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| 18:57 Uhr

Erste Hoyerswerdaer CD
Hoywoys musikalischer Liebesbeweis

So sieht das Cover der „Hoyerswerdaer Platte“ aus, die am Freitag mit ihren 20 Songs offiziell zu haben ist. Der Schriftzug „Aus Hoyerswerda für Hoyerswerda“ wird als eine Art Leitgedanke des musikalischen Projektes auf dem Cover stehen.
So sieht das Cover der „Hoyerswerdaer Platte“ aus, die am Freitag mit ihren 20 Songs offiziell zu haben ist. Der Schriftzug „Aus Hoyerswerda für Hoyerswerda“ wird als eine Art Leitgedanke des musikalischen Projektes auf dem Cover stehen. FOTO: Martin Rattke
Hoyerswerda. 80 Minuten, 20 Songs, 17 Künstler, ein Thema: Die Stadt Hoyerswerda bekommt ihre erste eigene Musik-Platte. Von Anja Hummel

Als „witziges Wortspiel“ und „musikalischen Liebesbeweis“ bezeichnet Initiator Martin Rattke die frisch gepresste CD aus und für Hoyerswerda. Die RUNDSCHAU hat von dem 27-jährigen Studenten und Musiker erfahren, warum der Stadt solch eine Platte ausgerechnet noch gefehlt hat.

Wie ist die Idee für Hoyerswerdas erste Musik-CD entstanden?

Martin Rattke: Das war vor etwa einem Jahr. Damals hatte die Stadtverwaltung nach Leuten gesucht, die ihre Ideen für die 750-Jahr-Feier einbringen. Gemeinsam mit einer Freundin, Angela Schuster, sind wir irgendwie auf das witzige Wortspiel „Hoyerswerdaer Platte“ gekommen. Ich habe das erstmal sacken lassen, fand die Idee dann aber von Tag zu Tag besser.

Kunst, Schauspiel, Historie – Ideen für das Stadtjubiläum gab es viele. Warum haben Sie sich ausgerechnet ein Musikprojekt ausgesucht?

Rattke: Ich selber spiele Klavier und bin in der Band „Ist das noch Hip-Hop?“. Dadurch, dass ich selber Musik mache, hatte ich vorher bereits öfter Kontakt zu anderen Künstlern aus Hoyerswerda wie beispielsweise Konstanze Niemz. Außerdem bin ich Kameramann und habe von Frank Proft und der Band „Immerhin“ schon Konzerte mitgeschnitten. Ich wusste also, dass viele Künstler existieren, die schon Songs über Hoyerswerda in der Hinterhand haben. Deswegen war es naheliegend, so ein Projekt mal anzupacken.

Mit Erfolg: Insgesamt haben sich 17 verschiedene Bands und Künstler für das Projekt begeistern lassen. Das verspricht einen wilden Musikmix.

Rattke: Das Ziel war wirklich, eine Platte zu machen, die musikalisch möglichst viele Genres und inhaltlich verschiedene Meinungen abdeckt. Ich hatte von Anfang an keine reine Heimatliebe-CD im Sinn (lacht). Und das Ziel haben wir absolut erfüllt. Es ist gewollt, dass auch Geschehnisse wie die Vorfälle im Herbst ’91 oder der Wegzug der Leute in den vergangenen 20 Jahren thematisiert werden. Von Hoyerswerda kann man nun mal ein ambivalentes Bild zeichnen. Und auch an musikalischen Genres haben wir alles dabei. Die Liedermacherin Konstanze Niemz, die Punk-Bands „Restloch“ und „Pisse“ oder Ostrocker Frank Proft haben Songs beigesteuert. Rapper Nelson vertritt den Hip-Hop. Auch Ambient, Musical, Pop und Schlager sind zu hören. Außerdem haben wir einen Song von Gundermann gecovert.

Eine CD-Produktion kostet aber auch Geld. Wie wurde das Projekt finanziert?

Rattke: Das Projekt ist in Zusammenarbeit mit der Kulturfabrik für das 750. Jubiläumsjahr von Hoyerswerda entstanden. Mit 3000 Euro wurde die Platte durch die Stadt gefördert, weitere 2000 Euro sind durch Crowdfunding zusammengekommen. Das bedeutet, Leute haben auf einer Internetplattform Geld für die CD gespendet.

Am Freitag ist der große Tag gekommen: Die Hoyerswerdaer Platte wird offiziell dem Publikum präsentiert.

Rattke: Genau. Am Abend werden einige der Künstler in der Kulturfabrik auftreten. Auf der Bühne stehen „Gedankenwelt“, „Immerhin“, „Restloch“, Nelson, Konstanze Niemz und  „Kreuz & Quer“. Ich werde die Veranstaltung moderieren. Die frisch gepresste Platte gibt es natürlich vor Ort zu kaufen. Die ist optisch übrigens wie eine Vinylplatte gestaltet, ist also schwarz und hat Rillen. Die CD ist limitiert, es wird entsprechend zum 750. Stadtjubiläum auch 750 Exemplare geben. Wir haben sogar schon Vorbestellungen über das Internet bekommen.

Unterschiedliche Genres, Meinungen, Menschen: Welche Message bleibt dem Zuhörer am Ende der Tonspur im Kopf?

Rattke: Auf dem Cover der CD steht „Aus Hoyerswerda für Hoyerswerda“. Vielleicht fasst es das ganz gut zusammen. Die CD zeigt einfach, was durch die Menschen der Stadt entstehen kann. Gleichzeitig ist es ein Liebesbeweis an Hoyerswerda. Die Platte macht deutlich, wie viele unterschiedliche Künstler hier leben, dass wir wirklich eine Kulturszene haben. Vom Hip-Hoper über den Liedermacher bis zu Rockbands haben wir eine sehr breit gefächerte Musiklandschaft.

Und da darf Gerhard Gundermann auch nicht fehlen.

Rattke: Sein Song „Hoywoy II“ ist der Abschlusstitel auf der CD. Insgesamt sieben Künstler, einschließlich mir, haben den emotionalen Song gecovert. Es ist bestimmt nicht die professionellste Nummer auf dem Album. Trotzdem hat es einen gewissen Charme und ist vor allem mit viel Herz entstanden. So wie das gesamte Projekt.

Die Record Release Party beginnt am Freitag, 21. September, um 20 Uhr in der Kulturfabrik Hoyerswerda. Der Eintritt kostet zehn Euro. Wer zuvor für die Platte gespendet hat, kommt kostenlos rein. Mehr Infos zum Projekt gibt es online auf www.hoyerswerdaer-platte.de.

Mit Martin Rattke sprach
Anja Hummel

Martin Rattke (l.), Tommy Schindler, Matthias Döring (im Hintergrund) und Konstanze Niemz singen ihren Part ein.
Martin Rattke (l.), Tommy Schindler, Matthias Döring (im Hintergrund) und Konstanze Niemz singen ihren Part ein. FOTO: Angela Schuster