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Jugend zeigt soziales Engagement

Awo-Bufdi Julia Kaus (l.) und Foucault-Schüler Christian Michling interviewen die Gruppe vom Lessinggymnasium.
Awo-Bufdi Julia Kaus (l.) und Foucault-Schüler Christian Michling interviewen die Gruppe vom Lessinggymnasium. FOTO: K. Demczenko/dcz1
Hoyerswerda. Schüler haben eine Märchenaufführung für Senioren mit Flüchtlingskindern organisiert. Jetzt berichteten sie während einer "Fernsehsendung" über diese Projekte mit der Arbeiterwohlfahrt. Katrin Demczenko / dcz1

Mitmenschlichkeit, Toleranz und die Anwendung demokratischer Regeln vermittelt das Kreisjugendwerk der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Lausitz seinen Mitgliedern. 19 Gymnasiasten aus Hoyerswerda haben im Schuljahr 2016/17 in vier Gruppen selbstgewählte Aufgaben gut umgesetzt. Mit dieser Aussage eröffnete die stellvertretende Awo-Geschäftsführerin Karina Israel die Präsentation der Zehnt- und Elftklässler. Diese sendeten aus einem provisorischen Fernsehstudio im Saal des Altenzentrums der Awo Lausitz.

Drei Schüler bildeten die erste "7 unter 25"-Gruppe des Lessinggymnasiums. Sie erarbeiteten mit jugendlichen Bewohnern des Awo Kinder- und Jugendzentrums (KJZ) Hoyerswerda ein Märchen. "Rotkäppchen mal anders" wurde vor Senioren des Altenzentrums gezeigt, erzählt Gymnasiastin Paula Birnstein.

Doch vor dem Auftritt musste zuerst ein guter Kontakt zwischen allen Beteiligten entstehen, wozu im KJZ Plätzchen gebacken wurden. Erst dann konnten Rollen des Stückes besetzt, Pappkulissen gebastelt und Szenen geprobt werden. "Durch diese Arbeit haben wir uns weiterentwickelt", sagte Katharina Meder, die auch von der Bildungsfahrt der Gruppe in den Sächsischen Landtag berichtete.

Die "7 unter 25"-Gruppe des Foucault-Gymnasiums arbeitete wie in Vorjahren mit im Awo-Flüchtlingsheim Hoyerswerda wohnenden Asylbewerbern. Sieben Schüler organisierten für 70 Kinder und deren Familien eine Weihnachtsfeier und mit 30 Kindern eine Osterwanderung, berichtete Nele Köhler. Im Winter wurde gebastelt und eine Bescherung mit Weihnachtsmann fand statt. Im Frühling suchten die Kinder Ostereier und erlernten das Eierlaufen, erzählte Julia Schaffrinner. Lena Friedek sagte, dass sich die Gruppe mit dem Begriff Toleranz beschäftigt hat, der die Grundlage für Freiheit und Frieden ist.

Fünf Foucault-Schülerinnen vom Projekt "Gesunde Ernährung" veranstalteten für zwei- bis 17jährige KJZ-Bewohner einen Stationslauf nach einer selbstgeschriebenen Geschichte. Die Heimkinder erfuhren unter anderem, wie viele Zuckerwürfel in welchen Lebensmitteln stecken und wie sie nach der Ernährungspyramide gesund essen können, erklärt Analisa Zins.

Ihre Gruppe unterstützte auch den Sportnachmittag der "7 unter 25"-Gruppe ihrer Schule für unbegleitete Minderjährige aus Hoyerswerda mit selbstzubereiteten gesunden Snacks. Zur Weiterbildung besuchten die Mädchen eine Kräuterführung mit der Hoyerswerdaer Expertin Beate Möller.

Vier Foucault-Gymnasiasten der Gruppe "act & art" gestalteten den Erholungsraum im Förder- und Betreuungsbereich der Awo Kamenz um. "Der Kamenzer Bürgermeister gab uns sogar eine Spende und das restliche Geld stammte aus einem Kuchenbasar", erzählte Charlotte Ritter. Eine Fototapete mit Birkenwald und eine Liegefläche auf weißbemalten Holzpaletten erfreuen jetzt die Behinderten, zeigten Fotos.

Am Projektende erhielten alle Teilnehmer ein Zertifikat der Arbeiterwohlfahrt, das ihr soziales Engagement bestätigt.

Da die bisherige Verantwortliche der Arbeiterweohlfahrt für Jugendverbands- und Öffentlichkeitsarbeit, Stefanie Jurisch, im Babyurlaub ist, wird Björn Fünfstück ab August die neuen Schülerprojektgruppen anleiten.