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| 13:24 Uhr

Hoyerswerda
Irinas neue Nachbarn

Hoyerswerdas Zoo-Direktor Eugène Bruins zeigt das neue Kamel-Gehege. Zwei Trampeltiere bevölkern es derzeit. Laut der Vorgaben wäre Platz für 15 weitere. Bruins möchte aber nur ein drittes.
Hoyerswerdas Zoo-Direktor Eugène Bruins zeigt das neue Kamel-Gehege. Zwei Trampeltiere bevölkern es derzeit. Laut der Vorgaben wäre Platz für 15 weitere. Bruins möchte aber nur ein drittes. FOTO: LR / Sascha Klein
Hoyerswerda. Kamele, Lamas und Esel haben ihre neue Anlage im Zoo Hoyerswerda bezogen. Von Sascha Klein

Ist sie mürrisch oder interessiert? Tigerin Irina schaut aus ihrem Käfig hinüber auf die kleine Menschentraube, die um Zoo-Direktor Eugène Bruins herum steht. „Sie muss sich erst noch an die neuen Nachbarn gewöhnen“, scherzt Bruins. Seit vergangener Woche haben die Trampeltiere eine neue Heimat im Zoo – direkt gegenüber der Tigerin.

Am Dienstag ist offizielle Eröffnung der Anlage für Kamele, Lamas und Esel – und Eugène Bruins nähert sich den Kamelen mit einem beherzten Sprung über die Absperrung. Nachmachen: nicht empfohlen. Aber Bruins darf das. Die beiden Kamele schauen unbeeindruckt. Er steht nun zwischen den beiden Trampeltieren und füttert sie mit Möhren. Sie haben jetzt 1100 Quadratmeter für sich – eventuell kommt irgendwann ein drittes Kamel oder ein erstes Dromedar dazu. Bruins ist sich noch nicht ganz sicher. 170 000 Euro hat die neue Anlage für Kamele, Lamas und Esel gekostet. Am teuersten war der neue Stall, der Pflegern wie Tieren mehr Annehmlichkeiten als zuvor bietet.

Kamele und Lamas sind im Hoyerswerdaer Zoo jetzt Nachbarn. Später sollen die beiden Rassen auch gemeinsam in einem Gehege unterwegs sein können.
Kamele und Lamas sind im Hoyerswerdaer Zoo jetzt Nachbarn. Später sollen die beiden Rassen auch gemeinsam in einem Gehege unterwegs sein können. FOTO: LR / Sascha Klein

Eine Überraschung parat haben auch Harald und Gudrun Dathe. Die Hoyerswerdaer sind Paten von Trampeltier Gerda. Sie überreichen Zoo-Direktor Bruins ein Blatt Papier. Darauf zu sehen: eine Überweisung in Höhe von 500 Euro für den Zoo und die Trampeltiere. Bruins, sichtlich gerührt, sinkt vor den älteren Herrschaften zu Boden und bedankt sich. Echt Freude. Dathes haben auch echte Freude am Zoo. Aber wieso haben sie sich gerade das Trampeltier Gerda ausgesucht? „Das hat mit unserer Liebe zu Ägypten zu tun“, sagt die Rentnerin. 28 Reisen haben sie in das Land der Pharaonen unternommen, sind 154 Wochen unter Ägyptens Sonne gewesen. Die längste Reise dauerte zwölfeinhalb Wochen. Das prägt.

Jetzt steht eine weitere Premiere an: Die Lamas dürfen zum ersten Mal in den Bereich zwei, das ist der auf der rückwärtigen Seite des neuen Stalls. Lamas und Kamele sollen Nachbarn werden. In diesen Minuten dürfen die sieben Lamas, sechs Damen und ein Herr, ihr neues Terrain in Augenschein nehmen. Ein wenig skeptisch scheinen die Kamele schon noch zu sein. Derweil vergnügen sich die Lamas am hochstehenden Grün. Die Esel bleiben zunächst im Bereich drei und sollen dort erst einmal ankommen.

Wieso lässt der Zoo die Tiere nacheinander umziehen? Zoo-Direktor Bruins verfolgt einen klaren Plan. Dort, wo das alte Kamel-Gehege ist, nahe des Ausgangs Fischerstraße und nahe des Kinderhauses „Am Zoo“, soll der neue Wirtschaftshof des Zoos gebaut werden. Der ist dann ganz am Rande der Anlage – und schafft mittendrin Platz für die weitere Umgestaltung. Wann der neue Wirtschaftshof fertig ist: „Ich würde mich freuen, wenn das in fünf Jahren soweit ist“, sagt Eugène Bruins. Bis dahin haben sich Kamele und Tigerin längst aneinander gewöhnt.