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| 12:02 Uhr

Lauta
Polen feiern mit Laubuschern Advent

Pure Weihnachtsfreude: Lautas Bürgermeister Frank Lehmann sowie Vertreter von Laubuscher Vereinen nehmen mit den fünf polnischen Delegierten den Weihnachtsmann in ihre Mitte um ein Erinnerungsfoto zu schießen.
Pure Weihnachtsfreude: Lautas Bürgermeister Frank Lehmann sowie Vertreter von Laubuscher Vereinen nehmen mit den fünf polnischen Delegierten den Weihnachtsmann in ihre Mitte um ein Erinnerungsfoto zu schießen. FOTO: Anja Guhlan
Lauta. Beim Lautaer Weihnachtsmarkt in Laubusch sind auch fünf Gäste aus Jemielnica begrüßt worden. Beim Glühwein wurde über die unterschiedlichen Bräuche zu Weihnachten geplaudert. Von Anja Guhlan

Von Anja Guhlan

Zahlreiche Lautaer sind am Samstagnachmittag zum Weihnachtsmarkt in und um das Kulturhaus in Laubusch geströmt. Weihnachtliche Lieder erklingen. Einige Holzbuden sind aufgebaut. Es duftet nach Glühwein. Und Schnee ist auch über Nacht gefallen.

Als gegen 14 Uhr der Weihnachtsmann auf seinem Schlitten samt dem Lautaer Bürgermeister Frank Lehmann angefahren kommt, freuen sich die fünf Delegierten aus Polen besonders. Selfies und Fotos mit dem Weihnachtsmann werden geschossen.

„Bei uns in Polen kommt an Weihnachten das Christkind, nur an Nikolaus am 6. Dezember sehen wir den Weihnachtsmann“, erklärt Aneta Roskosz, die Dolmetscherin aus der polnischen Gemeindeverwaltung in Jemielnica (Himmelwitz). Seit inzwischen 21 Jahren besteht zwischen den Orten Jemielnica und Laubusch eine partnerschaftliche Freundschaft, die sich unter anderem durch gegenseitige Besuche ausdrückt.

In diesem Jahr haben die Laubuscher ihre Freunde zum Weihnachtsmarkt eingeladen. So konnte Bürgermeister Frank Lehmann zunächst herzlich seinen polnischen Amtskollegen Marcin Wycislo begrüßen. Auch die Ortsvorsteherin aus Jemielnica Adelajda Wiechoczei sowie Rudolf Figura und Anna Dziuron aus dem Gemeinderat waren mitgekommen.

Gemeinsam feierten alle besinnlich den Advent, tranken Glühwein, sangen gemeinsam die erste Strophe von „Stille Nacht“, verfolgten das Kulturprogramm des Hortes und der Laubuscher Kita und schlenderten zu den Ständen der Vereine und gewerblichen Anbieter.

Als Frank Lehmann auf der Trompete ein Ständchen spielt, werden die Kameras von den Polen wieder gezückt. „Tolle Geste“, sagt Rudolf Figura, der erzählt, dass bei ihnen zum heiligen Barbaratag am 4. Dezember ein Bergbauorchester im Dorf spielt, um die verstorbenen Bergleuten zu ehren.

Die polnischen Delegierten und die Laubuscher tauschen sich über weihnachtliche Traditionen aus. So fragt Karin Trautmann vom Laubuscher Heimatverein, wie denn in Polen der 24. Dezember gefeiert wird und was es so zu sssen gibt. Da bis heute das polnische Weihnachtsfest vom katholischen Glauben und alten christlichen Traditionen geprägt ist, wirkt es wie ein großes Familienfest. Noch immer ist die Vorfreude auf das gemeinsame Festmahl groß und wichtiger als der Austausch von Geschenken.

Schon lange vor dem Fest wird geplant, eingekauft, vorgekocht, gebraten und gebacken. „An Heiligabend gibt es immer Fisch – meist Karpfen. Ja kein Fleisch“, erklärt Rudolf Figura. Zwar ist Polen das Herkunftsland der Weihnachtsgans, aber die gibt es in Polen nicht am Weihnachtsabend. Der gehört nämlich noch zur Adventszeit und die ist in Polen strenge Fastenzeit. „Ente, Gans und andere Fleischsorten werden daher erst an den Weihnachtstagen serviert“, berichtet Figura.

Der katholischen Tradition entsprechend wird am Heiligabend solange gefastet bis der erste Stern am Himmel aufgeht, der den Beginn des Weihnachtsfestes signalisiert. Die Familien versammeln sich um den festlich gedeckten Tisch mit einem üppigem Mahl. Traditionell wird ein Gedeck mehr aufgelegt, um einen unerwarteten Gast bewirten zu können. In Erinnerung an die Herbergssuche der Heiligen Familie soll kein anklopfender Gast draußen vor der Tür bleiben.

Das Fest wird schließlich mit dem Brechen der großen Oblate begonnen. „Die Stücke werden unter den Familienmitgliedern aufgeteilt als Zeichen, dass alle das Leben miteinander in Liebe teilen wollen, man wünscht sich alles Gute, Gesundheit und frohe Weihnachten“, erzählt die Dolmetscherin.

„Es ist schön, unsere polnischen Freunde mal wieder hier begrüßen zu können“, zieht die stellvertretende Ortsvorsteherin Erika Wustmann ein Fazit. Alle hoffen, dass diese partnerschaftliche Beziehung noch lange bestehen bleibt. Denn zwischen den beiden Orten, die rund 400 Kilometer voneinander entfernt liegen, herrschen zwar an Weihnachten einige Unterschiede, aber im Grunde besitzen beide im Hinblick auf den demografischen Wandel, Fachkräftemangel, Objektleerstand auch viele Gemeinsamkeiten, bei deren Lösung vielleicht der Austausch miteinander helfen kann.