch erst einmal Stabilität und Stärke in das Unternehmen zurückkehren.  „Alles muss jetzt Stück für Stück angegangen werden“, sagt Arko. Zu seinem Bedauern habe er seit der Übernahme vermehrt  Mängel gefunden. „Ich habe bereits viel Energie und Mühe in die Wartung der Gerätschaften investiert“, erklärt er. Auch bauliche Mängel sind ihm in der einstigen Produktionshalle an der B 97 aufgefallen. Arko plant dort  wieder eine Teilproduktion anzubieten. „Dazu müssen aber die Mängel behoben und der hygienische Pfad einwandfrei organisiert werden“, so der Jungunternehmer.

Nur in einem Raum konnte aus  lebensmitteltechnischer Sicht die Herstellung von Eis gestartet werden. Momentan produziert das Unternehmen 22 Sorten. „Dabei handelt es sich um ordentliches Milcheis ohne Zusatzstoffe“, erklärt John Arko.

Mit seinem neuen Unternehmen will er wie schon beim elterlichen Betrieb auf regionale, frische und saisonale Produkte setzen.  Von seinen Eltern habe er viel gelernt, aber nun will der Bäckermeister mit seiner Schwester  eigene Erfahrungen sammeln, um  gemeinsam weiterzukommen.