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Junge Forscher tüfteln in Laubusch an Robotern

Roboter George ist der heimliche Star in Laubusch. Denise Holfert (18 Jahre), Jan Malte Mühlenbeck (18), Marcus Jänicke (24) von der TU Chemnitz und Stefan Ulrich (19) haben ihren Spaß mit ihm. Foto: Jan Augustin
Roboter George ist der heimliche Star in Laubusch. Denise Holfert (18 Jahre), Jan Malte Mühlenbeck (18), Marcus Jänicke (24) von der TU Chemnitz und Stefan Ulrich (19) haben ihren Spaß mit ihm. Foto: Jan Augustin FOTO: Jan Augustin
Laubusch. Mit dem viertägigen Workshop "Robo-School" will die TU Chemnitz junge Menschen für die Informatik begeistern. "Perfekte Bedingungen" bietet dabei das internationale Informatik- und Begegnungszentrum in Laubusch. Jan Augustin

Auf dem Seminartisch vor Nils Heinzinger surrt ein Gefährt in der Größe und Form einer Untertasse seine Runden. Praktisch wie fremdgesteuert bewegt es sich auf einer Schlängellinie, die mit schwarzem Klebeband gezogen ist. Die Sensoren funktionieren - Ziel erreicht. Der 16-Jährige aus Amtsberg bei Chemnitz hat diesen Miniroboter programmiert. "Das hat Spaß gemacht", sagt er. Der Schüler der 10. Klasse will später vielleicht Informatik studieren. Vielleicht auch in Chemnitz.

Darüber ist Dr. Marcus Feldmann froh. Schließlich sei damit dieses Vorhaben aufgegangen: Junge Menschen, Schüler der 9. bis 13. Klasse, sollen sich bei der "Robo-School" für Informatik und Elektrotechnik begeistern und dann später einmal ein Studium der Ingenieurwissenschaften antreten. "Mit Workshops zu Elektronik, Mechanik und Informatik sowie viel Zeit zum Ausprobieren sollen die Teilnehmer einen ersten Einblick in ihre Studienmöglichkeiten bekommen", erklärt Feldmann, der das viertägige Projekt in Laubusch leitet. Die vom Bundesministerium für Forschung (BMBF) finanzierte Robo-School soll ab 2013 viermal pro Jahr stattfinden.

In Laubusch fand in den vergangenen vier Tagen die Premiere statt. Schüler aus ganz Deutschland konnten sich für das Pilotprojekt bewerben. Geschafft haben es schließlich 21 Teilnehmer. Sie kommen wie Nils Heinzinger zum größten Teil aus Sachsen, aber auch aus München, Frankfurt am Main oder von der Ostsee. In Laubusch haben sie "perfekte Bedingungen" vorgefunden, sagt Feldmann. Das frisch sanierte Informatik- und Begegnungszentrum Sachsen (IBS) biete eben beste Möglichkeiten für wissenschaftliche Seminare, Konferenzen oder Diskussionsrunden. Neben den Seminar- und Konferenzräumen gibt es hier auch eine Küche und etliche Schlafzimmer mit "Hotel-Standard".

Am heutigen Donnerstag steht für die Teilnehmer wohl der spannendste Punkt auf dem Programm. Das Team um Marcus Feldmann wird dann "Nao" alias George vorstellen. George kommt aus Frankreich und wurde von der Firma Aldebaran entwickelt. Die Mitarbeiter und Studenten der TU Chemnitz, die ihn liebevoll George nennen, nutzen den etwa 70 Zentimeter großen Roboter für Forschungszwecke.

George ist mit Gelenken, Sensoren und Kameras ausgerüstet. Zugegeben, wie ein Mensch sieht George nicht unbedingt aus, er bewegt sich aber wie einer. Er spricht, kann laufen und reagiert im Ernstfall, wenn er zum Beispiel umgestoßen wird. "Hello, my name is Nao." Die geschlechtsneutrale Stimme klingt ein wenig blechern. George ist dennoch der heimliche Star in Laubusch. Sogar Fußball soll er spielen können.

Seminar-Leiter Marcus Feldmann glaubt, dass die Schüler nach einem entsprechenden Studium eine sichere Zukunft vor sich haben. "99 Prozent der Absolventen finden innerhalb von drei Monaten einen Job." Und die Verdienstmöglichkeiten seien enorm. Gute Aussichten also - nicht nur für Nils Heinzinger.