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| 01:05 Uhr

Integration noch nicht geglückt

Bernsdorf.. Während in den Städten der Lausitz der Abriss von Wohnhäusern fast überall an der Tagesordnung ist, ist die Stadt Bernsdorf diesem Schicksal bisher entgangen. Wenngleich es auch hier einen Wohnungs überschuss gibt.

„Der ist zum Glück aber noch nicht so dramatisch wie in anderen Städten“ , sagte Harry Habel, Geschäftsführer der Bernsdorfer Wohnungsbaugesellschaft (BWG) jüngst vor dem Stadtrat. Nur zirka 4,3 Prozent betrage derzeit der Leerstand an Wohnraum.
Den Grund für diese im Vergleich mit den Nachbarkommunen ungewöhnlich niedrige Zahl nannte der BWG-Chef auch gleich: „Es sind die Spätaussiedler, die unsere Zahlen so positiv halten. 62 Wohnungen von insgesamt 225 im Fritz-Kube-Ring werden allein von russlanddeutschen Familien bewohnt“ , bezifferte er das Ausmaß konkret. Mehr als 300 Spätaussiedler mit deutschen Wurzeln leben derzeit in Bernsdorf, haben nach einem Zwischenaufenthalt im Aussiedlerheim in Wiednitz ihren neuen Wohnort in der Oberlausitzer Kleinstadt gewählt. „Wenn wir diese neuen Bewohner unserer Stadt nicht hätten, wären auch bei uns die Probleme ungleich größer.“
Allerdings sei das Zusammenleben zwischen den Berns dorfer Bürgern und den Russlanddeutschen noch nicht optimal. „Die wirkliche Integration hat noch nicht stattgefunden. Es ist ein Nebeneinander statt ein Miteinander“ , beschrieb Habel die Situation, die sich vor allem darin ausdrückt, dass die Spätaussiedler von der Wolga und aus Kasachstan zumeist unter sich bleiben. Wie die Integration gelingen könnte, weiß auch der BWG-Chef nicht. „Ein Patentrezept gibt es dafür leider nicht.“ (cw)