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| 13:03 Uhr

3D-Parcours für Bogenschützen
In Königswartha werden Wölfe legal geschossen

Gina Adam und Andreas Mühle bereiten die Ausrüstung für die Pirsch über den 3D-Parcours vor.
Gina Adam und Andreas Mühle bereiten die Ausrüstung für die Pirsch über den 3D-Parcours vor. FOTO: Uwe Menschner
Königswartha. Der Lohsaer Andreas Mühle hat eine neue Freizeitattraktion konzipiert. Auf dem 3-D-Bogenschießparcours ist Präzision gefragt. Von Uwe Menschner

Vom Bogenschießen haben die meisten von uns eine klare Vorstellung. Der Schütze steht an einer markierten Stelle und schießt aus einer genau definierten Entfernung auf eine Scheibe. Auf dieser sind konzentrische Ringe aufgezeichnet: ganz außen weiß, dann schwarz, blau, rot und schließlich im Zentrum gelb. Volltreffer!

Dass es auch anders geht, können Interessierte jetzt in Königswartha erleben. Dort hat auf dem Gelände der Schießanlage an der Truppener Straße ein 3D-Parcours für Bogenschützen seine Pforten geöffnet.

Konzipiert wurde er von dem Lohsaer Andreas Mühle, der sich dafür der tatkräftigen Unterstützung von Gina Adam versichert hat. Die Waldhufenerin hat vor mehreren Jahren komplett in Eigenregie einen ebensolchen Parcours an der Erlichthofsiedlung in Rietschen aufgebaut und betrieben. Mittlerweile hat sie diesen geschlossen, das Thema ist abgehakt. „Ich schaue jetzt nach vorn“, erklärt die drahtige Frau.

Auch Andreas Mühle schaut nach vorn. Jahrelang hat er sich damit abgemüht, das „Trikke“ – ein dreirädriges Spaßgefährt, das sich mit Motor- ebenso wie mit Muskelkraft bewegen lässt – im Lausitzer Seenland zu etablieren. Letzten Endes vergeblich. Ende des vergangenen Sommers zog er die Reißleine, gab seinen Fahrparcours am Dreiweiberner See auf, um zu neuen Ufern aufzubrechen. Und diese hat er nun in Königswartha erreicht.

Dass es sich dabei ums Bogenschießen dreht, ist alles andere als ein Zufall: Schließlich war Andreas Mühle selbst mehr als 20 Jahre lang Bogenschütze und besitzt die Trainerlizenz für diese Sportart. Seine sportliche Vita zieren ostdeutsche- und Sachsenmeistertitel. Allerdings hatte der Lohsaer mehrere Jahre pausiert und fand nun wieder zu seiner alten Passion zurück. Mit Gina Adam kam er über Facebook zusammen.

Und so haben die beiden dem Gelände an der Truppener Straße  den letzten Feinschliff verpasst. Schließlich wollen 28 Ziele - lebensgroße Tiernachbildungen aus Kunststoff – anständig platziert sein. Denn darum geht es beim 3D-Bogenschießen: Nicht auf eine zweidimensionale Scheibe, sondern auf einen dreidimensionalen Körper richtet sich das sportliche Augenmerk der Schützen. Und diese stehen auch nicht bequem auf einem glattrasierten Rasen, sondern pirschen durchs Gelände – dichtes Unterholz, Brennnesselbüsche und kleine Wasserläufe inklusive. Wechselnde Lichtverhältnisse und unterschiedliche Schussentfernungen erhöhen die Schwierigkeit.

Mehr als drei Kilometer misst die Platzrunde, an der unter anderem Keiler, Bär, Steinbock und – natürlich – Wolf lauern. Wer nicht ganz so ausdauernd ist, der kann sich auch mit einer kleinen Tour von zehn Zielen begnügen. Und – ganz wichtig: Immer im Uhrzeigersinn! „Der Grund muss wohl nicht näher erläutert werden“, sagt Gina Adam. Denn natürlich steht Sicherheit an erster Stelle. Dafür sorgen auch die „Backstopps“, in denen sich die verfehlten Pfeile verfangen. Beim Puschwitzer Dreieckrennen konnte Andreas Mühle ausreichend Strohballen, die auch dort zur Absicherung dienten, für diesen Zweck erwerben. Wobei sich die behördlichen Auflagen für den Parcours, wie Andreas Mühle in Grenzen halten. Da habe er in seinem „früheren Leben“ schon andere Erfahrungen gemacht.