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| 16:04 Uhr

Energiefabrik Knappenrode
Maria Schöne arbeitet an Ideen für die Energiefabrik

 Maria Schöne mit einer Siebdruckmaschine in der Werkstatt „Generator“. Sie steht für die Arbeit mit Kindern zur Verfügung.
Maria Schöne mit einer Siebdruckmaschine in der Werkstatt „Generator“. Sie steht für die Arbeit mit Kindern zur Verfügung. FOTO: Demczenko Katrin / KatriKatrin Demczenkon Demczenko
Knappenrode. Eine neue Museumspädagogin bringt eine interessante berufliche Entwicklung und viel Erfahrung mit nach Knappenrode.

Die Energiefabrik Knappenrode hat seit Juni die neue Museumspädagogin: Maria Schöne aus Dresden. Die Widersprüche, die in der Gesellschaft auf dem Weg der Lausitz von der Bergbauregion zum Seenland entstehen, interessieren Maria Schöne seit ihrem Architekturstudium. Dazu trugen auch ihr Auslandssemester sowie ihre spätere Berufstätigkeit in der verlassenen Salpeterfabrik und der benachbart errichteten „Salpeterstadt“ Chacabuco in Chile bei. Weil diese Werksiedlung ein erhaltenswertes Nationaldenkmal ist, konnte die Architektin dort von 2006 bis 2010 quasi als Museumspädagogin arbeiten. Sie konzipierte Besucherrundwege und Veranstaltungen, entwarf eine Internetseite sowie Werbematerialien. Sie zeigte Touristen und Schulklassen den Ort, wo in den 1920er- und 1930er-Jahren Bergarbeiter lebten und 1973/74 Gegner des Pinochetregimes eingesperrt waren.

Zurück in Deutschland leitete die Wissenschaftlerin an der TU Bergakademie Freiberg ein Projekt zur Ausbildung chilenischer Fachkräfte im Bergbau und belegte anschließend an dieser Uni den Masterstudiengang Industriekultur..

Nächstes Jahr endet der Umbau des Industriedenkmals in Knappenrode. Die neue Dauerausstellung beleuchtet dann Aufbau und Entwicklung der Brikettfabrik, der Werksiedlung Werminghoff/Knappenrode und die Wandlungen in der Lausitz während fünf verschiedener Gesellschaftssysteme. Die 42-jährige Maria Schöne entwickelt jetzt Ideen, wie Besucher diese Ausstellung mittels digitaler Medien aus der Sicht eines Arbeiters oder Betriebsleiters erleben können. „Den Ort Knappenrode als Teil des Museums zu begreifen“, hält sie ebenfalls für wichtig, weil das Ensemble inhaltlich und baulich zusammengehört. Im Herbst soll eine Bürgerwerkstatt Aufschluss darüber geben, wie sich die Knappenroder die Zusammenarbeit vorstellen. Die Projekte mit der örtlichen Kita wird Maria Schöne weiterführen. Für die Arbeit mit Schulklassen soll es neue Konzepte geben. Weil die Brikettfabrik auch ausländische Arbeitskräfte mit aufgebaut haben, wären Gespräche über die Zuwanderung von Menschen als Teil der Lausitzer Identität denkbar.