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Irritation um Wenzelsmarkt beigelegt

König Wenzel lächelt milde. Er kann die ganze Aufregung nicht verstehen und verkündet lieber die Marktfreiheit für Bautzen.
König Wenzel lächelt milde. Er kann die ganze Aufregung nicht verstehen und verkündet lieber die Marktfreiheit für Bautzen. FOTO: ume1
Bautzen. Die Reichenstraße kann im Ergebnis einer Brandschutzprüfung wie in den Vorjahren in die Veranstaltung einbezogen werden. Die Begeisterung darüber ist jedoch nicht ungeteilt. Uwe Menschner / ume1

Es begann mit einem Brief. 34 Händler, die bereits eine Zusage für ihre Beteiligung am diesjährigen Wenzelsmarkt, dem Bautzener Weihnachtsmarkt, vom 1. bis 23. Dezember erhalten hatten, sahen sich mit der Aussage konfrontiert, dass sie ihre Stände auf der Reichenstraße womöglich doch nicht aufbauen dürfen. Der Grund: brandschutzrechtliche Bedenken. "Aufgrund einiger Brandereignisse in den vergangenen Jahren, zum Beispiel im Dresdener Stallhof, sahen sich Bauaufsichtsbehörde und Feuerwehr veranlasst, die Situation auf der Reichenstraße zu prüfen", erklärt Laura Ziegler vom städtischen Amt für Stadtmarketing und Pressearbeit. Die Untersuchungen sollten zeigen, ob der Brandschutz und sonstige Sicherheitsanforderungen an jeder einzelnen Hütte gewährleistet sind. Insbesondere sollte der Frage nachgegangen werden, ob die Rettungswege den Anforderungen genügen.

Nun hat sicher niemand etwas gegen dieses Anliegen einzuwenden. Jedoch erschien der Zeitpunkt der Ankündigung - Ende Juli - vielen betroffenen Händlern als viel zu spät. Zumal in dem Schreiben davon die Rede war, dass eine endgültige Auskunft "im Laufe des Monats Oktober" erteilt werden solle. "Solange keine Entscheidung vorliegt, weiß ich nicht, mit welchem Personal ich planen kann. Das ist kein haltbarer Zustand", kommentierte Markus Kretschmar. Der Sohlander ist mit seinen originell gestalteten "Buden" - unter anderem das "Hexenhäusel" - seit Jahren nicht vom Wenzelsmarkt wegzudenken und hat auch schon Preise dafür erhalten.

Mittlerweile kann jedoch Entwarnung gegeben werden. Wesentlich eher, als angekündigt - nämlich bereits Ende August - hat die Stadt Bautzen die Prüfung "im Wesentlichen" abgeschlossen. Und das Ergebnis liest sich für die betroffenen Händler positiv: "Im Jahr 2017 dürfen fast alle geplanten Hütten aufgestellt werden", wie Laura Ziegler mitteilt. In einigen Fällen müsse der Aufstellort geringfügig verändert werden, einige Betreiber bekämen auch die Auflage, "brandschutztechnische Ertüchtigungen" an ihren Verkaufsständen vorzunehmen. "Absagen müssen wir jedoch niemandem", so die Stadtsprecherin.

Aufatmen also, wobei die Begeisterung nicht ganz ungeteilt ist: "Die Besitzer der Ladengeschäfte auf der Reichenstraße werden regelrecht hereingelegt. Die zahlen das ganze Jahr Abgaben an die Stadt, und in der umsatzstarken Zeit bekommen sie Kunsthandwerker- oder Glühweinbuden vors Schaufenster gesetzt", heißt es aus dieser Richtung. Auch Citymanagerin Gunhild Mimuß ist der Auffassung, dass die ansässigen Händler benachteiligt werden.

Allerdings hat dieses Ergebnis möglicherweise ein Verfallsdatum. "Für die Folgejahre", so kündigt Laura Ziegler an, "wird es eine weitergehende Untersuchung zur Absicherung aller Veranstaltungen auf öffentlich gewidmeten Verkehrsflächen geben." Im Ergebnis soll ein Fachbüro ein entsprechendes Sicherheitskonzept erarbeiten. Die Sicherheit spielt auch bei der diesjährigen Auflage bereits eine größere Rolle als in den Vorjahren: "In den Nachtstunden werden verstärkt Sicherheitskräfte eingesetzt, die auch als Brandwachen fungieren", kündigt Laura Ziegler an.