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"Ich brauche Planungssicherheit”

Andreas Mühle betreibt am Lohsaer Strand des Dreiweiberner Sees einen Trikke-Verleih und einen Motorradparcours.
Andreas Mühle betreibt am Lohsaer Strand des Dreiweiberner Sees einen Trikke-Verleih und einen Motorradparcours. FOTO: Mandy Fürst/mft1
Lohsa. Die Einwohnerfragestunde der jüngsten Gemeinderatssitzung hat der Lohsaer Unternehmer Andreas Mühle genutzt, um um mehr Unterstützung für die regionalen Touristiker von Seiten der Gemeinde und des Gemeinderates zu bitten. "Wir sollten uns überlegen, wie wir den Tourismus voran bringen", sagte Mühle, der am Lohsaer Strand des Dreiweiberner Sees einen Trikke-Verleih und einen Motorradparcours betreibt. Mandy Fürst / mft1

Obwohl Lohsa an einer Bundes- und einer Staatsstraße liegt, würden die Leute durch die Gemeinde fahren, ohne von der Attraktivität der Gegend zu wissen oder zu erfahren. Seine eigene Radiowerbung habe kaum zählbare Erfolge gebracht. Eine Infotafel, beispielsweise am großen Parkplatz des Einkaufsmarktes, mit wohlüberlegten Inhalten könne vielleicht Magneten setzen, regte Mühle an.

Ein weiteres Problem seines Unternehmens sei das Auslaufen der Radwege-Genehmigung zum Ende der Saison im Oktober 2017. Mehrere Anträge und Kontaktversuche an das Staatministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) hätten für das Problem, das ihn seit 2012 beschäftige, noch keinen Erfolg gebracht. In dem entsprechenden E-Mail-Verkehr fühle er sich wenig ernst genommen, berichtete Mühle. Jüngste bundesweite Verkehrssatzungsänderungen beträfen nicht seine Fahrzeugklasse.

Helfen könne es ihm vielleicht, wenn die Akteure der Region gemeinsam und noch stärker die Werbetrommel rühren würden. Mit diesem Hintergrund könne er unter Umständen auch seiner Forderung nach einem Elektromobilitätsgesetz mehr Nachdruck verleihen. "So, wie die Sache zurzeit läuft, sehe ich keine Veranlassung, in neue Fahrzeuge zu investieren", sagt er.

Im vergangenen Jahr waren dem Touristiker acht Fahrzeuge gestohlen worden. Nur drei sind bisher wieder aufgetaucht. "Um den Verlust zu ersetzen beziehungsweise den Fuhrpark weiter aufzustocken brauche ich Planungssicherheit", so Mühle.

Mit seinem Anliegen traf Andreas Mühle bei Bürgermeister Thomas Leberecht (CDU) aus offene Ohren. Er sei Unternehmern wie Mühle dankbar, dass sie am Standort festhalten, so Leberecht. Eine Touristinformation im Leitbildes der Einheitsgemeinde angedacht, jedoch nicht von heute auf morgen zu realisieren. Für eine Unterstützung mit Blick auf die genehmigungstechnischen Probleme sehe er auf Kreistagsebene allerdings wenig Chancen.

Bezüglich der zugewachsenen Sichtachse zwischen Rundweg und Dreiweiberner See, auch das hatte Andreas Mühle angesprochen, sagte Leberecht zu, an die LMBV als Eigentümer der Flächen heranzutreten und sich zu informieren, was diesbezüglich geplant ist.

"Wir sollten kämpfen, um wenigstens das Errungene zu erhalten", bat Andreas Mühle die Vertreter von Gemeinderat und Verwaltung.