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Jagd
Jäger wollen Wolfshybriden abschießen

Wartha. Isegrim und Wolfshybriden sollten bejagt werden können. Das fordert der Kreisjagdverband Bautzen. Derweil läuft in der Oberlausitz ein Projekt zur Wiederansiedlung von Feldhasen.

Der Wolf zählt kraft Gesetzes zu den streng geschützten Arten. „Reinrassige Tiere haben genauso eine Daseinsberechtigung wie alle anderen Individuen auch“, sagt Lothar Jentschel, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Bautzen. Allerdings müsse Isegrim bejagt werden dürfen, genauso wie weitere Raubtiere, beispielsweise Füchse. Der 63-jährige Jentschel, der für seine gut 300 im Verband organisierte Waidmänner spricht, fordert aber möglichst alle Wolfshybriden aus der Natur zu entnehmen. „Zum Glück ist der deutsche Antrag, der den gleichen Schutz für diese Mischlinge aus Wolf und Hund fordert, durch die EU abgelehnt worden“, sagt er. Ohnehin gebe es in der hiesigen Jägerschaft nicht unerhebliche Zweifel, ob tatsächlich alle Lausitzer Wölfe auch wirklich welche seien. Aus Gründen des Schutzes der heimischen Tierwelt müssten Hybriden abgeschossen werden. Wie viele es davon in der Lausitz gibt, sei ungewiss.

Nach Angaben des Wolfskontaktbüros in Rietschen wurden im Jahr 2016 in Tschechien, ganz hart an der Grenze zur Oberlausitz, drei Mischlingswelpen geboren. Zwei seien inzwischen tot, der dritte werde vermisst. Es sei gut möglich, dass er sich inzwischen in der Oberlausitz aufhält. Das Tier sei anhand seines deutlich dunkleren Fells gut erkennbar. Die Kontaktbüro-Mitarbeiter sagen, dass von den Hybriden keine erhöhte Gefahr für Menschen ausgehe. Der sächsische Wolfsmanagementplan gibt indes den Jägern recht: Alle Hybriden sollen aus der freien Wildbahn entnommen werden.

Der Landesjagdverband Sachsen gilt kraft Gesetzes bereits seit Oktober 1995 als anerkannter Naturschutzverband. In der Oberlausitz sowie in allen anderen Teilen des Freistaates befassen sich die Waidmänner neben der eigentlichen Jagd insbesondere mit der Pflege wertvoller Lebensräume, schaffen neue Oasen für Pflanzen und Tiere und unterstützen bedrohte Arten. Im Oberlausitzer Oberland beispielsweise, so erzählt Lothar Jentschel, laufe mit den benachbarten Tschechen ein erfolgreiches Projekt zur Wiederansiedlung des Feldhasen. Diese früher weit verbreiteten Tiere hätten in den vergangenen Jahrzehnten mit massiven Rückgängen zu kämpfen. Ursache sei neben ungünstigen Witterungsbedingungen und Krankheiten vor allem die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft. Auf riesigen Mais- oder Rapsschlägen gebe es kaum noch Futter im gegensatz zu einer kleinteiligen Offenlandschaft. Mit entsprechenden Arbeitseinsätzen, beispielsweise dem Anpflanzen von Hecken oder dem Anlegen artenreicher und damit nahrungsreicher Wiesen, unterstützen die Jäger die gefährdeten Arten.

(amz)