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| 18:11 Uhr

Hoyerswerda
Johanneum-Schüler arbeiten mit Hortkindern zusammen

 „Bischöfin“ Charlotte verteilt Geschenke im Katholischen Kinderhaus St. Elisabeth in Hoyerswerda.
„Bischöfin“ Charlotte verteilt Geschenke im Katholischen Kinderhaus St. Elisabeth in Hoyerswerda. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Ziel des Projektes in Hoyerswerda ist es, dass Jugendliche Verantwortung für Jüngere übernehmen. Von Katrin Demczenko

Es gibt jetzt viele Adventsfeiern in Hoyerswerdaer Kindereinrichtungen, aber im Hort des Katholischen Kinderhauses St. Elisabeth geht es besonders zu. Dort kommt nämlich kein Weihnachtsmann, sondern St. Nikolaus, der um das Jahr 300 Bischof in Myra (heute Demre in der Türkei) gewesen war, erklärt die Erzieherin Carola Jannich. Außerdem hatten die Hortkinder einige Siebtklässler der christlichen Schule Johanneum zu Gast, die die Feier mitgestaltet haben. Und das hat einen Grund.

Für die Oberschüler des Johanneums ab Klasse 7 wird die Berufsorientierung immer wichtiger. Sie besuchen verpflichtend bis Klasse 9, aber ohne Benotung, einen Neigungskurs, erklärt die Leiterin des Oberschulzweiges Katrin Goering. Wer den sozialen Bereich austestet, ist im Kurs „Schüler für Schüler“ und arbeitet mit Hortkindern. Auf der Kinder- und Jugendfarm Hoyerswerda des CSB Sachsen besteht als Alternative eine Pfadfindergruppe, deren Mitglieder den Bereich Natur und Handwerk ausprobieren. Nach einem Jahr können die Schüler den Neigungskurs wechseln. Die Leistungsstärksten der Klasse 7 lernen in diesen Unterrichtsstunden Französisch und können mit Kenntnissen der zweiten Fremdsprache auf Wunsch ans Gymnasium wechseln, sagt Katrin Goering.

In drei Dreiergruppen unterstützen neun Oberschüler abwechselnd die Kinder im Hort St. Elisabeth, sagt der Schülercoach des Johanneums Silvia Scheibe. Die Schulsozialarbeiterin ist organisatorisch für das Projekt „Schüler für Schüler“ zuständig und benennt als Ziel ihrer Arbeit, dass die Jugendlichen Verantwortung für Jüngere übernehmen, die Perspektive der Erzieher kennenlernen und ihr eigenes Sozialverhalten weiterentwickeln.

Zur Nikolausfeier nun zeigte sich die Arbeit der Siebtklässler auf folgende Weise: Vorher haben sie mit den Kindern das Nikolauslied geübt. Nach dem Gesang führten die Jugendlichen ein Rollenspiel mit der Botschaft auf, dass eine Bastelei für die Eltern und gemeinsam verbrachte Zeit wichtiger sind als gekaufte Geschenke.

Danach wählte die Erzieherin Carola Jannich, damit es gerecht zuging mit geschlossenen Augen, ein Kind aus und so wurde die Siebtklässlerin Charlotte von der Leiterin des Katholischen Kinderhauses Simone Janek als Nachfolgerin des Bischofs von Myra eingekleidet. Alle Anwesenden erfuhren, dass ein Bischof ein langes weißes Gewand, die Albe, unter dem roten Mantel trägt, um den Hals ein Kreuz und auf dem Kopf die Mitra. Bischofsring und Hirtenstab kennzeichnen sein leitendes Amt in der katholischen Kirche. Die „Bischöfin“ Charlotte verteilte Schoko-Nikoläuse an die Kinder und Erwachsenen. Die Botschaft, die mit dieser Gabe verbunden ist: dass St. Nikolaus gern geschenkt und Menschen geholfen hat, sagt Hortkind Nick.

Übrigens: Wenn keine Feier ansteht, wird mit den Grundschülern „Mensch ärgere dich nicht“ gespielt oder zwei Mannschaften kicken nach Regeln im Garten, erzählt Siebtklässler Vadim. Charlotte, die vielleicht mal Erzieherin werden will, leitet mit Klassenkameraden Bastelaktionen für die Jüngeren an und macht mit ihnen Hausaufgaben. Carola Jannich freut sich jedenfalls über die Unterstützung durch die Oberschüler.