„Dass die Straße geschlossen werden muss, steht fest“ , betont Ilona Hoffmann, Leiterin der Projektplanung Ostsachsen. Wenn jetzt nicht mit der Sanierung begonnen werden würde, müsste die Straße demnächst trotzdem gesperrt werden, weil die Gefahr der Abrutschung zunimmt, erklärt Hoffmann. In der Ortschaftsratssitzung in Geierswalde wurden die Umleitungspläne am Mittwoch erstmals öffentlich vorgestellt. Eine Ausweichstrecke parallel zur Baustelle sei nicht möglich. Denn die Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) setzt zur Sanierung Rütteldruckverdichter und eine Fallplatte ein. Deshalb muss der Bereich weiträumig gesperrt werden.
„Uns ist bewusst, dass das für viele Nutzer ziemlich happig wird, aber wir haben keine Variante, um die weiten Umwege zu verhindern“ , bekennt Henryk Alter, Geschäftsführer des gleichnamigen Ingenieurbüros. Allerdings, so Ilona Hoffmann, hätte es noch schlimmer kommen können. „Eigentlich müssten wir in ein Planfeststellungsverfahren gehen. Das dauert in der Regel drei Jahre. Und in diesem Zeitraum bliebe die Straße gesperrt.“ Nur dadurch, dass man versuche, eine Einigung zwischen sämtlichen Ämtern, Grundstückseigentümern und Ort schaftsräten zu erreichen, könne dieses langwierige Prozedere umgangen werden.

Radweg auch geplant
Gleichzeitig mit der Sanierung der Straße sei der Bau eines begleitenden Radweges geplant, der über den Kreis finanziert werde. „Außerdem haben wir den Verlauf der künftigen Zuleiter berücksichtigt“ , sagte Hoffmann. Eine entsprechende Brücke sei ebenfalls in den Plan integriert, so dass die Straße später nicht erneut gesperrt werden müsse.
Betroffen von den Sanierungsarbeiten sind nicht nur die Autofahrer. Auch den Anwohnern des Neubaugebietes in Laubusch droht Gefahr. „Der dort gewachsene Boden kann zwar nicht abrutschen, aber durch die Verdichtungsmaßnahmen können Schäden an den Häusern entstehen“ , erklärte Alter. Sie seien gerade dabei, Absicherungsmaßnahmen zu prüfen.
Wie ab November die Busverbindungen und damit auch der Schülertransport im betroffenen Gebiet ablaufen soll, konnte bei der Regionalbus Oberlausitz GmbH noch niemand sagen. Es liege bisher lediglich ein noch nicht bestätigter Sonderfahrplan vor, der auch die Schulbusse beinhalte, sagte Peter Bitterlich, Mitarbeiter von Regiobus.

Umleitung durchs Gewerbegebiet
Christina Buder, Amtsleiterin des Lautaer Bauamtes, erfuhr bei einem Treffen mit Vertretern des Straßenverkehrsamtes und den Planern von der Problematik. „Die Maßnahme ist zwingend notwendig und es ist wichtig, dass die Straße gesichert wird. Ich habe aber noch eine Umleitungsmöglichkeit zu bedenken gegeben“ , sagte sie. Es sei zu prüfen, ob die alte Berliner Straße, die neben dem Bahndamm vom Friedhof Laubusch in Richtung Kreisel verläuft, als Umleitung genutzt werden könne. Dabei gehe es ihr weniger um die Autofahrer, als um die Radfahrer, denen ein Kilometer langer Umweg nicht zuzumuten sei. Geierswaldes Ortsvorsteher Karl-Heinz Radochla sieht eine Umleitungsmöglichkeit im Gewerbegebiet Lau busch. Beide Vorschläge werden vor Ort geprüft.

Hintergrund Neue Kreisstraße
 Die Verbindung zwischen Geierswalde und Laubusch soll nach der Sanierung nicht wieder über den derzeitigen Weg führen, sondern soll über die alte Straße, die bereits 1981 abgerutscht war, geführt werden.