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| 19:50 Uhr

Zeißig
Neuer Lieblingsplatz in Zeißig

Colleen Neumann und Manuel Röhrenbacher übernehmen das Café im Erlebnishof Kasper in Zeißig. Das Café bekommt den Namen „Lieblingsplatz“. Die neuen Inhaber haben schon viele Jahre Gastronomieerfahrung – jetzt erstmals als Chefs.
Colleen Neumann und Manuel Röhrenbacher übernehmen das Café im Erlebnishof Kasper in Zeißig. Das Café bekommt den Namen „Lieblingsplatz“. Die neuen Inhaber haben schon viele Jahre Gastronomieerfahrung – jetzt erstmals als Chefs. FOTO: LR / Sascha Klein
Zeißig. Frische Ideen auf dem Erlebnishof Kasper in Zeißig: Ein junges Paar aus Lauta Dorf hat die Kaffeeschänke übernommen und will diesen Ort zum neuen „Lieblingsplatz“ werden lassen. Von Sascha Klein

Kurze Verschnaufpause vom Startstress: Manuel Röhrenbacher und Colleen Neumann sitzen an einem Tisch vor der Kaffeeschänke. Es ist die Ruhe vor dem Sturm. Am Samstag geht es los – gleich volle Pulle: „Wir haben dann zwei Einschulungsfeiern mit knapp 50 Leuten“, sagt Röhrenbacher. An dem Tag hat er eigentlich auch etwas zu feiern. Er wird 31. Aber: An diesem Samstag zählen nur die Abc-Schützen und ihre Familien. Denn die Termine standen schon fest, bevor er und seine Freundin überhaupt wussten, dass sie einmal dieses Café übernehmen. Diese Feiern sind so etwas wie die Generalprobe vor dem eigentlichen Start. Am Sonntag eröffnen sie das Café auf Kaspers Hof in eigener Regie. Und noch immer fällt ihnen irgendeine Aufgabe ein, die noch zu erledigen ist. Und noch eine. Und noch eine.

Aber: Für den Start ist alles vorbereitet. Der 31-Jährige und die 28-Jährige aus Lauta Dorf freuen sich, wenn es endlich losgeht. Beide sind Quereinsteiger, arbeiten jedoch seit Jahren in der Lausitzer Gastronomie. Sie wissen um Chancen und Risiken. Jetzt haben sie den Sprung gewagt – vom Angestellten zum Verantwortlichen. „Für mich geht damit ein Klein-Mädchen-Traum in Erfüllung“, sagt Colleen Neumann. Sie habe schon immer ein eigenes Café gewollt. Das ist eine ihrer Leidenschaften. Die andere ist das Reiten. Sie hat zwei Pferde in Dubring untergebracht. Sie sollen möglichst noch in diesem Jahr nach Zeißig umziehen. „Dafür müssen wir jedoch noch einen Stall bauen“, sagt Manuel Röhrenbacher. Das Ziel lautet: Der soll möglichst im Herbst stehen. Ein weiterer Traum: eine Pferdekoppel, um auch die Möglichkeit zu haben, ein wenig Reitunterricht anzubieten.

Hof-Besitzerin Doris Kasper hatte schon eine Weile nach Nachfolgern für ihre Kaffeeschänke gesucht. „Ich will mich mehr auf die Vermietung unserer Zimmer und auf meine Seminare konzentrieren“, sagt sie. Bis dato hatte es zwar Anfragen für den Kaffeebetrieb gegeben, sagt sie. Es habe jedoch bei niemandem richtig gepasst. Bis das Paar aus Lauta Dorf plötzlich vor der Tür gestanden hat. „Ich habe täglich die Kleinanzeigen durchgeschaut und im Internet gesurft“, sagt Colleen Neumann. So sei sie auf Kaspers Hof gestoßen. „Wir sind dann früh hingefahren – und nachmittags war eigentlich schon klar: Das machen wir.“ Ihr Freund nickt und bemerkt: „Es bleibt trotzdem ein Haufen Arbeit.“ Denn der Teufel steckt im Detail.

Im Großen und Ganzen soll das Café-Angebot bestehen bleiben: Kaffee, Kuchen und die traditionellen sorbischen Plinse stehen weiterhin im Fokus. Dazu kommen sollen etwa Soljanka, Bruschetta oder Quark mit Ofenkartoffel. Um auch jüngere Leute nach Zeißig zu locken, möchten die Jung-Unternehmer vermehrt Cocktails anbieten. Für das richtige Ambiente wird eine neue Cocktail-Lounge sorgen, die im vorderen Teil des Gartens entstehen wird. Die Paletten dafür sind da. Demnächst will das Paar dann Hand anlegen und den neuen Bereich aufbauen. Auch einen neuen Namen soll das Café dann bekommen – und der ist Programm: „Lieblingsplatz“. Auch das Logo ist schon fertig – mit dabei: zwei Herzen, denn: „Bei uns soll man Zeit und Raum zum Entspannen haben“, sagt Manuel Röhrenbacher. Der gebürtige Oberösterreicher ist vor 22 Jahren mit seiner Mutter in die Lausitz gekommen, ist in Ortrand und Ruhland aufgewachsen und spielt in Annahütte Fußball.

Für weitere Entspannung will Colleen Neumann bei den Gästen sorgen. Denn die 28-Jährige ist ausgebildete Physiotherapeutin. In der Naturscheune neben dem Café möchte sie Anwendungen anbieten. „Das ist keine Praxis, sondern eher ein zusätzliches Wellness-Angebot“, sagt sie.

Natürlich lässt sich nicht jede Idee sofort umsetzen: „Im nächsten Jahr wollen wir für draußen neue Tische und Stühle anschaffen“, sagt Manuel Röhrenbacher. Jetzt soll erst einmal der Start gelingen. Manches geht aber doch ganz fix: „Hier muss noch ein wenig Liebe hinein“, sagt Colleen Neumann. Mit ein paar Blumen, Gewürzen und etwas Deko soll aus dem Café dann ihr persönlicher Lieblingsplatz entstehen.