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Jugendstadtrat erwartet mehr Unterstützung

Hoyerswerda. Am Montag hat sich der Jugendstadtrat Hoyerswerda zu seiner zweiten öffentlichen Sitzung im laufenden Schuljahr getroffen. Die Arbeit ist intensiv. Mandy Fürst/mft1

An Unterstützung mangelt es den Nachwuchspolitikern.

Einen Monat hat der zur Hälfte neu besetzte Jugendstadtrat unter Leitung seiner ebenfalls neuen Vorsitzenden Marija Skvoznikova nun zusammen gearbeitet. Die Rechenschaftsberichte der Ratsmitglieder lassen auf eine intensive Zeit schließen.

Rückkehrer im Fokus

Es gab Treffen und Gespräche unter anderem mit der Wirtschaftsförderin Franziska Tennhardt, Stadtentwickler Michael Köllner, der Geschäftsführerin der Wohnungsgesellschaft Margitta Faßl und der Architektin Dorit Baumeister. Die Jugendlichen haben sich einen Eindruck vom städtischen Leitbild und der Entwicklungsplanung gemacht. Alles, um einem Gedanken zu folgen: Mit welchen Argumenten können junge Menschen in Hoyerswerda gehalten oder nach Studium und Ausbildung in die Stadt zurück gelenkt werden.

Genau zu diesem Thema möchten die Räte in Zusammenarbeit mit der Medienwerkstatt der Kulturfabrik eine Videoreihe entwickeln. In zehn bis fünfzehn Kurzfilmen möchten die Jugendlichen Unternehmer, Rückkehrer und vor allem Dagebliebene von ihrem positiven Bild von Hoyerswerda erzählen lassen.

Die Räte haben die Bereiche Wirtschaft, Wohnen, Kultur, Shopping und Infrastruktur sowie Sport unter sich aufgeteilt. Sie werden in der nächsten Zeit jeweils einen oder mehrere Partner für ihre Filme suchen und kontaktieren. Auch finanzielle Unterstützung ist willkommen.

Partner suchen die Jugendstadträte aber auch in der Politik.

Immer wieder sei eine stärkere Zusammenarbeit mit dem Stadtrat diskutiert worden, sagt Marija Skvoznikova. Erste Gespräche zwischen den Gremien hätten einerseits einiges an Kritik an den bisherigen Projekten des Jugendstadtrates zutage befördert, andererseits aber wenig Unterstützungsangebote von Seiten der Erwachsenen zur Folge gehabt.

Nun haben die jungen Leute sich noch einmal schriftlich und direkt an die Fraktionen gewandt. Der Rücklauf ist bisher noch schmal.

Zweifel der Vorsitzenden

In den kommenden Wochen stehen Termine mit Mitgliedern aus der CDU-Fraktion und der Freien Wählervereinigung Stadtzukunft an. Stadtzukunft hat auch einem zweiten Anliegen Rechnung getragen und die Begleitung einzelner Jugendstadträte aus ihren Reihen zugesagt. Auf Anregung des ausgeschiedenen Vorsitzenden Christian Völker-Kieschnick möchte der Jugendstadtrat Patenschaften für die 15 Jugendstadträte installieren. Im Moment aber zweifelt die Vorsitzende, überhaupt 15 Stadträte zu finden, die sich bereit erklären, dem Nachwuchs einen Einblick in ihre Arbeit und die Grundlagen kommunalpolitischer Verfahrensweisen zu gewähren. Und sich bestenfalls auch mit der Meinung des Schützlings auseinanderzusetzen.

Bis heute habe ihnen niemand wirklich die Frage beantwortet, was genau eigentlich vom Jugendstadtrat erwartet wird, sagt Marija Skvoznikova und äußert Bedenken, die Mitglieder zu verlieren, wenn das Interesse an dem Gremium und sein Aufgabenprofil nicht deutlicher werden.

Die Vorsitzende strebt nicht eine fortlaufende Erweiterung der Tätigkeitsfelder, sondern eine Konzentration auf die angekurbelten Projekte an. Der Kontakt zum Stadtrat hat für sie und ihre Mitstreiter oberste Priorität.