ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 22:36 Uhr

Hoyerswerda
Im Frühling wird entrümpelt

Vorarbeiter Mario Granich zeigt hier, was sich auf dem Veolia-Wertstoffhof in Hoyerswerda so alles ansammelt.
Vorarbeiter Mario Granich zeigt hier, was sich auf dem Veolia-Wertstoffhof in Hoyerswerda so alles ansammelt. FOTO: Rainer Könen
Hoyerswerda. Auf Wertstoffhöfen wie dem von Veolia in Hoyerswerda herrscht in diesen Tagen wieder der frühjährliche Hochbetrieb. Viele Menschen schmeißen jetzt etwas weg: Denn alles neu macht der Mai! Von Rainer Könen

Von Rainer Könen

Es ist Viertel nach neun an diesem Freitagmorgen. Auf dem Veolia-Wertstoffhof in Hoyerswerda hält ein älterer Herr am Eingang. Vor der Wagenwaage parkt er sein Fahrzeug, steigt aus und spaziert in das kleine Containergebäude hinein. Ein wenig Hausmüll will der Rentner abgeben. Platz ist an diesem Tag, zu dieser Zeit, auf dem Gelände des Wertstoffhofes mehr als genug.
Der Betrieb ist zu diesem Zeitpunkt noch überschaubar. Nachmittags sieht das meist anders aus, ist auf dem Gelände mehr los. Sicher, das ganze Jahr über gibt es auf dem Veolia-Wertstoffhof eine Menge zu tun. Aber im Frühjahr, in den Monaten März und April, herrscht schon an etlichen Tagen Hochbetrieb. Woran das liegt? „Etliche rümpeln daheim aus“, erklärt Vorarbeiter Mario Granich. Möbelstücke wie Sofas, Tische oder Schränke werden abgeliefert. Wenn man so will, zeigt sich in diesen Tagen auf dem Veolia-Wertstoffhof auch ein gewisser wetterbedingter Impuls zur Erneuerung. Denn schließlich soll der Winterblues gleich mit entsorgt werden.
In Hoch-Zeiten gilt es auf dem Wertstoffhof den Überblick zu bewahren. Das ist die Aufgabe der dortigen Mitarbeiter, zu denen der 55-jährige Granich gehört. In seiner orangefarbenen Arbeitskleidung ist er nicht zu übersehen. An den Tagen, an denen viel los ist, orchestriert er das Gewusel auf dem Hof. Eines stellt er jedoch klar: „Alles kann hier nicht abgegeben werden“, so der 55-Jährige. Elektroschrott oder Gefahrengüter wie Öle oder Batterien beispielsweise nicht. Und sonst? Pappe, Sperrmüll, Grasschnitt, das schon, natürlich. Er zeigt auf einen dampfenden Haufen, einem Misthaufen nicht ganz unähnlich. Hier werden die Gartenabfälle aufgehäuft. Auf einem Wertstoffhof herrscht Ordnung. Akkurat abgegrenzt sind die Flächen, wo Sperrmüll, Gartenerde oder Metallgegenstände aufgehäuft werden. Mit Radladern wird der Müll zu großen Haufen aufgestapelt, bevor er abtransportiert wird. Ganz wichtig: Die Mitarbeiter müssen aufpassen, dass hier nichts Illegales wie Lacke oder Öl abgeladen wird.
Seit zehn Jahren arbeitet Granich auf dem Hoyerswerdaer Wertstoffhof. Er erzählt davon, dass sich milde Winter an seinem Arbeitsplatz bemerkbar machen. „Die Leute nutzen die Zeit, um ihr Gerümpel schon im Winter vorbeizubringen.“ Ist das Wetter frühlingshaft warm, wächst die Müllmenge. Da werden vor allem Gartenabfälle abgeliefert. Muss die Baggerschaufel des Radladers oft genug den anwachsenden Komposthaufen niederdrücken. Um Platz zu schaffen. Der Müll, der sich angesammelt hat, wird dann zur thermischen Müllverbrennungsanlage gefahren. Pro Jahr, so Granich, kämen da sehr viele Tonnen Abfall zusammen. Mitnehmen darf man vom Wertstoffhof nichts.
Wer sich an manchen Tagen, vor allem im Frühjahr dort umschaut, staunt, was die Menschen alles an guten Sachen wegwerfen. Mitunter sind es auch bizarre Gegenstände, die auf dem Wertstoffhof landen. Plüschtiere etwa oder erotisches Spielzeug.
Manches Mal stapeln sich Schätze vergangener Tage auf dem Wertstoffhof. Kommt schon vor, dass sich im Sperrmüll auch seltene Möbelstücke befinden, gut-erhaltene Sofagarnituren, Küchenteile. Da kommen die Leute mit ihren Fahrzeugen, oft auch mit einem kleinen Anhänger, im Jogginganzug oder in salopper Freizeitkluft, um ihre Fracht abzugeben.
An diesem Freitag, das weiß Mario Granich aus Erfahrung, wird es am Nachmittag wieder hoch her gehen auf dem Wertstoffhof. Feierabend ist für ihn um 17 Uhr. Dann schließt der Hof seine Pforten.
Außer sonntags hat der Wertstoffhof an der Dresdner Straße in Hoyerswerda von Montag bis Freitag von 6.30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Im Winter, von November bis Februar, von 6.30 bis 16 Uhr. Und jeden dritten Samstag im Monat kann man den Müll bei Vorarbeiter Mario Granich und seinen Kollegen in der Zeit von 8 bis 12 Uhr auf dem Veolia-Wertstoffhof abgeben.