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| 16:44 Uhr

Vor den 54. Musikfesttagen in Hoyerswerda
Vom richtigen Instrument hängt vieles ab

 Bert Kirsten ist Inhaber des Dresdner Piano-Salons. Er versorgt auch die Musikfesttage Hoyerswerda mit wohlklingenden Konzertflügeln.
Bert Kirsten ist Inhaber des Dresdner Piano-Salons. Er versorgt auch die Musikfesttage Hoyerswerda mit wohlklingenden Konzertflügeln. FOTO: Rainer Könen
Hoyerswerda. Wenn Künstler bei den Hoyerswerdaer Musikfesttagen auftreten, spielen sie auch auf Instrumenten des Dresdner Piano-Salons. Von Rainer Könen

Er bedauere es sehr, dass er es bisher noch nicht geschafft habe, ein Konzert der Hoyerswerdaer Musikfesttage zu besuchen. Aber irgendwann werde es bestimmt klappen, meint Bert Kirsten, Inhaber des Dresdner Piano-Salons.
Wenn in der Zuse-Stadt die Musikfesttage durchgeführt werden und Künstler auf einem Bechstein-Klavier oder einem besonderen Förster-Flügel spielen wollen – auch, weil es vertraglich so vereinbart worden ist – kontaktieren die Organisatoren der Musikfesttage in der Regel den Dresdner Piano-Salon. „Ich arbeite bestimmt schon seit mehr als 20 Jahren mit der Lausitzhalle zusammen“, erzählt der 53-jährige Firmeninhaber. Auch bei den diesjährigen 54. Musikfesttagen sind die Dienste seines Unternehmens wieder gefragt. Zu dessen Service gehört auch der Verleih, in der Fachsprache etwas gespreizt auch „Konzertgestellung“ genannt. Denn schließlich ist Flügel nicht gleich Flügel. Bei der Dresdener Firma ist man sich dessen sehr genau bewusst, dass „von der Qualität des Instrumentes eine Veranstaltung ganz entscheidend abhängt“, so Bert Kirsten.

Kirsten ist Klavierbaumeister, in der Region sicher einer der renommiertesten. Seit 2007 befindet sich sein Piano-Salon im Coselpalais an der Dresdner Frauenkirche. Wer diesen einmal betreten hat, der wird mit Sicherheit von den zahlreichen glänzenden Instrumenten, die dort aufgestellt sind, beeindruckt sein. Wenn Bert Kirsten von seinem Beruf erzählt, leuchten seine Augen. Er ist einer dieser Klavierbauer, die mit Herz und Leidenschaft ihrer Arbeit nachgehen. Einer, der seit rund 30 Jahren mit seinem Piano-Salon Klaviere zum Klingen bringt und dessen Ruf sich mittlerweile bundesweit herumgesprochen hat. Viele prominente Künstler lassen ihre Instrumente von ihm stimmen.

Der gebürtige Dresdner lebt in einem kleinen, in der Sächsischen Schweiz gelegenen Ort namens Dürrröhrsdorf. Hier hat er auch seine Klavierwerkstatt. Dort begann 1989 auch die Firmengeschichte seines Piano-Salons. Als erster ostdeutscher Klavier- und Cembalobauer schloss er 1991 seine Meisterprüfung an der Bundesfachschule für Musikinstrumentenbau in Ludwigsburg ab. Das „Pianohaus Kirsten“ baute er Anfang der 1990er-Jahre zunächst auf dem Grundstück seiner Eltern in Dürrröhrsdorf auf und aus. Noch heute bildet die Werkstatt dort sozusagen das „Rückgrat“ seines Dresdner Geschäfts. 1996 erfolgte der Umzug nach Dresden. Kirstens Piano-Salon erstreckt sich über eine Ausstellungsfläche von rund 1600 Quadratmetern. Das Besondere an diesem in der Altstadt gelegenen Standort ist der barocke Saal mit Blick auf die Frauenkirche. Etwa 200 Konzerte und Musikveranstaltungen – von der Lesung bis zum Klavierabend – finden im Piano-Salon jährlich statt. Wer sich mit Kirsten unterhält, erfährt dabei auch so manches interessante Detail aus der Klavierbauer-Historie. Wer hätte das gedacht, dass um 1900 in Deutschland 56 000 Pianos pro Jahr gefertigt wurden. Heute sind es nur noch knapp 11 000.

Kirsten beschäftigt 16 Mitarbeiter. Drei bis viermal pro Jahr liefert der Piano-Salon Instrumente nach Hoyerswerda, berichtet er. Vielleicht kann es sich ja Bert Kirsten in diesem Jahr einmal zeitlich einrichten, in der Lausitzhalle vorbeizuschauen. Ist doch für einen Klavierbauer wie ihn bestimmt aufregend zu hören, wie seine Instrumente für eine stimmungsvolle Atmosphäre sorgen. Bei den Hoyerswerdaer Musikfesttagen.