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Im Zoo Hoyerswerda sind die Vögel los

Wieder draußen: Die Pinguine bei der täglichen Fütterung. Auch einer der vielen Graureiher spekuliert auf frischen Fisch.
Wieder draußen: Die Pinguine bei der täglichen Fütterung. Auch einer der vielen Graureiher spekuliert auf frischen Fisch. FOTO: Anja Hummel
Hoyerswerda. Ende vergangener Woche erreichte die frohe Botschaft auch den Zoo Hoyerswerda: die Geflügel-Stallpflicht zum Schutz vor der Vogelgrippe wurde aufgehoben. "Es ist herrlich, die Tiere wieder draußen zu sehen", sagt Zooleiter Eugène Bruins während er am Nandu-Gehege vorbeiläuft. Anja Hummel

Direkt gegenüber putzt sich das Schwanenpaar bei strahlendem Sonnenschein auf der Zooteich-Insel das Federkleid. Noch vor wenigen Tagen verweilten die Wasservögel im Holzstall. Jetzt hofft Eugène Bruins, dass das Pärchen schnell ein Nest baut. "Wir haben jetzt die Zuchtgenehmigung", sagt der Zooleiter. So dürfen die Jungtiere, wenn sie flügge sind, einfach wegfliegen - oder auf dem Zooteich bleiben. Einen Schritt voraus in Sachen Kinderplanung sind Mandschurenkranich mit einem Ei im Nest und die Pinguinkolonie, die gleich zwei Küken erwartet. Das Besondere: Nicht wie üblich brüten sie in ihren abgeschotteten Nisthöhlen, sondern im Innengehege der Anlage, in das die Besucher besten Einblick haben. Denn dort hielten sich die zwölf Humboldt-Pinguine zuletzt zum Schutz vor dem Vogelgrippe-Virus auf. Auch wenn es nicht die gewohnte Nisthöhle ist, geht der Zoochef davon aus, dass in ein bis zwei Wochen Pinguin-Küken schlüpfen. "So hatte die Maßnahme gegen die Vogelgrippe wenigstens etwas Gutes", ist Bruins euphorisch. Auch für ihn wäre es die erste Gelegenheit, Pinguin-Nachwuchs hinter einer Scheibe aus dem Ei kriechen zu sehen.

Mit steigenden Temperaturen finden aber auch andere Vögel den Weg in den Zoo. "Wir zählen immer mehr Graureiher, die in den Bäumen nisten", berichtet Zoosprecherin Stefanie Jürß. An die 80 Brutpaare sollen es sein. Für Eugène Bruins ist der Tierzuwachs schön, stellt gleichzeitig aber auch eine Gefahr dar: "Wildvögel sind nun mal Überträger von Vogelgrippeviren." Dass sie die anderen Zootiere einengen, sei nicht der Fall. Die Besucher sollten aber aufpassen: Beim Spaziergang könnte der ein oder andere "Gruß" von oben kommen.