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| 13:16 Uhr

Hoyerswerda
Erste Ideen für einen Brückenschlag

Studenten der Sommerschule tauschen sich mit Bürgern aus, um einen konkreteren Vorschlag für einen Brückenschlag auszuarbeiten.
Studenten der Sommerschule tauschen sich mit Bürgern aus, um einen konkreteren Vorschlag für einen Brückenschlag auszuarbeiten. FOTO: Anja Guhlan
Hoyerswerda. Das Ziel klingt einfach und ist doch so schwer: Wie lassen sich zwei Stadthälften, die sich über Jahrzehnte eher über ihre Unterschiede als über die Gemeinsamkeiten definieren, wieder zusammenführen? Eine Gruppe von Architektur-Studenten probiert sich am Hoyerswerdschen Brückenschlag. Von Anja Guhlan

Architektur-Professorin Nina Gribat von der Universität  Darmstadt und die Hoyerswerdaer Architektin Dorit Baumeister haben eine Vision: die Hoyerswerdaer Alt- und Neustadt zusammen wachsen zu lassen. Zumindest sollen in einer zweiwöchigen Sommerschule sieben Studenten städtebauliche Vorschläge erarbeiten, wie ein Brückenschlag möglich sein könnte.

Zur Halbzeit haben die Studenten nun zu einem Austausch mit Hoyerswerdaer Bürgern eingeladen. 15 Bürger sind gekommen. Die Studenten präsentierten erste Zwischenergebnisse. Die Erkundungen durch die Alt- und Neustadt haben die Spaltung der Bürger bei den Studenten aus Darmstadt, Dresden und Alexandria nochmal verdeutlicht. Die momentanen Denkrichtungen der Studenten gehen derzeit überall hin: ob in den agrargenutzen oder urbanen Bereich oder in eine junge Stadt der Zukunft. Mittel des Brückenschlags könnte ein Brückenbau über den spaltenden Fluss sein, aber auch die Schaffung von mehreren Kanälen ist eine Idee. Momentan scheint alles möglich.

„Am Ende sollen drei  Richtungen erkennbar sein“, erklärt Nina Gribat. Bis dahin gehen die Studenten noch in den intensiven Austausch mit Bürgern. „Wir wollen vor allem mehr über die Wünsche der Bürger erfahren. Es soll eine echte Beteiligung entstehen. Am Ende haben wir zwar jede Menge Ideen, aber letztlich müssen die Hoyerswerdaer entscheiden. Wir können den Prozess nur anstoßen“, erklärt Architekturstudentin Marilena Appel (22). Für die Studenten, die sich im Regelfall eher mit wachsenden Städten statt mit schrumpfenden Städten beschäftigen, ist das Projekt total spannend. Die Architektur-Studentin Young Eun Ha (27) kannte Hoyerswerda noch nicht: „Aber inzwischen finde ich die Stadt mit seiner Geschichte und seinen engagierten Bürgern toll.“ Besonders, dass in dem Projekt der Austausch mit den Hoyerswerdaern selbst stattfinden kann, begeistert sie. „Im Studium sitzt man ja meist nur vor seinen Skizzen und den eigenen Ideen“, sagt sie.

Vom 6. bis 14. Oktober sollen dann die  Endergebnisse in einer Ausstellung in der Orange Box präsentiert werden. Bürger und Interessierte haben dann täglich von 11 bis 19 Uhr die Gelegenheit sich die Ergebnisse anzuschauen. Der Eintritt zur Ausstellung beträgt zwei Euro.