Wenn man an kalten Wintertagen in einen sehr warmen Raum kommt und man unmittelbar im „Nebel” steht, weil die Brillengläser beschlagen sind. Dieses Phänomen hat physikalische Gründe, wie der Hoyerswerdaer Optikermeister Thomas Böhm erklärt. „Durch den Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen, kommt es zum Beschlagen der Brille”, beschreibt er das. Was ja irgendwie nachvollziehbar ist, vorausgesetzt, man hat physikalische Grundkenntnisse. Böhm weiter: „Wenn die Brille kalt ist, setzt sich die Luftfeuchtigkeit in einem Raum auf dieser ab.” Je wärmer die Luft ist, umso mehr Wasserdampf kann sie aufnehmen. Doch ab einer bestimmten Temperatur hat die Luft die größtmögliche Menge an Wasserdampf aufgenommen.

Kommt man mit einer Brille bei Minustemperaturen von draußen, so trifft die warme Luft auf die kalten Brillengläser und da die kalte Luft nicht so viel Wasserdampf aufnehmen kann, wie in der Raumluft liegt, muss sie „Dampf ablassen” und dieser setzt sich dann in Form von kleinen Wassertropfen auf der Brille ab. Es ist also vorrangig die Luftfeuchtigkeit, die unsere Brillen beschlagen lässt, deswegen beschlagen im Friseursalon und in einem Buchladen nicht. Denn im Friseursalon befindet sich mehr Luftfeuchtigkeit als im Buchladen.

Damit kommen wir nun zu der Frage aller Fragen: Was kann ich denn nun machen, damit meine Brille nicht mehr beschlägt? Optiker Thomas Böhm hat für derartige Fälle ein kleines, chemisches Wundermittel, dass sich wie ein Ölfilm auf die Brille legt. Dreißig Milliliter dieses Wundermittels kosten vier Euro. Wem diese Möglichkeit jedoch etwas zu preisintensiv ist, der kann ja auch die Brille abnehmen und ein bisschen mit ihr herumwedeln. Denn dadurch nehmen die Brillengläser die Raumtemperatur an und der Nebelschleier verschwindet. no