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Johanniter-Unfallhelfer proben Ernstfall an der Krabatmühle

Im Sanitätszelt werden die "Verletzten" versorgt.
Im Sanitätszelt werden die "Verletzten" versorgt. FOTO: hir1
Schwarzkollm/Hoyerswerda. Knochenbrüche, Herzinfarkt, Atemnot – in der Krabatmühle in Schwarzkollm hatten die Einsatzkräfte der Johanniter-Unfallhilfe aus Hoyerswerda am Wochenende viel zu tun. Der 3. Heinz Hirschfeld/hir1

Katastrophenschutzeinsatzzug war zu einer Großübung gerufen. "Dabei mussten unsere ehrenamtlichen Kräfte die gesamte Palette ihres Wissens anwenden und trainieren", erläuterte Zugführer Christian Eckhardt.

Sieben Einsatzfahrzeuge der Hoyerswerdaer Johanniter-Unfallhilfe waren zum Parkplatzes an der Krabatmühle Schwarzkollm gerufen worden. Im Vorfeld hatten sich Angehörige des Sanitätszuges Mittweida als Verletzte schminken lassen und boten eine erschreckend realistische Unfalldarstellung. Es wurden Knochenbrüche, Wirbelsäulenverletzungen, Unterzuckerung eines Diabetikers, Herzinfarkte und Bewusstlosigkeit mit Atemstillstand simuliert. Die Verletzten wurden im Gelände der Krabatmühle verteilt, so dass alles so aussah, als wäre ein normales Touristenwochenende in der Krabatmühle. Dann kamen die ehrenamtlichen Kräfte des 3. Katastrophenschutzeinsatzzuges Hoyerswerda von der Johanniter-Unfallhilfe zum Einsatz.

Um sich ein genaues Bild der jeweiligen Verletzung zu verschaffen, versuchten sie mit den Verletzten ein Gespräch aufzubauen. Hinter dem Parkplatz der Krabatmühle wurde in aller Eile ein professionelles Sanitätszelt aufgebaut, in welches die Verletzten transportiert wurden und dort eine medizinische Erstversorgung ausgeführt wurde, bevor ein Transport ins Klinikum Hoyerswerda möglich sein würde.

Einsatzleiter und Zugführer Christian Eckhardt berichtete, dass der Hoyerswerdaer Einsatzzug die geforderte Mindeststärke von 31 Kräften aufbringt. Ein Drittel davon ist weiblich und zwei Drittel männlich. Die Ehrenamtler kommen aus allen Berufen des täglichen Lebens. "Es sind alles Leute, die Achtung vor dem Leben haben und Interesse an deren Erhaltung. Sie sind im Alter von fast 18 bis 58 Jahre", erläutert Eckhardt.

Am vergangenen Samstag war unter den geschminkten Verletzten auch der zwölfjährige Ben Fischer aus Hoyerswerda. Er wurde von seinem Kumpel als "Verletzter" angeheuert. "Wenn ich so gesehen habe, wie die Sache logisch aufgebaut war und ein Rad ins andere griff, könnte ich mir schon vorstellen, bei so einer Truppe mal mitzumachen", sagte Ben nach seinem Einsatz.

Vor 13 Jahren wurde in Hoyerswerda begonnen, mit 20 Personen einen Einsatzzug der Johanniter-Unfallhilfe aufzubauen. Mit fortlaufender Zeit ist nun die geforderte Mindestzahl des Einsatzzuges auf 31 angewachsen. Auch das wurde durch viele Anstrengungen erreicht, auch mit Hilfe der Medien. Der Einsatzzug hat monatliche Ausbildungen. "Heute ist die Ausbildung eine Eventausbildung. Vor der Einsatzübung haben alle unsere Kräfte eine tolle Sonderführung durch die Krabatmühle erleben dürfen. Es war unsere Art Dankeschön an unsere ehrenamtlichen Kräfte für ihre Einsatzbereitschaft", erzählt der 24-jährige Zugführer "Ecki" Eckhardt. Auch er arbeitet ehrenamtlich bei der Johanniter-Unfallhilfe, und arbeitet sonst als Gesundheits- und Krankenpfleger im Klinikum Hoyerswerda.

Der letzte größere und mehrtägige Einsatz des 3. Katastrophenschutzeinsatzzuges Hoyerswerda war im Sommer 2013 bei der Flut in Döbeln. Solche Einsatzübungen wie die an der Krabatmühle, tragen dazu bei, dass im Ernstfall alles wie am Schnürchen läuft.