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In den Fußstapfen des Vaters

Eingespieltes Team: Bäckermeister Stefan Krause führt den Familienbetrieb seiner Eltern. Seine Lebensgefährtin Mandy Kanis (27) managt die Buchhaltung.
Eingespieltes Team: Bäckermeister Stefan Krause führt den Familienbetrieb seiner Eltern. Seine Lebensgefährtin Mandy Kanis (27) managt die Buchhaltung. FOTO: Würz
Lauta/Hoyerswerda. Bei Familienbetrieben wie der Bäckerei Krause in Lauta oder bei Uhren & Schmuck Scholze war die Firmennachfolge klar. Der richtige Zeitpunkt ist allerdings sehr unterschiedlich. Catrin Würz

Früh um acht ist Stefan Krause schon eine ganze Schicht auf den Beinen. Der Bäckermeister aus Lauta hat um diese Uhrzeit bereits einen Großteil seines Tagwerkes getan, damit andere jetzt ihre leckeren Frühstücksbrötchen, frisches Brot und Kuchen einkaufen können. Schon lange macht dem 30-Jährigen der verdrehte Tagesrhythmus, den sein Handwerksberuf nunmal mit sich bringt, nichts mehr aus: Stefan Krause hat es sozusagen mit in die Wiege gelegt bekommen. Er ist Bäcker wie sein Urgroßvater, sein Opa und sein Vater in insgesamt vierter Generation.

Vor knapp zweieinhalb Jahren hat der junge Handwerksmeister den Betrieb von seinem Vater Hubert Krause übernommen. Mit damals erst 28 Jahren wurde er sein eigener Chef - und der von inzwischen 31 Mitarbeitern. Sechs Geschäfte und Filialen zwischen Lauchhammer und Hoyerswerda beliefert der Lautaer Traditionsbetrieb derzeit.

Nur kurz hatte Stefan Krause als 16-Jähriger gezögert, als es darum ging, den gleichen Beruf wie sein Vater zu erlernen und damit den Fortgang des Familienbetriebes zu sichern. "Ich weiß, dass es heute in der Branche nicht überall so glatt läuft mit der Nachfolge", sagt er. Dass er die Verantwortung als sehr junger Mann übernahm, war für ihn weniger eine Last, sondern eher eine Herausforderung. Womit sich schon sein Vater einen guten Namen erarbeitet hatte - zum Beispiel mit speziellen Natursauerteigbroten - setzte der junge Bäckereichef natürlich fort. "Aber ein bisschen eigene Note muss auch sein", sagt er. Deshalb ließ er das Logo überarbeiten, erhöhte die Anzahl der Filialen und der Mitarbeiter und baute den Bereich der Spezialtorten aus. Viele Kunden wollen gerade bei der Optik der Torten etwas Besonderes. "Und hier kann ich als Bäcker kreativ sein und mich von anderen abheben", so das Credo des 30-Jährigen.

Bei Uhren & Schmuck Scholze in der Hoyerswerdaer Altstadt ist die Geschäftsübergabe vom Vater auf den Sohn 2016 erfolgt. Weil Uhrmachermeister Jürgen Scholze (80) selbst mit so großer Leidenschaft und Freude in seinem Beruf aufging, stand er noch bis vor zwei Jahren in seinem Ladengeschäft an der Friedrichsstraße. 1964 hatte er - damals 25-jährig und aus einer Uhrmachermeister-Dynastie in Bautzen stammend - in Hoyerswerda ein Geschäft eröffnet. Mehr als 50 Jahre führte er es mit seiner Frau allein, bis es sein heute 57-jähriger Sohn Marco Scholze 2016 übernahm. Auch er ist Uhrmachermeister und sagt zum Thema Firmennachfolge: "Gerade bei den kleinen Geschäften stellt sich heute die dringende Frage, ob es überhaupt zwei Generationen trägt? Oder ob unter Umständen eine Generation übersprungen werden muss?"

Gerade als kleines Geschäft müsse man heute wendig sein und die Entwicklung beobachten, um die Kundenbedürfnisse erfüllen zu können. "Aber das war schon immer so", sagt Jürgen Scholze. Er nahm einst das edle Porzellan ins Sortiment mit auf, um besser aufgestellt zu sein. Um die weitere Nachfolge der Scholze-Geschäfte macht er sich keine Sorgen. Er hat vier Enkel und schon vier Urenkel.

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