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| 11:16 Uhr

Investoren sehen Projekte am Partwitzer See gefährdet

Die Investoren des Tourismus-Vorhabens am Partwitzer See und das Jetboot-Zentrum Lausitz befürchten durch das fortgeschriebene Flutungskonzept des Bergbausanierers Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) mbH Verzögerungen bei der Umsetzung ihrer Projekte und finanzielle Einbußen. Von Thomas Mielke

"Es ist eine völlig unglückliche Situation”, sagte Michael Kammann vom Jetbootzentrum gestern auf Anfrage. Kooperationspartner, denen man deutschlandweit einmalige Möglichkeiten versprochen hat, würden sich nicht bis 2015 mit Zwischenlösungen zufriedengeben. "Die LMBV steht in der Verantwortung”, sagte Armin Dünnbier, Geschäftsführer des Partwitzer Kreises, gestern während der Sitzung des Zweckverbandes Elstertal (ZVE) im Hoyerswerdaer Rathaus. Der Bergbausanierer wisse seit Jahren, dass man einen Mindestwasserstand brauche, der nun über Jahre nicht erreicht werden soll. Die Bürgermeister Manfred Heine (Spreetal) und Dietmar Koark (Elsterheide) unterstrichen während der Sitzung, dass sich Verwaltungen und Investoren auf die Konzepte der LMBV verlassen haben. Wenn nun das Flutungsende einiger Seen um bis zu sieben Jahre verschoben wird, ist "der Aufschrei natürlich”, so Heine. ZVE-Vorsitzende Petra Kockert (CDU) wandte sich bittend an LMBV-Prokurist Klaus Zschiedrich: Man habe Angst um die touristische Entwicklung im sächsischen Teil des Lausitzer Seenlandes.

Nochmalige Prüfung zugesichert
Der LMBV-Experte betonte erstmals, dass die geänderten Flutungspläne noch durch Studien und Gutachten untermauert werden. Sprechen sie gegen die Pläne, bleibt alles beim Alten. Zudem könnte der Partwitzer See durch eine Art Bypass neben dem Kanal zum Neuwieser See mit Elsterfrischwasser versorgt werden. Der direkte Einleiter aus dem Fluss ist laut Zschiedrich unwirtschaftlich.
Nach dem neuen Konzept bekommt der Partwitzer See kein Frischwasser mehr. Sein niedriger pH-Wert soll durch Technik erhöht werden. Auch verschiebt sich zugunsten von Brandenburger Seen das Flutungsende der sächsischen. Die LMBV begründet das mit der geologischen Notwendigkeit.

Hintergrund Betroffene Projekte
Jetbootzentrum Lausitz: Für etwa 1,5 Millionen Euro wollen Jens und Michael Kammann am Spreetaler See ein Jetbootzentrum aufbauen. Derzeit ist die Firma am Geierswalder See beheimatet. Der Umzug ist für 2010 geplant. Dann soll der Überleiter vom Senftenberger See fertig sein. Damit wird das Jetbootfahren dort unmöglich. Die verzögerte Flutung des Spreetaler Sees könnte deutliche Mehrkosten bedeuten.
Partwitzer Kreis: Zum einen betreut er die Aqua-Terra-Lausitz-Projekte mit Marina, Campingplatz und Hotel am Partwitzer See (Volumen: 15 Millionen Euro). Zum anderen bewirbt er sich um den Bau der Ferienhaus-Siedlung zu Wasser und Land an der anderen Seeseite. Aus verschiedenen Gründen werden die Projekte durch die geänderte Flutung behindert.