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| 20:30 Uhr

Junge Hoyerswerdaer gastieren in ihrer Heimatstadt
Junge Stimmen füllen alte Gemäuer

Franziska Kiefel stammt aus Hoyerswerda. Hier gastierte sie am Wochenende mit dem Landesjugendchor.
Franziska Kiefel stammt aus Hoyerswerda. Hier gastierte sie am Wochenende mit dem Landesjugendchor. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Landesjugendchor Sachsen gastierte mit ansprechendem Programm in der Johanneskirche.

Der Landesjugendchor Sachsen hat dieser Tage unter seinem künstlerischen Leiter Ron-Dirk Entleutner in der Johanneskirche Hoyerswerda die Besucher mit geistlichem a-capella-Gesang erfreut.

Achtstimmig erklang das emotional ansprechende, anspruchsvoll zu singende Hauptwerk des Abends aus dem 20. Jahrhundert, die Messe für Doppelchor vom französischen Komponisten Frank Martin.

Um sich auch mit anderen Klangfarben zu zeigen, intonierten die Sänger eine Motette von Johann Sebastian Bach sowie die Fest- und Gedenksprüche von Johannes Brahms. Intensiv und klar waren die jungen Stimmen kunstvoll miteinander verwoben im Kirchenraum zu hören und verfolgten das Ziel, eine perfekte Aufführung zu bieten. Das gelang, denn das Publikum spendete am Schluss langanhaltenden Beifall und der Chor bedankte sich dafür mit dem Volkslied „O Täler weit, o Höhen“ als Zugabe.

Zu den etwa 50 Sängern zwischen 16 und 30 Jahren gehören auch vier ehemalige Hoyerswerdaer Lessing-Gymnasiasten, unter ihnen Franziska Kiefel. Die heute 27-Jährige ist fast ein Gründungsmitglied des Projektensembles unter Trägerschaft des Sächsischen Chorverbandes, das seit 2008 besteht.

Franziska Kiefel war in der 12. Klasse, absolvierte die vertiefte musische Ausbildung ihrer Schule und sang im Mädchenchor unter Lothar Kusche. Da sie nach dem Abitur ihr Hobby Singen unbedingt weiter betreiben wollte, kam ihr die Mitgliederwerbung des Klangkörpers gerade recht. Sie bestand die Eignungsprüfung und investiert seitdem sechs Wochenenden im Jahr und ein fünftägiges Probenlager, um mit Chorleiter Ron-Dirk Entleutner und ihren Freunden aus ganz Sachsen anspruchsvolle Kompositionen zu erarbeiten.

„Die Stücke müssen natürlich auch zu Hause geübt werden“, sagte die Sopranistin, und das ist in ihrem Fall Halle/Saale. Dort studiert sie Japanologie und Deutsch als Fremdsprache, beruflich tätig ist sie aber in Leipzig. Eine Arbeit, Schulausbildung oder ein Studium im Freistaat bilden neben langjähriger Chorerfahrung die Voraussetzung, um im Landesjugendchor Sachsen singen zu dürfen.

Neben geistlicher Musik wurden auch schon Programme mit Jazz- und Popmusik aufgeführt, berichtete Franziska Kiefel. Die Proben finden immer in anderen sächsischen Jugendherbergen statt und sind in dem jeweiligen Teil des Freistaates mit Auftritten verbunden.

So wurde der Auftritt in Hoyerswerda im Internationalen Begegnungszentrum St. Marienstern vorbereitet. Die Messe für Doppelchor von Frank Martin wird auch im Herbst in Leipzig Teil des Festkonzertes zum zehnjährigen Bestehen des Klangkörpers sein. Zum Tag der Deutschen Einheit singt der Landesjugendchor im Sächsischen Landtag

.In den vergangenen Jahren haben aber auch schon Konzertreisen des Landesjugendchores durch andere Bundesländer Deutschlands stattgefunden, berichtet die junge Frau. Einmal trat der Chor sogar in Griechenland auf, erzählte Franziska Kiefel weiter. Sie möchte die schönen Erlebnisse bei den Proben und bei Auftritten jedenfalls nicht mehr missen.

(dcz)