ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:26 Uhr

Hoyerswerda
Gezählt und für gut empfunden

Eugène Bruins, der zoologische Leiter des Zoos Hoyerswerda, zeigt einen neuen Nashornleguan. Er soll möglichst bald für Nachwuchs sorgen.
Eugène Bruins, der zoologische Leiter des Zoos Hoyerswerda, zeigt einen neuen Nashornleguan. Er soll möglichst bald für Nachwuchs sorgen. FOTO: Sascha Klein / LR
Hoyerswerda. 1048 Individuen in 108 Arten leben im Zoo Hoyerswerda. Einige sind dann aber doch etwas Besonderes – wie der Nashornleguan. Von Sascha Klein

Eugène Bruins steht im Tropenhaus, dreht sich um und verschwindet kurz in die Bereiche, die nur dem Personal vorbehalten sind. Augenblicke später kehrt er mit einem Gast wieder. Der Gast schaut gleichgültig, hat noch keinen Namen, aber eine Mission. Das neue Nashornleguan-Männchen soll möglichst für Nachkommen sorgen, denn: Dieses Männchen hat sich bislang noch nicht gepaart – obwohl es schon rund 20 Jahre alt ist. Für Bruins ist das ein Glücksfall, denn in den europäischen Zoos sei das bei dieser Rasse eine Seltenheit.

Nach dem einen oder anderen Streichler für den Leguan geht Bruins mit ihm zum Terrarium der Nashornleguane. Was er wissen will: Vertragen sich die beiden Weibchen mit dem neuen Männchen oder gibt es sofort Revierkampf? Die Zusammenführung gelingt, Bruins schaut noch ein paar Minuten ganz intensiv hin. Schließlich soll kein Tier Schaden nehmen. Dann überlässt er die Überwachung einer Tierpflegerin und nimmt selbst wieder den Gastblick vor der Glasscheibe ein. „Ein prächtiger Kerl“, sagt er nicht ganz ohne Stolz. Er zückt das Handy und macht ein paar Schnappschüsse. „Das sind schöne Momente für einen Zoo-Direktor“, sagt er. Nashornleguane werden etwa 30 Jahre alt. Das bedeutet: Hoyerswerda könnte noch rund zehn Jahre seine Freude an ihm haben.

Der Zoo hat am Donnerstag zur Inventur eingeladen und kann verkünden: 2017 sind mehr Arten in Hoy­erswerda zu sehen gewesen als im Jahr zuvor. Jetzt seien es 108, im Jahr 2016 waren es 96. Dafür sind es generell weniger Tiere geworden. Das hat aber damit zu tun, dass einige Stabheuschrecken, Fauchschaben, Rosenkäfer und Gespenstschrecken weniger im Zoo sind – insgesamt etwa 50. Übrigens: Das älteste Tier im Zoo ist Galápagos-Riesenschildkröte Jolante mit 58 Jahren. Das schwerste Tier ist Trampeltierstute Jeannie mit rund 500 Kilogramm. Am längsten im Zoo sind vier Flamingos. Sie leben bereits seit 1981 in Hoyerswerda.

„Bei der Zucht haben wir 2017 großen Erfolg gehabt“, sagt Bruins. Bei mehr als 20 Arten habe es Nachwuchs gegeben, unter anderem bei den Totenkopfäffchen, Kängurus, Erdmännchen und bei den Kaiserschnurrbarttamarinen.

Im Tropenhaus hat der Abschnitt der Kuba-Krokodile, bei denen gerade Paarungszeit ist und bei denen sich Bruins auch Nachwuchs erhofft, ein großes Netz bekommen. Der Hintergrund: So ist es künftig nicht mehr möglich, dass Vögel oder Affen im Tropenhaus zu nah an die Krokodile kommen und in Gefahr geraten, gefressen zu werden. So will der zoologische Leiter in naher Zukunft auch wieder die Weißbüscheläffchen frei im Tropenhaus herumtollen lassen. Zudem erwartet er einige neue Vögel für die Anlage: Glanzstare, Rotohr-Bülbüls und einen Flammenkopf-Bartvogel. Erwünscht, aber noch nicht unter Dach und Fach: Der Zoo möchte gerne Gürteltiere anschaffen.

Während sich die Nashornleguane nebenan kennenlernen, holt Bruins ein großes Gefäß. Darin sind: Australische Riesenlaubfrösche. Ihr Terrarium ist saniert worden. Sie beziehen also flugs ihre neue Behausung. Aber so richtig wollen viele den Eimer gar nicht verlassen. Bruins hilft sanft nach. Und schon springen die 20 Frösche in ein neues Zuhause.

Dann holt der Niederländer den nächsten Kandidaten: einen Fidschileguan. Er ist im vergangenen Jahr ein wenig Sorgenkind gewesen. „Er hat Probleme gehabt und hat nur etwa 95 Gramm gewogen“, sagt Eugène Bruins. Doch jetzt gibt es Entwarnung. Die Waage zeigt 151 Gramm an – der Chef ist zufrieden. Denn auch bei dem Fidschileguan-Pärchen erhofft sich der Zoo Hoyerswerda über kurz oder lang einen Zuchterfolg.

Dieser Australische Riesenlaubfrosch gehört zu den Nachzuchten des Zoos Hoy­erswerda. 20 von ihnen sind im Tropenhaus zu sehen.
Dieser Australische Riesenlaubfrosch gehört zu den Nachzuchten des Zoos Hoy­erswerda. 20 von ihnen sind im Tropenhaus zu sehen. FOTO: Sascha Klein / LR