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| 18:41 Uhr

Hoyerswerdas Unfallschwerpunkte
Unfälle mit Radfahrern nehmen zu

 So nicht! Am Neustädter Eck missachten viele Fahrradfahrer die geltenden Verkehrsregeln und überqueren die Kreuzung in die falsche Richtung. Deswegen soll nun nverstärkt kontrolliert werden.
So nicht! Am Neustädter Eck missachten viele Fahrradfahrer die geltenden Verkehrsregeln und überqueren die Kreuzung in die falsche Richtung. Deswegen soll nun nverstärkt kontrolliert werden. FOTO: LR / Rita Seyfert
Hoyerswerda. Die Verkehrsunfallkommission informiert über aktuelle Entwicklungen auf Hoyerswerdas Straßen. Demnach passieren 81 Prozent aller Unfälle in der Kernstadt und nur 19 Prozent in den Ortsteilen. Von Rita Seyfert

948 Mal hat es im vergangenen Jahr in Hoyerswerda gekracht. Wie aus der Veröffentlichung aktueller Unfallschwerpunkte der Verkehrsunfallkommission hervorgeht, ging die Zahl im Vergleich zu 2017 dabei um 50 Unfälle zurück. In den Ortsteilen knallte es sogar nur 150 Mal, davon 26 Mal in Bröthen-Michalken, acht Mal in Knappenrode, 60 Mal in Zeißig, 35 Mal in Schwarzkollm und 21 Mal in Dörgenhausen.

Bei den Unfällen auf Hoyerswerdas Straßen im vergangen Jahr starb ein Mensch. Der 77-jährige Radfahrer wurde an der Kreuzung am Lausitzbad von einem abbiegenden Auto angefahren. 42 Schwerverletzte mussten 2018 ins Krankenhaus gebracht werden. 111 Menschen wurden leicht verletzt.

Markant ist, dass die Zahl der verletzten Radfahrer im vergangenen Jahr um 18 Personen stieg. Waren es 2017 noch 47, so wurden 2018 schon 65 Radler in Unfälle verwickelt. Über die Gründe für das steigende Unfall­aufkommen der Radfahrer kann der Fachgruppenleiter vom Ordnungsamt nur spekulieren. Götz Gleiche: „Einerseits ist das Unrechtsbewusstsein bei Radlern besonders ausgeprägt“, sagt er. Viele fahren über rote Ampeln oder biegen falsch ab. Anderseits haben Fahrradfahrer keine Knautschzone, sind somit schlechter geschützt. Auch die zunehmende Elektromobilität mit den damit verbundenen höheren Fahrgeschwindigkeiten könnten ursächlich sein.

Der Unfallschaden über 2,5 Millionen Euro, der 2018 auf Hoyerswerdas Straßen entstand, sank im Vergleich zum Vorjahr um eine Viertel Million. Fast ein Drittel der Sachschäden über 808 000 Euro entstand auf Hoyerswerdas Parkplätzen. Mit 160 000 Euro vergleichsweise gering fielen dagegen die  durch Wildunfälle verursachten Schäden aus.

 Erfreulich! Die Kreuzung Ratzener/ Ecke Kühnichter Straße am Klinikum blieb 2018 nahezu unfallfrei. Die neue Markierung der Radverkehrsführung auf der Straße hilft offenbar.
Erfreulich! Die Kreuzung Ratzener/ Ecke Kühnichter Straße am Klinikum blieb 2018 nahezu unfallfrei. Die neue Markierung der Radverkehrsführung auf der Straße hilft offenbar. FOTO: LR / Rita Seyfert

Wie jedes Jahr nahm sich die Unfallkommission auch wieder besonders neuralgischer Punkte an. Zwölf Unfallherde rückten dabei in den Fokus. Die meisten Unfälle passieren demnach an der Klinikum-Kreuzung Ecke Stauffenberg-/Weinert-/Niederkirchner-/Grollmußstraße. In den vergangenen drei Jahren wurden hier zwölf Kollisionen mit Personenschaden gezählt. Allein 2018 krachte es am Neustädter Eck fünf Mal beim Einbiegen und Kreuzen.

„Für die Stadt Hoyerswerda ist das schon viel“, sagt Götz Gleiche. Häufig sei regelwidriges Verhalten schuld. Unter anderem werde oft die Vorfahrt missachtet, die Straße bei Rot überquert oder auf der falschen Fahrspur geradelt. Dabei ist die Verkehrssituation eigentlich sauber geregelt. Die Unfallkommission wünscht sich daher mehr Verkehrskontrollen - und zwar in Zivil. Vor allem Radfahrer sollen stärker ins Visier rücken.

 Erstmals häufen sich die Unfälle auch am Kreisverkehr Külzstraße / Straße des Friedens / Hufelandstraße.
Erstmals häufen sich die Unfälle auch am Kreisverkehr Külzstraße / Straße des Friedens / Hufelandstraße. FOTO: LR / Rita Seyfert

Im Gegensatz zur Klinikum-Kreuzung war die Ausfahrt vom Parkplatz der Hoy-Reha Ecke Ratzener-/Kühnichter Straße 2018 kein Unfallschwerpunkt mehr. Götz Gleiche: „Das heißt, unsere Maßnahmen haben wahrscheinlich gefruchtet“, sagt er. So wurde die Radverkehrsführung auf der Fahrbahn inzwischen weiß markiert.

Erstmals eine Unfallhäufung identifizierten die Mitarbeiter der Unfallkommission dagegen am Kreisverkehr Külzstraße/Straße des Friedens/Hufelandstraße. Hier knallte es 2018 insgesamt fünf Mal beim Einbiegen. Betroffen sind vor allem die Zufahrten auf die Külzstraße. Die Gründe sind unklar. „Wir werden das weiter beobachten“, sagt Götz Gleiche.

Auch an der abschüssigen Globus-Zufahrt häuften sich die Auffahr­unfälle im vergangenen Jahr. Dreimal fuhren Autos im Längsverkehr vor der Ampel aufeinander. Ob die Sicherheitsabstände zu kurz oder die Geschwindigkeiten zu hoch waren, dass sollen jetzt Verkehrsüberwachungen zeigen.