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Jugendleben in der DDR

Sie wollen das Jugendleben in Hoyerswerda während der DDR-Zeit erkunden (v.l.): Katja Gehre, Lydia Schultze und Pia Dobisch mit ihrer Gruppenleiterin Ina Züchner.
Sie wollen das Jugendleben in Hoyerswerda während der DDR-Zeit erkunden (v.l.): Katja Gehre, Lydia Schultze und Pia Dobisch mit ihrer Gruppenleiterin Ina Züchner. FOTO: Katrin Demczenko/dcz1
Hoyerswerda. Jugend in der Planstadt" heißt ein neues Projekt der Kulturfabrik Hoyerswerda. Mit diesem soll das Jugendleben in der Stadt, wie es vor dem Jahr 1990 war, erforscht werden. Katrin Demczenko / dcz1

Wo hat sich die damals junge Generation getroffen und Feste gefeiert? Was ist aus den Gebäuden und Clubs geworden? Gab es Vorgaben der Politik, die die Freizeitgestaltung betrafen, und wie offen konnten Probleme diskutiert werden?

Diesen und anderen Fragen wollen bis November derzeit drei Schülerinnen mit Stift, Fotoapparat und Kamera nachgehen. Weitere Mitstreiter zwischen zwölf und 18 Jahren sollen die Gruppe komplettieren, sagte deren Leiterin Ina Züchner, die bei der KuFa Projektmanagerin für kulturelle Kinder- und Jugendbildung ist, bei dem jüngsten Treffen. Ziel der Arbeit wird sein, dass die Jugendlichen einen authentischen Zugang zu lokaler Geschichte bekommen und lernen, Quellen kritisch zu bewerten.

Das Programm Spurensuche der Sächsischen Jugendstiftung wird gefördert vom Landesprogramm "Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz" und dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz. Im Freistaat erhalten derzeit 30 Jugendgruppen Unterstützung, sagt Ina Züchner, deren Teilnehmer im September kostenfrei in der Sächsischen Schweiz zusammenkommen werden und im November im Dresdener Landtag ihre Forschungsergebnisse präsentieren.

Bis dahin haben Katja Gehre und Lydia Schultze vom Berufsschulzentrum Hoyerswerda sowie Pia Dobisch vom Lessinggymnasium noch viel zu tun. Sie wollen Zeitzeugengespräche führen und Fotos, Texte oder Filme aus der DDR-Zeit sowie über sie suchen und auswerten. Im Schlossmuseum und im Archiv müsste doch Material zu finden sein, überlegte die 15-jährige Pia Dobisch. Eltern, Verwandte und das Internet sind leicht zugängliche Quellen, ergänzte die etwas ältere Lydia Schultze.

"Mein Vati war früher im Ossi", erzählte Katja Gehre und fragte gleich weiter, wie denn das mit dem Einstein-Klub gewesen war. Das ist heute der Irish Pub "Black Raven" an der Schwarzen Elster, informierte sie Ina Züchner. "Da können wir doch mal zusammen hingehen", entwickelte Pia Dobisch eine konkrete Arbeitsidee.

Aktuelle Fotos der noch bestehenden Häuser und, wenn vorhanden, alte Aufnahmen können das schriftliche Material ergänzen, sagte Lydia Schultze, denn "ein Vorher-Nachher-Vergleich zeigt Veränderungen". Die Zeitzeugengespräche sollten mit der Kamera aufgenommen werden, fügte sie hinzu, weil sie schon bei KuFa-Mitarbeiter Dirk Lienig einen Film mitproduziert hat. Jeder fragt in seiner Schule nach Mitstreitern, denn die Bearbeitung des Materials wird wohl zeitaufwendig werden, stellte die 17-jährige Katja Gehre. Am 16. Mai um 15 Uhr kommen sie zum nächsten Treffen in die Kulturfabrik und das gilt auch für andere interessierte Jugendliche.