Ein ereignisreiches Jahr geht zu Ende. In unserer Serie „2019 aus Sicht der Bürgermeister“ lassen wir die Geschehnisse noch einmal Revue passieren. Heute im Interview: Der Bürgermeister Dietmar Koark (56, CDU) aus Elsterheide.

Beginnen wir mit etwas Positivem: Welches war der größte Erfolg, den Sie in diesem Jahr feiern konnten – sowohl privat als auch beruflich?

Zum einen ist es der Beginn der Baumaßnahme zur Trinkwassererschließung „Terra Nova“ und des Waldgasthauses in der Spreetaler Straße in Sabrodt. Ich hebe dieses Vorhaben deshalb besonders hervor, weil wir seit 20 Jahren, gefühlt noch viel länger, um die Trinkwasserversorgung des Standortes ringen.

Die zweite Maßnahme ist die Freigabe des Barbara-Kanals, der seit Oktober offiziell mit Wasserfahrzeugen befahren werden darf. Hierzu eine Anekdote: Ich habe in meinem Dienstzimmer den Spaten des Baubeginns aus 2002 hängen. Diesen wollte ich auf die erste Schiffspartie nehmen. Doch die Fahrt wurde mit zwei Schlauchbooten absolviert und ich verfolgte sie als Zuschauer. Die Freude war trotzdem groß, dass ein weiterer See an den schiffbaren Gewässerverbund angeschlossen wurde. Gefreut habe ich mich auch über die vielen kulturellen Veranstaltungen wie das Sommerfest im Lausitzer Seenland in Bluno, aber auch das 13. Nationale Bergentreffen.

Was war die größte Investition in diesem Jahr?

Die größte Investition fand auf dem Papier statt. Rund 200.000 Euro flossen allein in Bauleit- und Infrastrukturplanungen als zwingende Voraussetzungen für den Antrag zur Bauförderung. Gerade im Bereich der Südböschung am Geierswalder See wollen wir damit nach der Saison 2020 starten. Darüber hinaus gab es wieder Instandsetzungsarbeiten an Straßen und Wegen, an Gebäuden und öffentlichen Anlagen, wie beispielsweise den Friedhöfen und zur Verbesserung der sanitären Situation an den Stränden in Geierswalde und Klein Partwitz.

Das Strukturstärkungsgesetz steht kurz vor der Verabschiedung. Was müsste aus Ihrer Sicht unbedingt noch mit berücksichtigt werden, und warum?

Nach jetziger Erkenntnis wird das Gesetz im März 2020 beschlossen. Wichtig wäre, die Zeit im parlamentarischen Verfahren zu nutzen, um Forderungen der kommunalen Ebene zu integrieren. Also erstens, das zur Verfügung stellen von Investitionspauschalen um Fördermöglichkeiten sowohl aus dem Gesetz, aber auch aus anderen Töpfen nach eigenen Schwerpunktsetzungen komplementär finanzieren zu können. Zweitens, Planungserleichterungen um nicht unendliche Planungsverfahren vor sich zu haben, die mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Die Zeit läuft an dieser Stelle gegen uns.

Und drittens, die Unterstützung neuer Ansiedlungsprojekte, die vor allem die Schaffung von Industriearbeitsplätzen zum Inhalt haben. Neben Forschung und Entwicklung sind innovative Ansiedlungen von Industriearbeitsplätzen unabdinglich, damit es gelingen kann, den Menschen eine Zukunftsperspektive zu ermöglichen.

Was planen Sie für 2020?

Ganz oben auf der Agenda steht der Beginn der Erschließungsmaßnahmen an der Südböschung des Geierswalders Sees, damit hier die Rahmenbedingungen für weitere Ansiedlungen geschaffen werden können. Das gleiche trifft für den Schiffsanleger am Partwitzer See zu, mit dessen Bau im Herbst 2020 begonnen werden soll. Auch mit dem Bau des neuen Sanitärgebäudes am Geierswalder See, in welchem auch die Wasserwacht ihr Domizil finden wird, soll im kommenden Jahr begonnen werden. Über eine Leader-Fördermaßnahme soll die Friedhofskapelle sowie die Trauerhalle auf dem Friedhof Neuwiese/Bergen saniert werden. Die Beschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges für die Freiwillige Feuerwehr Sabrodt ist geplant. Darüber hinaus werden einige Straßeninstandsetzungsmaßnahmen stattfinden. Auch mit der Sanierung der Grundschule am Markt in Laubusch, an der wir als Gemeinde Elsterheide beteiligt sind, soll begonnen werden.

Und nun zu den weniger erfreulichen Dingen: Worüber haben Sie sich besonders geärgert – privat und beruflich?

Insbesondere die überbordende Bürokratie, die das Umsetzen von Vorhaben immer schwieriger macht und dazu führt, dass sich die Umsetzung in die Länge zieht. Wir haben in den 90er-Jahren erlebt, dass man mit Planungserleichterungen zügiger zum Ziel kommt. Gleichzeitig sollte der Gestaltungsraum der Städte und Gemeinden darin gestärkt werden, dass man es eher den Gebietskörperschaften überlassen sollte Schwerpunkte zu setzen und nicht durch eingeengte Förderkulissen die Möglichkeiten von vorn herein einschränkt.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, welcher wäre das – beruflich und privat?

Ich wünsche mir, dass uns vieles gelingt, was wir uns vorgenommen haben, ohne dass es zu Schwierigkeiten kommt. Wir wollen weiter an einer attraktiven Gemeinde Elsterheide arbeiten, die als Anziehungspunkt zum Leben, Wohnen und Erholen bekannt sein soll. Wohnen und arbeiten in einer angenehmen erholsamen Umgebung, das kann und soll das Motto der Zukunft sein. Persönlich wünsche ich mir Gesundheit, dass ich mit Engagement und Tatkraft gemeinsam mit den Einwohnern, mit dem Gemeinderat und den Ortschaftsräten an der Weiterentwicklung unserer Gemeinde Elsterheide arbeiten kann.