| 02:48 Uhr

Im Mai soll Lohsas Leitbild stehen

Udo Witschas ist am Montag von der CDU zum Bürgermeisterkandidaten nominiert worden. Bislang gibt es auch noch keinen Herausforderer für den Verwaltungschef, dessen Stuhl am 7. Juni neu besetzt wird. Am gleichen Tag wird im Landkreis Bautzen der Landrat gewählt.
Udo Witschas ist am Montag von der CDU zum Bürgermeisterkandidaten nominiert worden. Bislang gibt es auch noch keinen Herausforderer für den Verwaltungschef, dessen Stuhl am 7. Juni neu besetzt wird. Am gleichen Tag wird im Landkreis Bautzen der Landrat gewählt. FOTO: mdr1
Lohsa. Am Montag wurde der amtierende Bürgermeister der Einheitsgemeinde Lohsa Udo Witschas vom Ortsverband der CDU Lohsa für die erneute Kandidatur zur Bürgermeisterwahl am 7. Juni nominiert. Es wäre bereits die dritte Legislaturperiode des 43-Jährigen. Bisher gibt es in der Einheitsgemeinde keine weiteren offiziellen Bewerber auf den Job im Rathaus. Mandy Decker / mdr1

Die RUNDSCHAU sprach mit dem einst jüngsten Bürgermeister Sachsens über einhundertprozentige Zustimmungen, versteckte Gegenwinde und den Wert einer demokratischen Wahl mit nur einem Kandidaten.

Herr Witschas, Ihre Nominierung ergab eine vollständige Zustimmung Ihrer Parteifreunde zu Ihrer Person. Was bedeuten Ihnen die 100 Prozent vom Montag?
Über die einstimmige Nominierung durch den CDU-Gemeindeverband Lohsa bin ich natürlich sehr erfreut. Dieses eindeutige Abstimmungsergebnis zeugt nicht nur von hohem Vertrauen, es gibt mir viel Kraft für die kommende Zeit.

Was glauben Sie, womit Sie so umfänglich haben überzeugen können? Erreicht Sie "unter der Hand" auch mal Gegenwind aus den eigenen Reihen?
In meiner Vorstellung habe ich den Anwesenden ganz einfach meine Arbeit der letzten 14 Jahre zusammenfassend dargestellt und auf verschiedene Aufgaben und Herausforderungen der Zukunft hingewiesen. Die Vergangenheit betreffend bringt der Rückblick auf 20 Jahre Einheitsgemeinde einiges zum Ausdruck, zwei Drittel dieser Zeit habe ich unsere Gemeinde geleitet. Und letztendlich hat sich auch in dieser Zeit unsere Gemeinde in dieser Größe und Konstellation gestaltet, wie wir sie heute vorfinden. Die Zukunft betreffend habe ich auf den Entwurf unseres Leitbildes, den ich dem Gemeinderat in der Maisitzung zum Beschluss vorlegen werde, verwiesen. Hierdurch ist meines Erachtens klar erkennbar, dass Bürgernähe und Bürgerintegration für mich in den Jahren nicht nur Worte waren. Ich habe sie umgesetzt. Damit möchte ich erreichen, dass das auf den Wünschen und Vorstellungen unserer Einwohner basierende Leitbild die weitere Entwicklung der Einheitsgemeinde Lohsa vom Grunde her vorgibt. Den sogenannten Gegenwind erfährt man dabei kontinuierlich. Das ist auch gut so, bringt dieser Gegenwind doch das Vorhandensein verschiedenster Vorstellungen und Auffassungen zum Ausdruck. Entscheidend ist hierbei doch, wie man eben diese Unterschiedlichkeiten in Form von Kompromisslösungen so zusammenführt, dass die Mehrheit sich darin wieder findet. Dies scheint mir in der Vergangenheit meist gelungen zu sein, jedoch bin auch ich nicht allwissend und fehlerfrei. Dies mag man mir im gegebenen Falle nachsehen und verzeihen, denn auch ich bin nur ein Mensch.

Gibt es etwas, was Sie in einer weiteren Amtszeit anders oder besser machen zu können?
Da wird man immer etwas finden können. Kein Mensch ist perfekt. Mein heutiger Arbeitsstil ist ja auch etwas abweichend von dem vor 14 Jahren. Man entwickelt sich ja auch weiter und lernt dazu. Zum Lernen war ich schon immer gewillt. Und so kann ich heute noch nicht sagen, was ich eventuell in zwei Monaten anders mache.

Im Moment gibt es noch keinen weiteren Bewerber. Wie demokratisch ist eine Wahl mit nur einem Kandidaten als Vertreter nur einer politischen Partei in Ihren Augen?
Einerseits ist jeder Vertreter einer Vereinigung, gleich welcher, ein politischer und Partei ergreifender Vertreter. Andererseits stelle ich mir bei demjenigen, der das nicht ist, die Frage, nach welchen Werten oder Vorstellungen er als Mensch handelt. Demokratie bedeutet, wählen zu können. Bei einer Wahl mit nur einem Kandidaten hätte der Bürger eben nur die Wahl, zu wählen oder nicht zu wählen. Insofern spräche man bei einer Wahl mit nur einem Kandidaten auch von einer demokratischen Wahl. Dass aber eine Auswahl weit interessanter ist, da sind sich alle demokratiewilligen und demokratiefähigen Menschen wohl einig. Aber so weit ist es ja noch nicht. Auch wenn es schon ziemlich spät ist, bleibt rein von der Frist her ja noch etwas Zeit. Für mich gehört zur Verantwortungsbereitschaft nicht nur zu sagen, was ich will oder nicht will, sondern wie ich was machen will. Einer auf Fakten und Sachargumenten basierenden Diskussion würde ich mich jederzeit stellen. Abgesehen davon, eine Bürgermeisterwahl ist doch eine reine Personenwahl - die Menschen entscheiden bei solch einer ortsbezogenen Wahl doch gerade nicht, welche Vereinigung, sondern welche Person zu dieser Verantwortung menschlich fähig und fachlich geeignet ist.

Mit Udo Witschas

sprach Mandy Decker