(red/cw) Seit Mitte April werden im Linksherzkathetermessplatz des Lausitzer Seenland Klinikums Hoyerswerda zwei neue Methoden zur Untersuchung von Herzgefäßen eingesetzt. Zum einen handelt es sich um den intravaskulären Ultraschall (IVUS). „Hierbei wird ein Katheter mit einem äußerst kleinen Ultraschallkopf über einen dünnen Draht in die Kranzarterien geschoben. Dadurch können die Beschaffenheit der Gefäßwand und die Zusammensetzung der Ablagerungen viel genauer beurteilt werden“, teilt Klinikumsprecher Gernot Schweitzer mit.

Durch die Bilder vom Inneren der Arterie können einerseits Engstellen viel besser analysiert und geprüft werden, andererseits kann dadurch die Lage und Ausdehnung implantierter Stents genau eingeschätzt werden. Vor allem nach sehr komplexen Eingriffen kann so das optimale Implantationsergebnis sichergestellt werden und spätere Komplikationen, wie zum Beispiel Blutgerinselbildung in den Stentmaschen, vermieden werden, heißt es in der Mitteilung des Hoyerswerdaer Klinikums.

Bei der zweiten Methode handelt es sich um die Bestimmung der fraktionellen Flussreserve (FFR bzw. iFR). Hier kann mit einem sogenannten Druckdraht der Blutdruck punktgenau vor und nach einer Engstelle gemessen werden. So kann beurteilt werden, an welcher Stelle eine Stentimplantation sinnvoll ist und wo sie vermieden werden kann.

Die neue iFR-Methode ist eine Vereinfachung der bisher verwendeten FFR-Methode. Der Leiter des Herzkatheterlabors, Oberarzt MU Dr. Martin Vrsansky, erklärt die Vorteile der neuen Methode wie folgt: „Für den Patienten reduziert sich dadurch die Untersuchungsdauer um die Hälfte. Zudem ist die Gabe eines bisher notwendigen Medikaments mit für den Patienten zum Teil unangenehmen Nebenwirkungen nicht mehr nötig.“

Die Messungen können nun besser in den Alltag der jeweiligen Patienten integriert und die Therapie maßgeschneidert an die Bedürfnisse angepasst werden, teilt das Klinikum mit.