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| 16:51 Uhr

Hoyerswerda
„Darauf können wir stolz sein“

Hoyerswerdas Oberbürgermeister Stefan Skora wünscht sich ein Jubiläumsjahr, in dem die Hoyerswerdschen mit Stolz über ihre Stadt sprechen und dies auch nach außen tragen.
Hoyerswerdas Oberbürgermeister Stefan Skora wünscht sich ein Jubiläumsjahr, in dem die Hoyerswerdschen mit Stolz über ihre Stadt sprechen und dies auch nach außen tragen. FOTO: Sascha Klein / LR
Hoyerswerda. OB Stefan Skora hofft auf ein selbstbewusstes Hoyerswerda im nahenden Jubiläumsjahr. Von Sascha Klein

Heute starten wir in der RUNDSCHAU eine kurze Interview-Reihe mit den Verwaltungschefs der Region. Sie skizzieren in loser Folge in den kommenden Ausgaben, was sie im Jahr 2017 erreicht haben, was im kommenden Jahr bevorsteht und was sie sich für ihre Kommune oder den Kreis wünschen. Beginnen wird Hoyerswerdas Oberbürgermeister Stefan Skora.

Herr Oberbürgermeister, was haben Sie, die Verwaltung und der Stadtrat in diesem Jahr für die Bürger erreicht?

Stefan Skora: Ich möchte Erreichtes nicht an fertigen Bauprojekten oder ähnlichem festmachen. Ich finde gut, dass wir in diesem Jahr bei der Fortführung der Bürgerrunden zum Leitbildprozess vorangekommen sind. Wir haben Stadtwerkstätten für die Bürger angeboten – und sie haben diese genutzt. Wir sind ins Gespräch gekommen. Von daher bin ich schon zufrieden, dass wir das erreicht haben. Wir wollen auch in den kommenden Jahren möglichst zweimal im Jahr diese Stadtwerkstätten anbieten, um über die nötigen Maßnahmen zum Stadtumbau und über das Leitbild zu sprechen.

Was hat Sie in diesem Jahr persönlich beschäftigt?

Skora: Zum einen haben mich die Gespräche rund um den Leitbildprozess beschäftigt. Das Thema hat viel Raum eingenommen. Was mir aufgefallen ist: Die Gespräche waren sehr wohltuend und auch sehr sachlich. Wir haben mit allen Beteiligten um eine möglichst gute Lösung gerungen. Wobei klar ist, dass niemals alle zufrieden sind. Zum anderen hat mich natürlich auch das Thema Kita umgetrieben. Wir beschäftigen uns in verschiedenen Gremien seit geraumer Zeit mit der Standortanalyse Kita und Hort. Es stellt sich unter anderem die Frage: Wo muss man etwas verändern oder eventuell auch Standorte zusammenlegen. Der Prozess wird uns im kommenden Jahr weiter begleiten. Den jetzt erreichten Arbeitsstand der Analyse werden wir in Kürze veröffentlichen, um auch zu diesem Thema die Diskussion auf eine möglichst breite Basis zu heben. Dass sich dann vor wenigen Wochen im Zuge der Haushaltsdiskussion noch das Problem auftat, dass plötzlich 900 000 Euro bei der Kita-Finanzierung fehlen, das ist schon ein großer Brocken. Wie es zu dieser Diskrepanz kommen konnte, wird derzeit aufgearbeitet.

Welche Projekte stehen für das Jahr 2018 ganz oben auf der Agenda?

Skora: Ganz oben steht natürlich die Sanierung der künftigen Oberschule im WK I. Im Januar soll zunächst das alte Haus 4 des Zuse-Gymnasiums abgerissen werden. Es folgen dann erste Ausschreibungen für die energetische Sanierung des denkmalgeschützten Teils der Schule. Ziel ist weiterhin, dass wir die Oberschule zum Schuljahr 2020/21 eröffnen. Wichtig wird dann auch noch der Bau der Ortsdurchfahrt der Staatsstraße 95 durch Dörgenhausen. Da wird es mehrere Bauabschnitte geben. Nicht zuletzt geht es um die Straße zum Industriegelände, die grundhaft ausgebaut werden soll. Den notwendigen Fördermittelantrag haben wir bereits gestellt. Ohne Förderung können wir auch den geplanten Bau einer Verbindung zwischen den Straßen A und E nicht in Angriff nehmen. Diese ist für eine gute Verkehrsführung im Zuge der entstehenden Ostumfahrung erforderlich.  Unbedingt realisieren müssen wir den Anschluss der Straße D an die kommende Hoyerswerdaer Ostumfahrung.

Die Region steht erneut vor einem Strukturwandel. Was muss passieren, damit dieser gelingt?

Skora: Die gesamte Lausitz muss zusammenarbeiten und gemeinsam Visionen entwickeln. Was mich ärgert, ist, dass nicht alle in der Region mitziehen. Das Zeichen, das der Landkreis Bautzen setzt, indem er nicht Mitglied der neuen Wirtschaftsregion Lausitz GmbH wird, halte ich für falsch. Wenn ich zum Beispiel die Oberlausitz definiere, darf ich mir nicht nur Teile heraussuchen wie zum Beispiel das Zittauer Gebirge und die Region Bautzen. Wir in Hoyerswerda und im Norden des Landkreises sind auch die Oberlausitz. Das treibt mich um, wenn die Wirtschaftsregion startet und wir wären nicht dabei.

Wenn Sie für Hoyerswerda einen Wunsch frei hätten: Was würden Sie sich wünschen?

Skora: Das passt in unser anstehendes Jubiläumsjahr. Ich wünsche mir, dass wir uns ein Jahr lang unsere Stadt ansehen und uns bewusst wird, was wir in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten schon Positives erreicht haben. Darauf können wir wirklich stolz sein. Wir sollten bewusst einmal die positiven Dinge in den Vordergrund stellen und nicht das, was uns stört. Wir können uns im Jahr unserer 750-Jahr-Feiern auch ruhig einmal selbst auf die Schulter klopfen. Hoyerswerda hat so viel zu bieten. Das zeigen allein die vielen Programmpunkte im kommenden Jahr. Es ist auch nicht selbstverständlich, dass wir Einrichtungen wie die Lausitzhalle, das Lausitzbad, Schloss, Zoo, Lausitz-Center, Krabatmühle und viele andere haben. Darauf können wir mit Stolz und Selbstbewusstsein schauen. Das tun wir noch zu selten.

Mit Stefan Skora
sprach Sascha Klein