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Industriegebiet Lauta
Der lange Weg zu einem neuen Betriebshof

Lauta. Für das Vorhaben im Industriegebiet Lauta muss der B-Plan geändert werden, das dauert. Im Frühjahr will Unternehmer Christoph Leiker vorerst am alten Standort die Kompostierung aufnehmen. Von Anja Guhlan

Der Lautaer Unternehmer Christoph Leiker wird voraussichtlich  im Frühjahr 2018 erst einmal am alten Standort an der Kippe die Kompostierung wieder aufnehmen. Das hat Lautas Bauamtsleiter Wolfhardt Persicke während der jüngsten Stadtratssitzung mitgeteilt.  Der Grund: Es ist ein langer Prozess bis die Kompostieranlage, die seit geraumer Zeit im Industriegebiet Lauta geplant ist, genehmigt ist.

Bereits seit März 2016 plant der Lautaer Christoph Leiker, einen Betriebshof zu errichten, in dem seine bisherigen Unternehmen RVS und MCL konzentriert werden. Zudem soll dort eine Grünschnitt-Kompostieranlage entstehen, bei der die Annahme von Garten- und Parkabfällen aus der Bevölkerung erfolgen und kompostiert werden soll. Das Endprodukt soll vermarktet werden.

Für dieses Vorhaben muss jedoch der Bebauungsplan des Industriegebietes in dem betroffenen Teilbereich in einem Planverfahren geändert werden. Wie üblich bei solchen Verfahren, werden auch stets Behörden und andere Träger öffentlicher Belange – beispielsweise Naturschutzverbände – mit ihren Stellungnahmen beteiligt.

Zahlreiche Gutachten und Konzepte wie eine schalltechnische Prognose, eine Immissionsprognose  für Gerüche, einen Umweltbericht, einen Artenschutzfachbeitrag oder eine Umweltverträglichkeitsprüfung musste Leiker Genehmigungsbehörden bereits vorlegen. Noch nimmt die Reihe der geforderten Nachweise kein Ende.

In der jüngsten Stadtratssitzung kam zusätzlich noch die Forderung der unteren Wasserbehörde des Landratsamtes Bautzen hinzu, dass nun auch ein Konzept erarbeitet werden muss was die Abwässer einer solchen Kompostieranlage wie das anfallende  Sickerwasser betrifft.

Stadtrat Günter Schmidt (Bürgerbewegung) merkte erneut kritisch an, mit „wie vielen Ecken und Kanten doch solch ein Vorhaben gespickt ist“ und wünscht dem Unternehmer weiterhin großes Durchhaltevermögen.

Stadtrat Edwin Koall (CDU) kann die Forderungen indessen schon nachvollziehen. Gewisse Regelungen und Planungen seien immer erforderlich.

In der jüngsten Stadtratssitzung wurde inzwischen die Änderung zum Bebauungsplan einstimmig beschlossen, sodass nun die Verwaltung die gesamte Akte an die höhere Verwaltungsbehörde zur Genehmigung einreichen kann. Nach den Einschätzungen von Bauamtsleiter Wolfhardt Persicke könnte es aber noch ein weiteres Jahr dauern, bis von der höheren Verwaltungsbehörde die  offizielle Genehmigung kommt.