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| 01:06 Uhr

Junger Star an der Geige

Hoyerswerda.. Unter dem Motto „Knaller, Krejci, Karneval“ startete die Lausitzhalle ins neue Jahr. Und der kulturelle Auftakt oblag auch diesmal wieder der Neuen Lausitzer Philharmonie unter der Leitung von Milos Krejci, Ka pellmeister des Theaters Görlitz. Foto: Ulrike Herzger

Genau 606 Gäste saßen im Saal. Unter ihnen auch Renata Polke, die gleich mit ihrer ganzen Familie zum Konzert gekommen war, „um nach unserer feucht fröhlichen Sivesterparty kulturvoll ins neue Jahr zu starten“ , erklärte sie und sagte weiter: „Wir alle mögen die Philharmonie mit ihren Einfällen sehr und erinnern uns noch gern an das Vorjahrs-Spektakel mit Krejci und Stier, als die beiden Dirigenten um ihren Platz am Pult konkurrierten und trotz Spaß so viel leisteten.“
Mit der Karneval-Overtüre von Antonin Dvorak eröffneten Milos Krejci und seine Musiker das Neujahrskonzert, spielten sich weiter über die „Romanze“ und gelangten schließlich zu „Mazurek“ . Mit seinem virtuosen Spiel ließ der tschechische Geiger Pavel Sporcl als Solist dabei die Herzen schmelzen. Dem stürmischen Beifall war es anzumerken, dass man den Künstler nur ungern entließ. Mit dem „Römischen Karneval“ von Hector Berlioz geleitete das Orchester das Publikum in die Pause.
Im Foyer und an der Bar - zwischen Sektgenuss und Neujahrswünschen - blieben die meisterhaften Leistungen des jungen Geigers nicht unerwähnt. Auch Kenner wie Helmut Hammer, der einstige Hoyerswerdaer Musikschulleiter und Lehrer für Violine, zeigten sich stark beeindruckt von Pavel Sporcl. In Tschechien ist der Geiger ein Star, seine Konzerte ausverkauft.
Mit dem Vorspiel zum 1. Akt der Oper „Carmen“ von Georges Bizet, setzte Milos Krejci im zweiten Teil des Konzerts einen feurigen Auftakt und sorgte damit für eine gelungene Überleitung zur „Carmen“ -Fantasie für Violine und Orchester. Für Pavel Sporcl bot sich damit die Gelegenheit, erneut seine Perfektion auf diesem Instrument zu beweisen. Der stürmische Applaus und Bravorufe forderten von ihm unweigerlich ein Dakapo, was er zunächst mit einem bescheidenen Lächeln beantwortete und anschließend mit Paganinis „Caprice Nr. 5“ quittierte. Ein Vortrag von atemloser Schnelle, der die Bewunderung der Zuschauer noch potenzierte. (uh)