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| 14:12 Uhr

Spreewitz
Im Herzen stets ein Lied

Weihnachtliche Klänge hallen durch das Kirchenschiff: Die derzeit elf Frauen des Spreewitzer Chores erfüllen die  evangelische Kirche   im Ort regelmäßig mit wunderschönen Klängen.
Weihnachtliche Klänge hallen durch das Kirchenschiff: Die derzeit elf Frauen des Spreewitzer Chores erfüllen die evangelische Kirche im Ort regelmäßig mit wunderschönen Klängen. FOTO: Anja Guhlan
Laubusch. Klein, aber besonders: Die elf Mitglieder des Spreewitzer Chores erfüllen Kirchen mit vollem Klang und wunderbaren Stimmen. Von Anja Guhlan

Die Spreewitzer Kirche platzte beim zweiten Adventssingen am vergangenen Freitag kurz vor dem Weihnachtsfest nahezu aus allen Nähten. „Es ist heute noch voller als am Heiligen Abend im vergangenen Jahr“, bemerken nicht nur einige Besucher, die nach Plätzen suchen, sondern auch Samira Branzko, die Chorleiterin des Spreewitzer Frauenchors.

Samira Branzko ist gerade mal ­22 Jahre jung und leitet bereits den Spreewitzer Chor, der aus elf Mitgliedern besteht. Alle Chormitglieder sind älter als sie selbst. Dennoch dirigiert sie während des zweiten Adventssingens in Spreewitz die Mitglieder zu Beginn freundlich und bestimmt auf ihre Plätze vor dem Kirchenaltar.

Dann ein freundliches Lächeln. Es geht los: Mit zarten Stimmen singen die Chorfrauen das weihnachtliche Lied „Stille Nacht“. So still bleibt es jedoch nicht. Bei traditionellen und klassischen Weihnachtsliedern oder Choralen wie „Fröhliche Weihnachten“ oder „In dulci jubilo“ werden die Stimmen der Frauen stärker. Musikalisch begleitet werden sie von Samira Branzko am Piano. Zum Schluss geht der Klang bei dem Lied „Im Herzen ein Lied“ zusätzlich in Klatschen über. „Es ist unser absolutes Lieblingslied und deshalb haben wir es zum krönenden Abschluss gespielt“, berichtet Vera Tetzlaff, die mit 62 Jahren das älteste Chormitglied ist.

Die Freude der Frauen beim Singen ist spürbar. Allesamt haben sie keine musikalische Ausbildung. Ausgenommen Samira Branzko als Chorleiterin. Sie besuchte fünf Jahre lang das Lessinggymnasium in Hoyerswerda mit dem musischen Profil, erhielt Gesangs- und Klavierunterricht. Derzeit bildet sie sich musikalisch noch weiter. Profimusikerin möchte Samira Branzko aber nicht werden: „Viel lieber unterstütze ich den Spreewitzer Chor“, meint die junge Frau. Auch ihre Mutter Sandra Branzko (40) und ihre Tante Marlen Kretzschmar (45) wurden von der Leidenschaft zum Singen angesteckt.

Genau wie die Spreewitzerin Janine Lohr. Die 33-Jährige kann sich beim Singen entspannen. „Die Gemeinschaft im Chor ist toll. Wir kommen alle super miteinander klar, trotz größerer Altersunterschiede“, meint sie. Da achtet der eine auf den anderen, ist behilflich beim Finden der richtigen Tonlage und auch die Liederauswahl für Veranstaltungen wie diese wird gemeinsam getroffen. Der Chor, der nach den Erinnerungen der Frauen selbst seit dem Jahr 2008 besteht, tritt jedoch nicht nur in der Spreewitzer Kirche an Weihnachten oder zum Gottesdienst auf, sondern auch bei privaten Geburtstagsfeiern oder Jubiläen in der Region. Es werden nicht nur Weihnachtslieder gespielt. Die Frauen können auch modern und peppig.

Wünschen würde sich der Chor für die Zukunft noch einige Mitglieder. „Besonders Männer werden gesucht, die scheuen sich noch etwas. Dabei sind wir gar nicht böse“, witzelt Chormitglied Vera Tetzlaff. Geprobt wird einmal wöchentlich immer montags im Spreewitzer Gemeindehaus.