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| 20:17 Uhr

Im WK VI hätte man gerne wieder Rosengarten-Flair

Beim Sprechstunden-Rundgang des Oberbürgermeisters im WK VI: Ingrid Traudner (r.) wünscht sich wieder Rosen für das Beet vor dem eigenen Balkon, würde sie auch selbst kaufen.
Beim Sprechstunden-Rundgang des Oberbürgermeisters im WK VI: Ingrid Traudner (r.) wünscht sich wieder Rosen für das Beet vor dem eigenen Balkon, würde sie auch selbst kaufen. FOTO: mdr1
Hoyerswerda. In entspannter Runde haben sich am Mittwoch Hoyerswerdaer Bürger und der Oberbürgermeister auf einen Rundgang durch den Wohnkomplex VI begeben. Viele ihrer Hinweise könnten mit wenig Aufwand umgesetzt werden. Bei anderen warb Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) um Geduld. Mandy Decker

"Ich wohne gerne hier. Aber die zwei Schandflecken Libelle und ehemalige Kaufhalle stören mich doch", sagt Monika Gernetzke. Der Gesprächskreis signalisiert Zustimmung. Dass der hölzerne Winterschutz des Springbrunnens am Rosarium jedes Jahr aufs Neue mitsamt der rechtspopulistischen Beschmierung wieder aufgebaut werde, zeigt Ingrid Traudner mit viel Unverständnis an. Aber dass der Wohnkomplex sein Rosengarten-Flair zurück bekommt, würde Harald Wukasch sich wünschen. In einem besteht Einigkeit zwischen den neun Teilnehmern und dem Rathaus-Chef: Der Sockel von Woyskis "Taubenbaum" sollte von Schmierereien jeglicher politischer Couleur gereinigt werden.

Wie schon von bei vorherigen Vor-Ort-Terminen in Hoyerswerdaer Wohngebieten, wird der Rundgang für Stefan Skora zur Erklärungstour. Einmal mehr argumentiert der Oberbürgermeister auch im Falle des offensichtlich im Verfall befindlichen Areals von Libelle und Kaufhalle mit privaten Besitzverhältnissen. In der Ferne beheimatete Eigentümer, deren Interesse an den Immobilien sich mit der Notiz auf der Habenseite in den Wirtschaftsbilanzen erschöpft, seien schwerlich von der ästhetischen ansprechenden Gestaltung ihrer Besitztümer zu überzeugen, sagt Skora. Solange keine Sicherheitsbedenken vorlägen, sei die Stadt wie die Anwohner auch angesichts politischer Nachrichten an den Ruinenwänden zum Zuschauen verdammt. Willkürliches Übertünchen der unliebsamen Botschaften käme einer Sachbeschädigung gleich, beschreibt Skora die rechtlichen Fallstricke.

Im Falle der Brunnenumbauung ist das anders. Skora lässt Büroleiter Olaf Dominik den Sachverhalt notieren. Für die Woyski-Skulptur zeigt er Verständnis. Er weist aber auf den Aufwand bei der fachgerechten Reinigung des empfindlichen Sandsteins hin und verzichtet auf eine verbindliche Zusage. Der Vorschlag des Oberbürgermeisters, die Figur abzubauen und an geschützter Stelle zu beherbergen, sorgt für Protest. Auch den Wunsch, die stadteigenen Spielgeräte vom rückgebauten WK X auf die Brachfläche neben dem Spielplatz vor dem Hochhaus "Am Knie" zu installieren, kann Skora aufgrund der Eigentumsverhältnisse der Fläche und der Verplanung der Klettergerüste für den im Bau befindlichen Familienpark nur eine Absage erteilen. Aber man werde prüfen, ob es andere verfügbare Geräte gebe.

Die Anlieger zeigen sich um Lösungsansätze wenig verlegen. Sie habe dem Bauhof angeboten, Rosen für ein leeres Beet zu bezahlen, wenn dieser das Einsetzen und die Pflege übernehme, aber eine Absage erhalten, berichtet Ingrid Traudner. Man könne doch Projekttage beispielsweise mit der einliegenden Mittelschule organisieren, schlägt Harald Wukasch vor. Das würde die Aufmerksamkeit der Schüler für den Zustand der Flächen schärfen, so ein Anlieger. Um die Neustadt in den Tourismusbetrieb einzubinden, sei eine Haltestelle am alten Busbahnhof nötig. Gleichzeitig können der Mittelstreifen dort entfernt und zusätzliche Parkplätze geschaffen werden, schlägt Karl-Heinz Schmidt vor.

Die Anwohner hoffen auf baldige Bewegung im Viertel. "In einigen Fällen werden sie eine Veränderung bemerken, in einigen aber auch nicht", deutet Skora am Schluss an. Er verweist auf die Grenzen, auch die der Stadtverwaltung.