ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:14 Uhr

Breitband-Ausbau im Kreis Bautzen
Internet kommt auf mehr Tempo

Bautzen. Der Kreistag Bautzen hat das Investitionspaket geschnürt. Breitbandausbau startet im April. Von Uwe Menschner

In den nächsten drei Jahren werden im Landkreis Bautzen rund 4500 Kilometer Glasfaserkabel verlegt und dafür Tiefbauarbeiten auf 1500 Kilometern geleistet.  Zum Vergleich: Das Straßennetz von Bundes-, Staats- und Kreisstraßen im Landkreis Bautzen umfasst 1649 Kilometer.

Der Kreistag hat jetzt  23 Baulose in neun Bereichen des Kreises für das superschnelle Internet abgesegnet. Acht der neun Lose hat die Deutsche Telekom gewonnen. Im Raum Bischofswerda kommt das Unternehmen Energieversorgung Sachsen Ost (Enso) zum Zuge. Während die Telekom flächendeckend  Glasfaserkabel bis an die zu erschließenden Gebäude heranführt, setzt die Enso in ihrem Teilgebiet auf einen Mix aus verschiedenen Technologien.

„2014 begannen die Planungen für den jetzt beginnenden Breitbandausbau, nachdem erst 2013 das erste landkreisweite Projekt abgeschlossen wurde“, so der Leiter des Kreisentwicklungsamtes, Andreas Heinrich. Damals lag die Zielgröße bei heute vorsintflutlich erscheinenden zwei Mbit/Sekunde.

Anders als bei vielen Bauvorhaben halbierten sich im Zuge der Ausschreibung die Kosten für die Breitbanderschließung nahezu. „Die Schätzung belief sich auf 194 Millionen Euro. Die erste Angebotsrunde ergab ein Volumen von 124 Millionen Euro“, blickt Andreas Heinrich zurück. In weiteren Verhandlungen konnte der Landkreis die Kosten bis auf 104,5 Millionen Euro drücken. Der Eigenanteil liegt bei 10,8 Millionen Euro, der große Rest wird von Bund und Freistaat Sachsen gefördert.

Ab April beginnen nunmehr die umfangreichen Tiefbauarbeiten, in deren Zuge auf 1500 Kilometern Länge Schächte gegraben und 4500 Kilometer Kabel verlegt werden. „Das wird nicht überall nur auf Freude stoßen, da wir auch Straßen aufreißen müssen, an denen erst unlängst gebaut wurde“, sagt Landrat Michael Harig (CDU). Bis Ende 2020 soll das große Werk vollbracht sein.

Der Abschluss der circa 55 000 Einzelverträge stellt laut Landrat noch eine weitere große Herausforderung dar. Er appelliert an alle Hausbesitzer, ihre Grundstücke an das Breitbandnetz anschließen zu lassen: „Auch wenn der Eine oder Andere keinen Bedarf sieht, so handelt es sich doch um eine Gelegenheit, die nie mehr wiederkommt. Schließlich übernimmt der Landkreis die Finanzierung zu hundert Prozent. Sich nachträglich anschließen zu lassen, wird in jedem Fall mit Kosten verbunden sein.“

Weitere Informationen:
Der aktuelle Ausbaugrad und die straßengenauen Planungen im Internet
unter www.breitband-bautzen.de