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| 09:32 Uhr

Im Duell mit ehemaligen Olympiasiegern

Hoyerswerda.. Es ist das letzte Training vor dem großen Start. Noch einmal gibt Frank-Dieter Noack sein Bestes. Trainingsgefährte Jan Frobart nimmt die Zeit – der 34-Jährige ist zufrieden. Heute starten die beiden Hoyerswerdaer Schwimmsportler zur Senioren-EM nach Stockholm. Um 10. Martina Hanold

28 Uhr startet das Flugzeug von Berlin. Nur kurze Zeit später werden Frank-Dieter Noack und Jan Frobart abtauchen in die EM-Atmosphäre. Wenn der 47-jährige Noack davon erzählt, sieht man ihm die deutlich Vorfreude an. Was die beiden passionierten Schwimmer erwartet, wissen sie nur zu gut. Beide sind wettkampferfahren, haben schon mehrfach an Europameisterschaften teilgenommen - der Hoyerswerdaer Frobart startete sogar zweimal bei Weltmeisterschaften.
Chancen auf einen Sieg in Stockholm rechnen sich beide nicht aus - „das wäre unrealistisch“ , sagt Jan Frobart. Denn am Start sind auch ehemalige Olympiasieger. „Manche davon habe ich früher im Fernsehen bestaunt“ , sagt Noack. Und das ist es auch, was für den Lautaer den Reiz an den Meisterschaften ausmacht. „Die Stadt ist in dieser Woche ganz voll mit Sportlern, man trifft haufenweise Bekannte von anderen Wettkämpfen“ , schwärmt der Elektroingenieur.
Seit seinem sechsten Lebensjahr schwimmt der 47-Jährige. „Hängen geblieben“ sei er am Schwimmsport. Alles andere habe er nur ausprobiert. Auch Jan Frobart treibt es schon seit seiner Kindheit immer wieder ins Wasser. Mit sieben hat er angefangen. „Schwimmen bringt eben Spaß“ , sagen sie. Und deshalb gönnen es sich die beiden, fast jedes Jahr zu internationalen Wettkämpfen zu fahren. Dafür sind sie auch bereit, eine Woche ihres Jahresurlaubes zu opfern.
Doch trotz des Spaßes: Im Mittelpunkt stehen für beide Sportler die Wettkämpfe. Im Mittelfeld wollen sie schon landen. Deshalb tritt Frank-Dieter Noack auch nur in seinen besten Disziplinen an: 50, 100 und 200 Meter Brust. Die Qualifikation zur EM hat er leicht geschafft. Für 100 Meter muss man die Marke 1:35 Minuten unterschreiten, Noack schwimmt 1:27. „Nicht übel für mein Alter“ , sagt er und lacht: „Die anderen Pflichtzeiten würden mir mehr Sorgen bereiten.“ Doch sich im Training abzuquälen, um dann im Wettkampf zehn Sekunden nach dem Sieger ins Ziel zu kommen - das ist nicht Frank-Dieter Noacks Ding, wie er sagt: „Die Zuschauer sollen ja auch etwas geboten bekommen.“ Ehrgeiz haben beide Sportler: „Klar hat man seine eigenen Zielvorgaben - aber übertreiben muss man es nicht.“ Trotzdem hat sich Jan Frobart auf jeden der sechs EM-Tage einen Start gelegt - darunter 50 Meter Schmetterling und drei Kilometer im offenen Wasser. Mehr ginge zwar - „aber ich will ja auch etwas von der Stadt sehen.“
Aufgeregt sind die beiden nicht, sagen sie. Aber eines wissen Jan Frobart und Frank-Dieter Noack sehr gut: Das wird sich spätestens ändern, wenn sie in Stockholm das erste Mal auf dem Startblock stehen.