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| 17:19 Uhr

Am Scheibesee bei Hoyerswerda den Sommer genießen
Wenn Schneehasen biken und Maulwürfe schlapp machen

Die beiden Berliner Wolfgang Watzek und Heidi Langer an der Infotafel am Scheibesee.
Die beiden Berliner Wolfgang Watzek und Heidi Langer an der Infotafel am Scheibesee. FOTO: Rainer Könen
Hoyerswerda. Der Scheibesee ist die Badewanne von Hoyerswerda. In der Ferienzeit ist er Anlaufpunkt für Einheimische und Touristen gleichermaßen. Was fehlt, ist eine Imbissbude am See. Von Rainer Könen

30 Grad. Flirrende Hitze. Knisternde Dürre. Auf dem Weg, der den Scheibesee umrahmt, liegt ein kleines dunkel-gefärbtes Etwas am Wegesrand. Ein Radrennfahrer rauscht knapp vorbei. Der Maulwurf schleppt sich in der Mittagshitze über den glühend-heißen Asphalt, auf der Suche nach einem Erdloch. Eine Gruppe von Radwanderern nähert sich. Manchmal gibt einem das Leben eine zweite Chance. Die Radler umkurven das possierliche Tierchen.
Wenn das Thermometer hochsommerliche Temperaturen anzeigt, wie an diesem Wochenende, ist der Scheibesee, die Badewanne von Hoyerswerda, wie er auch genannt wird, vor allem in der Ferienzeit ein Anlaufpunkt für die Einheimischen. Aber auch für Touristen. Ein Blick auf einen der am See gelegenen Parkplätze. Die Kfz-Kennzeichen zeigen, dass etliche eine weite Anreise hatten, um hierher zu kommen: Kassel, Kiel, Stuttgart, München. Viele Fahrzeuge aus dem benachbarten Tschechien.

„Ist guter See“, radebrecht der junge Mann, der gerade mit seinen Inlinern zu einer Runde um den See aufbricht. Tomas heißt er, stammt aus einem kleinen Ort bei Prag. „Issch kommen viel hiirherrr“, erzählt er. Warum? Skaten, baden, was sonst. Er zeigt auf einen Trampelpfad, der sich zwischen ausgedorrtem Buschwerk und dürren Bäumen hinunter zum See schlängelt. Dort befindet sich seine Badestelle. „Guterrr Strrrand“, lacht er und rollt los. Es gibt eine Menge solcher Badestrände rings um den See. Manche sind gar nur badehandtuchgroß.
Am Westufer, unweit des Wassers, steht ein Wohnmobil. Aus Lübeck. Der Besitzer pumpt ein Schlauchboot auf. „Will gleich auf den See rauspaddeln“, meint der Endvierziger. Nebenan im Wasser planschen Familien mit ihrem Nachwuchs.
Warum im Sommer verreisen, wenn das Gute doch liegt so nah, denkt sich in diesen Tagen mancher. Im Lausitzer Seenland gibt es zahlreiche Stellen, wo man Seeluft schnuppern, Ferienfeeling tanken und vor schöner Kulisse faulenzen kann. Dazu gehört auch der Scheibesee, wo das Baden seit zwei Jahren zur Normalität gehört.
Unweit des Kühnichter Ufers stehen zwei ältere Radfahrer, schauen auf ihre Karten. Wo, bitteschön, geht es hier zum Bärwalder See? Wolfgang Watzek und Heidi Langer sind am Vortag in einem in der Hoyerswerdaer Altstadt gelegenen Hotel abgestiegen. Die beiden Berliner gehören zu den Schneehasen, einem Berliner Skiverein. An diesem Wochenende sind sie im Seenland unterwegs, um die Gegend zu erkunden. Im Herbst wollen Watzek und 30 Schneehasen-Mitglieder in der Lausitz urlauben, eine Radtour machen. Auch „um sich die Fitness für den Winter zu holen“, lacht der 71-Jährige. Nach Hoyerswerda habe es sie zufällig verschlagen, erzählt die 69-jährige Heidi Langer. In Senftenberg hatten sie keine Unterkunft gefunden, waren weitergefahren bis nach Hoyerswerda. Ihr Eindruck: „Tolle Gegend, überall kann man ins Wasser springen“, schwärmt sie.
Die Hitze ist in den frühen Nachmittagsstunden noch brennender geworden. Auf den Parkplätzen wird es eng, an etlichen Badestellen am Scheibesee auch. Hitze macht durstig. Doch wo den löschen? „Eine Imbissbude müsste hier an den See, ganz klar“, meint ein Quadfahrer aus Lauchhammer. Manch einer hat vorgesorgt, hat eine Kühltasche dabei. Paul und Gerolf, zwei Schüler aus Lübbenau, tragen zwei Bierkästen hinunter zum Strand. Mit Freunden haben sie sich verabredet. Zum baden, zum chillen.

Genau so werden in diesen Tagen Sommerferien am Scheibesee gefeiert.