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Ins Taubenhaus kehrt wieder Leben ein

Birgit Pattoka in der sorbischen Arbeitstracht vor ihrer Schrotholzscheune.
Birgit Pattoka in der sorbischen Arbeitstracht vor ihrer Schrotholzscheune. FOTO: T. Richter/trt1
Bergen. Die Schrotholzscheune von Birgit Pattoka in Bergen befindet sich derzeit im Winterschlaf. Nur hin und wieder kommen jetzt Gäste. trt1

Doch insgeheim wird bereits die Museumssaison 2012 vorbereitet. Erster Höhepunkt ist die Osterausstellung. Zudem kehrt ins Taubenhaus vor dem historischen Holzbau wieder neues Leben ein.

Mit Grausen denkt Birgit Pattoka an den Winter 2010 zurück. Damals waren nicht nur die Temperaturen auf minus 20 Grad gefallen, sondern es ereignete sich vor ihrer Schrotholzscheune ein Drama. "Wahrscheinlich ein Habicht hatte meine Taube angegriffen und getötet", sagt die Museumsleiterin traurig. Dabei habe ein Greifvogel erst kurz zuvor das Weibchen geholt. "Der Partner hatte immer gewartet, dass es zurückkehrt", erinnert sich die 47-Jährige.

Ein Jahr stand das Taubenhaus, das im Zuge der Scheunenrekonstruktion in den Jahren 1998/1999 nach altem schlesischem Vorbild gezimmert wurde, gänzlich leer. "Dieses Frühjahr holen wir uns wieder Tauben", kündigt Birgit Pattoka optimistisch an. Denn die gehörten einfach zu dem historischen Ensemble dazu. Nicht zuletzt würden sich die Besucher freuen, wenn der gefiederte Nachwuchs durch den nahen Garten stolziert.

Vorbereitungen für Ostern

Kaum ist der Jahreswechsel vorüber, denkt Birgit Pattoka bereits an den Aufbau der traditionellen Osterausstellung. Schließlich sind es bis zum Frühlingsanfang, wenn die Eröffnung erfolgt, nur noch knapp elf Wochen. Zudem werde das Osterliedersingen mit dem Hoyerswerdaer Pfarrer Joachim Nagel wieder am Gründonnerstag stattfinden.

Auch in der übrigen Zeit des Jahres lohnt sich ein Besuch in der Bergener Schrotholzscheune. Stolz präsentiert Birgit Pattoka ihre Neuerwerbungen. Dazu gehört unter anderem ein echter Riffelkamm, den die Verwandtschaft beigesteuert habe. Durch seine Zinken wurde früher der Flachs durchgezogen. Die Köpfchen der Pflanzen fielen daraufhin zu Boden und wurden zur Ölgewinnung genutzt. Darüber hinaus gibt es einige neue Leinensäcke zu bewundern. "Natürlich mit Muster", sagt die 47-Jährige. Jeder Sack habe in vergangenen Zeiten einen individuellen Streifen besessen, damit er von den Eigentümern wiedererkannt werden konnte.

Birgit Pattoka hofft, dass 2012 mehr Gäste die Scheune besuchen als in den vergangenen Jahren. In den letzten zwölf Monaten hatte sie nur 1000 Besucher gezählt. 2005/2006 seien es jeweils 2000 Menschen gewesen. "Damals kamen viele Vereine aus der Region. Das ist leider stark zurückgegangen", bedauert sie. Sie setzt ihre Hoffnungen auf das Lausitzer Seenland und die damit erwarteten Touristenströme. Selbst jetzt im Winter, wenn einmal ein Gast vor der Tür steht, würde er keineswegs abgewiesen.

Finden sich mindestens etwa eine Handvoll Leute zusammen, werde es auch im neuen Jahr wieder Workshops und Kurse geben. Beispielsweise im sorbischen Ostereiermalen oder in der farblichen Gestaltung von Porzellan und Glas. Anmeldungen dafür werden unter der Telefonnummer 03571 426808 entgegengenommen.