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| 21:11 Uhr

Gegen den Trend
Burgneudorfer frönen Brettspiel & Co.

 Die Frauen Petra Köhler, Christina Krause und Helga Kramer (v.l.n.r.) können während des Spieleabens stundenlang Rummy spielen.
Die Frauen Petra Köhler, Christina Krause und Helga Kramer (v.l.n.r.) können während des Spieleabens stundenlang Rummy spielen. FOTO: Anja Guhlan
Burgneudorf. Die Dorfbewohner treffen sich während des Sommers zu geselligen Runden im Vereinshaus. Dort rollen noch althergebracht die Würfel – ganz gegen den Trend mit Handy- und Computerspielen. Von Anja Guhlan

Seit fast 15 Jahren treffen sich die Dorfbewohner von Burgneudorf zu einem Spiele-Abend im Vereinshaus in Burgneudorf. Ein Spiele-Abend, der als Freizeitbeschäftigung zunächst nur für die Wintermonate vorgesehen war, hat sich jetzt über das ganze Jahr etabliert. „Wir treffen uns jetzt regelmäßig einmal im Monat, meist an einem Freitag, um gemeinsam zu spielen. Auch im Sommer“, berichtet Wolfgang Wache. Der 66-Jährige ist der Vorsitzende des Dorfclubs und organisiert die regelmäßigen Treffen. „Meist kommen viele Ältere zu den Treffen, um gemeinsam zu spielen. Nur ab und zu zieht es auch jüngere Familien mit ins Vereinshaus. Wir würden uns schon wünschen, wenn wieder mehr junge Familien und Jugendliche kämen“, verrät Wache. An diesem Abend haben sich zwölf Erwachsene und zwei Kinder im Vereinshaus eingefunden.

Die Damen sitzen immer getrennt von den Herren und spielen meist Rummy. Bei diesem Spiel bekommt jeder Spieler Steine, auf denen Zahlen in vier unterschiedlichen Farben markiert sind. Ziel des Spiels: So viele Zahlenpaare oder Zahlenreihenfolgen legen, bis die Steine aufgebraucht sind.

Die erste Runde hat Christina Krause gewonnen. Die 68-Jährige kommt regelmäßig zu den Spieleabenden, obwohl sie schon vor längerer Zeit nach Burghammer verzogen ist. „Mir gefällt es hier aber so gut, dass ich immer wieder herkomme. Um das Gewinnen geht es hier weniger. Eher die Freude am Spielen“, berichtet sie. Dennoch freut sie sich über den ersten Sieg. Auch Helga Kramer (78) sitzt mit am Tisch. Die Burgneudorferin hat eigentlich ihre Tochter zu Besuch zu Hause, aber den Spieleabend ausfallen lassen? Das wollte sie auch nicht. „Ich bin so gerne hier. Zum einen halte ich mich mit den Gesellschaftsspielen geistig fit und zum anderen kommt mal etwas Abwechslung in den Alltag“, erzählt Helga Kramer.

 Die Männer widmen sich Kartenspielen wie Doppelkopf oder Skat.
Die Männer widmen sich Kartenspielen wie Doppelkopf oder Skat. FOTO: Anja Guhlan

Auch Anik (13) und Helena (5), die Ferienkinder sind und die meiste Zeit bei den Großeltern verbingen, spielen  an diesem Abend mit Rummy. Da Helena das Spiel noch nicht kennt, spielen die beiden Mädchen zusammen als Team. Und sie schlagen sich ganz gut. Oft können Zahlen an bereits gelegte Zahlenpaare oder Zahlenreihenfolgen angelegt werden . „Nur manchmal ärgere ich mich, wenn mir jemand beim Anlegen zuvor kommt“, meint Anik. Die 13-Jährige spielt oft Gesellschaftsspiele. Vor allem mit ihrer Oma Marianne (64). „Da gewinne ich dann meistens“, freut sich die 13-Jährige.

Während die Frauen am liebsten stundenlang Rummy spielen, haben sich die Männer an zwei Extra-Tische gesetzt und spielen Doppelkopf sowie Skat. Bei den Kartenspielen ist Konzentration gefordert. Die erste Runde im Doppelkopf konnten Wolfgang Wache und Volker Wierick (66) für sich entscheiden. „Das ist nur Anfängerglück. In der Regel gewinnt jeder mal“, meint Volker Wierick. Wenn die Männer so sitzen, Karten spielen und nebenher ein kühles Bier genießen, vergessen sie auch manchmal die Zeit um sich herum. „Es kam auch schon mal vor, dass aus dem Spielabend eine ganze Spielenacht wurde, aber das war meist immer nur im Winter“, verrät Wolfgang Wache zum Abschluss.