ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:17 Uhr

Jugendfeuerwehr Sachsen
Die Rettungselite von morgen

Bei der 18. Ausbildungswoche der Jugendfeuerwehr Sachsen in Nardt trainieren 133 Jugendliche für die Auszeichnung mit der Leistungsspange. Darunter sind 31 Mädchen.
Bei der 18. Ausbildungswoche der Jugendfeuerwehr Sachsen in Nardt trainieren 133 Jugendliche für die Auszeichnung mit der Leistungsspange. Darunter sind 31 Mädchen. FOTO: Jugendfeuerwehr Sachsen
Nardt. Sachsens Feuerwehr- jugend trainiert in Nardt für die höchste Auszeichnung. Gefragt ist vor allem der Teamgeist. Nachwuchsprobleme gibt es keine – im Gegenteil. Von Anja Hummel

Es ist der heikelste Tag der Woche, die Anspannung ist groß, die Vorfreude riesig. Es ist Freitag und auf dem Gelände der Landesfeuerwehrschule Nardt ist „Wettkampftag“. Gekämpft wird nicht gegeneinander, sondern im Team. Die 18. Ausbildungswoche der Jugendfeuerwehr Sachsen ist in ihren Endzügen. 133 engagierte junge Menschen aus dem gesamten Freistaat haben die ganze Woche trainiert und nun ein Ziel vor Augen: Sie wollen die Leistungsspange verliehen bekommen.

„Das ist die höchste Auszeichnung  der Deutschen Jugendfeuerwehr“, sagt Georg Seitz. Der Pressesprecher der Jugendfeuerwehr Sachsen erklärt in drei Worten, worauf es dabei ankommt: Teamgeist, Wille, Verantwortung. „Wir haben hier die Elite der Jugendwehren versammelt. Das sind die Führungskräfte von morgen“, so Georg Seitz.

In fünf Disziplinen werden die 15- bis 18-Jährigen auf dem Gelände in Nardt geprüft und zu den Besten ausgebildet. In Gruppen, zusammengewürfelt aus den unterschiedlichsten Wehren, müssen sie sich unter anderem bei einem Löschangriff oder im Kugelstoßen beweisen. „Es zählt nicht die besondere Leistung des Einzelnen, die Gruppe muss ihr Ziel als Team erreichen“, erklärt Georg Seitz, als Gruppenführerin Lea Jäckel mit ihrer Mannschaft um die Ecke gebogen kommt. Die 16-Jährige ist seit acht Jahren bei der Jugendfeuerwehr in Dohna bei Pirna aktiv.

„Eigentlich bin ich ziemlich entspannt“, sagt sie kurz vor dem Wissenstest. Dort warten nicht nur feuerwehrtechnische Fragen. Auch das Allgemeinwissen wird getestet. Den ihrer Meinung nach schwierigsten Teil, den Staffellauf, hat ihr Team schon gemeistert. „Jetzt kann uns nichts mehr umhauen“, sagt sie lächelnd. Für Lea ist es eine Ehre, dabei zu sein. Warum sie bei der Feuerwehr ist? Ihr Vater hat sie „hineingeschubst“ und dann kam sie „nicht mehr weg. Es ist wie eine Familie, die einen nie im Stich lässt“, sagt die Schülerin.

Genau dieses Gefühl ist es, das die Jugendlichen zur Feuerwehr führt, beobachtet Georg Seitz. „Pro Jahr treten etwa 500 neue Mitglieder in die Jugendwehren ein“, sagt der Pressesprecher. Das sei ein Wachstum um fünf Prozent jährlich. 967 Jugendfeuerwehren gibt es in Sachsen. Den Anstieg der Nachwuchszahlen erklärt sich Seitz vor allem mit dem vermehrten Rückzug der älteren Generation. „Dadurch wird Platz geschaffen für neue Gedanken.“ Schließlich seien der Kontakt und das Verständnis zwischen den jüngeren Generationen einfach unkomplizierter. Besonders in der dörflichen Gegend sei dieser Wandel entscheidend für den Zuwachs. Seitz betont aber auch den sozialen Aspekt: „Die Feuerwehr ist ein Ort, wo sich die Jugendlichen wiederfinden.“ Das motiviere immer mehr junge engagierte Menschen zum Beitreten und Weitermachen. So wie Lea Jäckel. „Ich versuche, auf der Karriereleiter Stück für Stück voranzukommen“, sagt die Lebensretterin von morgen.

Die Leistungsspange ist die höchste Auszeichnung der Deutschen Jugendfeuerwehr.
Die Leistungsspange ist die höchste Auszeichnung der Deutschen Jugendfeuerwehr. FOTO: LR / Anja Hummel