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| 16:58 Uhr

Lohsa
Immer in Nachbarschaft zum Wolf

Wie dieser Wolf in der Schorfheide sind die Wölfe auch in großen Teilen der sächsischen Lausitz unterwegs.
Wie dieser Wolf in der Schorfheide sind die Wölfe auch in großen Teilen der sächsischen Lausitz unterwegs. FOTO: Patrick Pleul / dpa
Lohsa. Eine Expertin erklärt in Lohsa, worauf Personen in der Region achten sollten. Wichtig ist: Wölfe dürfen nicht gefüttert werden. Von Sascha Klein

Wer hat Angst vorm bösen Wolf? Niemand? Und wenn er kommt? Dann kommt er eben? Ganz so einfach wie diese Kinderreime ist der Umgang mit dem Wolf in der Lausitz dann doch nicht. Eine Gemeinde, die besonders viel Kontakt zu Wölfen hat, ist die Flächengemeinde Lohsa. Auch dort ist das Milkeler Rudel zu Hause.

Wie Jana Endel vom Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ kürzlich vor dem Lohsaer Gemeinderat betont, seien die Wölfe normalerweise menschenscheu – denn der Mensch komme in ihrer Prägephase nicht vor. Das heißt: Wölfe kennen keine Menschen, weder als Futter noch als Bezugsperson. Ausnahmen bestätigen die Regel – wie bei einem Welpen, der um Weihnachten und Silvester in Lippen gesichtet worden ist. Solche Tiere, die Endel als „problematisch“ bezeichnet, müssten im Zweifelsfall vergrämt werden – mittels Gummigeschossen.

Es gebe nur drei Möglichkeiten, weshalb ein Wolf gefährlich für den Menschen werden könne, sagt Jana Endel. Eine davon sei Tollwut. Eine andere sei Provokation. Wenn der Wolf aufgrund einer Situation keine Fluchtmöglichkeit hat, könnte es sein, dass er sich gegen vermeintliche Angreifer zur Wehr setzt. Die dritte Möglichkeit sei: Er ist als Welpe an den Menschen gewöhnt worden. In Polen sei der Fall bekannt geworden, dass ein Welpe gezielt von Menschen gefüttert worden ist. So sei der Mensch plötzlich Teil der Prägephase und der Wolf verliere die Scheu.

Das Milkeler Wolfsrudel hat inzwischen einen Umbruch erlebt, sagt Jana Endel. Die alte Fähe, sie muss inzwischen etwa zwölf Jahre alt sein, habe das Territorium an eine ihrer Töchter abgegeben. Der einstige Milkeler Rüde ist vermutlich tot. Das Wolfsbüro geht davon aus, dass er es war, der am 13. Januar bei Uhyst überfahren worden ist. Das neue Wolfspaar soll im Jahr 2017 mindestens drei Welpen gehabt haben. Die Welpen der früheren Jahre sind abgewandert, sodass die Gesamtanzahl der Tiere pro Rudel gleich bleibt. Zwei Rüden sind laut Jana Endel zwischenzeitlich aufgetaucht – in Dänemark.