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Innovation trifft auf Neugier

Die Schüler Paul Ritter, Anne Buder und Arina Schewtschuk (r.) sind von den neuen Technologien wie Roboter und 3D-Brille begeistert.
Die Schüler Paul Ritter, Anne Buder und Arina Schewtschuk (r.) sind von den neuen Technologien wie Roboter und 3D-Brille begeistert. FOTO: Anja Hummel
Hoyerswerda. Klamotten in einem Laden, so wie Bücher in einer Bibliothek ausleihen – ein brandneues Geschäftsmodell, entstanden auf dem Schulhof des Berufsschulzentrums Hoyerswerda (BSZ). "Cloth Switch" lautet der Name, den sich Anne Buder und fünf ihrer Mitschülerinnen dafür ausgedacht haben. Anja Hummel

"Frauen wollen doch immer neue Klamotten, aber können sich nicht alles leisten", begründet die 19-jährige Anne Buder die Originalität ihrer Geschäftsidee. In ihrem Laden könnten Designertaschen, Shirts und Co. ganz einfach ausgeliehen und wieder zurückgebracht werden. Bisher steht diese Idee allerdings nur auf dem Papier.

Entwickelt wurde sie in einem der drei mobilen Innovationslabore, die in der vergangenen Woche Station auf dem Schulhof des BSZ machten. Mitarbeiter der Technischen Universität Dresden zeigten den Schülern nicht nur, wie sie spannende Geschäftsideen entwickeln können. Eine Woche lang durften 70 Schüler der 13. Klasse die Mega-Trends der Zukunft austesten - vom 3D-Drucker über Styropor-Cutter und Roboter bis zum 3D-Stift. Begeistert von dieser Möglichkeit, setzt Paul Ritter aus der Wirtschaftsklasse die 3D-Brille auf. "Hier in der ländlichen Region hat man einfach keine Möglichkeiten, solch neueste Technik auszuprobieren", sagt der 18-Jährige. Für ihn ist das ganze Projekt ein Schlüssel für die Verwirklichung eigener Ideen. Mit vier anderen Jungs hat er ein Konzept für ein modulares Smartphone entwickelt, das sich jeder Kunde individuell "zusammenbauen" kann. Als "Produkt mit absolutem Mehrwert für den Käufer" bezeichnet Florian Sägebrecht diese Idee.

Der wissenschaftliche Mitarbeiter der TU Dresden hat die Schüler beim Workshop begleitet. "Mit dem Projekt soll unternehmerisches Denken gefördert werden", erklärt der Wissensarchitekt. Das solle langfristig dazu führen, dass gut ausgebildete Schüler in der Region bleiben und ihre Geschäfte aufbauen. "Wir wollen zeigen, dass es sich lohnt, an einfachen Ideen festzuhalten", so Sägebrecht. Schließlich seien Weltkonzerne wie Google oder Apple auch in irgendwelchen Garagen entstanden. Während die Schüler am 3D-Drucker Handyhalter produzieren, können sie mit einem 3D-Stift, aus dem flüssiger Kunststoff kommt, simple Modelle bauen. "So lernen sie deren Einsatzmöglichkeiten in zukünftigen Arbeitsprozessen kennen", erklärt Florian Sägebrecht.

Mit den Mega-Trends im Gepäck reist das Innovationslabor nun unter anderem weiter nach Görlitz und Weißwasser. Anne Buder wird ihr Klamotten-Ausleih-Konzept auf jeden Fall im Kopf behalten und irgendwann vielleicht "aus dieser zehn-Minuten-Idee ein Unternehmen machen".