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| 17:47 Uhr

Accumotiv in Kamenz
Erfolg für Accumotiv-Mitarbeiter bei Verhandlungen 

Kamenz. Beschäftigte des Unternehmens in Kamenz erhalten mehr Lohn. Gewerkschaft: Ergebnisse suchen ihres Gleichen.

Mehr als 500 Kolleginnen und Kollegen der Accumotive in Kamenz haben am Dienstag bei einer Kundgebung, zu der die IG Metall Ostsachsen aufgerufen hatte, ein klares Signal an die Standortleitung gesendet. Mit einer Fotopetition, die sie den Verhandlungsführenden auf der Bühne überreichten, rückten sie die noch offenen Forderungspunkte mit Nachdruck in den Mittelpunkt, informiert die IG Metall Ostsachsen. In erster Linie geht es um Zeitkorridore zur Absenkung der Arbeitszeit, mehr Urlaubstage und vordringlich die Gleichbehandlung der vor Ort eingesetzten Leiharbeitnehmer. Auf einer großen Leinwand wurden deutschlandweite Solidaritätsbekundungen von Metallern anderer Unternehmen übertragen. Auch Betriebsräte aus Ostsachsen und des Daimlerwerks in Ludwigsfelde, sprachen den Kollegen in ihrem Kampf um bessere Arbeits- und Lebensbedingungen Mut zu.

 Seit Ende letzten Jahres befindet sich die IG Metall Ostsachsen in Tarifverhandlungen mit der 100-prozentigen Daimler Tochter in Kamenz.  Die bereits erzielten Verhandlungsergebnisse und die Geschwindigkeit der Einführung des Entgeltniveaus des Flächentarifvertrags der sächsischen Metall- und Elektroindustrie suchen laut IG Metall bereits jetzt bundesweit ihres Gleichen. Mit Beitritt des Standorts in den Verband der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie besiegelt die Standortleitung das gemeinsame Vorgehen mit der IG Metall und unterstreicht das gemeinsame Ziel. Die Zukunftsfähigkeit des Werks und die Strahlkraft für die Region, auch in Anbetracht des Strukturwandels und der damit einhergehenden Energiewende, stehen somit bei beiden Verhandlungspartnern im Fokus.

 Die Verhandlungsergebnisse sind unter anderem eine Einmalzahlung in Höhe von 1000 Euro sowie das Erreichen des tariflichen Entgelts der Fläche in weniger als 24 Monaten. Effektiv heißt das für einige Beschäftigte bereits ab dem 1. Januar 2020 zwischen 200 und bis zu 600 Euro mehr pro Monat in der Tasche.

Andreas Jaschke Betriebsratsmitglied und Redner auf Kundgebung sagte zu den anwesenden Kolleginnen und Kollegen: „Wir haben monatelang in unserer Tätigkeit als Betriebsrat mit der Geschäftsführung über Entgelt, über Eingruppierungen und über Bänder gesprochen. Trotz guter Argumente sind wir nicht vorangekommen.  Wir wollten eine vernünftige Bezahlung, wir wollten ausreichend Urlaub und wir wollten Arbeitszeiten, die auch noch Freizeit nach der Arbeit möglich machen. Nur gemeinsam mit der IG Metall ist Bewegung in das Ganze gekommen. Und dann haben wir in eineinhalb Jahren das geschafft, wofür die Kolleginnen und Kollegen im Westen zum Teil 30 oder 40 Jahren gebraucht haben. Darauf bin ich besonders stolz.“

 Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen und in Teilen Verhandlungsführer kommentierte die Verhandlungsergebnisse wie folgt: „Heute ist ein bedeutender Tag für die gesamte Region Ostsachsen. Wir haben in den letzten vier Jahren an vielen Stellen bewiesen, dass wir als IG Metall eine aktive Industriepolitik für Ostsachsen gestalten.“

  Die Accumotive ist für die Region eine der größten und bedeutendsten Arbeitgeberinnen, da sie zum einen am Ende der Transformation steht und somit positiv die Energiewende gestaltet, zum anderen aber auch zeigt, dass diese Region eine Zukunft als Energieregion hat.  Zusammen mit allen vereinbarten Regelungen liegt der effektive Entgeltzuwachs innerhalb der nächsten fünf Jahre für einen Produktionsmitarbeiter bei 7000 bis 10 000 Euro, das ist beachtlich und sucht bundesweit seines Gleichen.“

(red/dh)