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| 17:03 Uhr

Hoyerswerdas OB Skora zeigt sich kämpferisch beim Neujahrsempfang
Anstoßen und Klartext

 Anstoßen in der Hoyerswerdaer Lausitzhalle: OB Stefan Skora mit Regina Elsner, der Vertreterin des VVN/BdA.
Anstoßen in der Hoyerswerdaer Lausitzhalle: OB Stefan Skora mit Regina Elsner, der Vertreterin des VVN/BdA. FOTO: LR / Sascha Klein
Hoyerswerda. Hoyerswerdas Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) hält zum Neujahrsempfang eine ungewohnt kämpferische Rede. Von Sascha Klein

Hoyerswerdas Oberbürgermeister Stefan Skora ist eher ein Typ der leisen Töne. Dass er jedoch auch laut und deutlich kann, hat der Verwaltungschef am Dienstag während des Neujahrsempfangs in der Lausitzhalle gezeigt. Seine Rede ist gespickt gewesen mit Forderungen Richtung der Landesregierung, aber auch Richtung Bundesregierung. Skora zeigt: Hoyerswerda will sich bei der Diskussion um eine bessere Verkehrsanbindung und in der Diskussion um den Strukturwandel in der Lausitz nicht die Butter vom Brot nehmen lassen.

Was er zurzeit am lautesten fordert: „Dass endlich die Verkehrsanbindungen in Richtung unserer Landeshauptstadt verbessert werden.“ Das waren die ersten beiden glasklaren Forderungen Richtung Dresden. „Ob das nun die B 97 ist oder die S-Bahn-Verbindung nach Dresden, die Voraussetzungen sind doch da“, so Skora. Schon im RUNDSCHAU-Jahresinterview Ende Dezember hatte Hoyerswerdas Oberbürgermeister in Bezug auf die B 97 gesagt, dass er sich mit dem Argument seitens Ministerium und Landesamt für Straßenbau und Verkehr, die Verkehrsströme gäben einen dreistreifigen Ausbau der B 97 nicht her, nicht zufrieden geben werde.

Die dritte klare Forderung Richtung Dresden und auch Berlin: Behörden müssen in die Lausitz: „Auch wäre es wirklich sehr gut, wenn man in einer Maßnahmeliste beispielsweise beim Thema Behördenansiedlungen den Namen Hoyerswerda lesen könnte“, so Skora. Es dürfe dort nicht immer nur Dresden, Leipzig, Cottbus, Bautzen oder Görlitz stehen. „Da muss groß Hoyerswerda stehen“, ruft er den Gästen des Neujahrsempfangs zu.

 OB Stefan Skora fordert in seiner Neujahrsrede den Ausbau der Infrastruktur in der Region.
OB Stefan Skora fordert in seiner Neujahrsrede den Ausbau der Infrastruktur in der Region. FOTO: LR / Sascha Klein

Zudem schreibt er dem Freistaat ins Stammbuch, die Behördenstruktur im ländlichen Raum zu überdenken. Skoras Gedanke dabei: Das Finanzamt und die damit verbundenen Arbeitsplätze und die Kaufkraft sollen in der Stadt bleiben. Bislang ist offen, was mit dem Finanzamts-Standort passiert. Die Menschen in der Stadt bräuchten Zeichen, sagt Skora. Ansiedlung von Behörden könnten so ein Zeichen sein.

Auch in Sachen Strukturwandel will Skora jetzt mehr Tempo aufnehmen. Er will seine Rolle in der Lausitzrunde zukünftig verstärkter wahrnehmen. Denn eines sei auch klar: „Wenn der Strukturwandel nicht funktioniert, ist das alles Makulatur. Und das darf nicht passieren“, sagt er fast beschwörend.

 Die Gala-Band des Dresdner Salon-Orchesters spielt während des Neujahrsempfangs in der Hoyerswerdaer Lausitzhalle.
Die Gala-Band des Dresdner Salon-Orchesters spielt während des Neujahrsempfangs in der Hoyerswerdaer Lausitzhalle. FOTO: LR / Sascha Klein

Einen richtigen Seitenhieb hat Skora im sächsischen Superwahljahr 2019 für diejenigen, die per sozialer Netzwerke Landes-, Kommunalpolitiker und Ehrenamtliche beschimpfen. „Denn schon an der Sprache ist das Gedankengut der Sprechenden zu erkennen“, sagt er. Ohne Erziehung zur Demokratie und deren Werten habe das Land keine Zukunft. Er sei zudem für das direkte Gespräch: „Der persönliche Austausch ist so wichtig – nicht das Klicken eines Buttons oder Smileys.“

Skora geht noch weiter. Demokratie lebe vom Mitmachen, vom Ringen um das beste Ergebnis für die Gemeinschaft und vom produktiven Streit ohne persönliche Verletzungen. „Und wer das nicht akzeptieren will oder kann, der versündigt sich aus meiner Sicht an unserer Zukunft – und den würde ich auch nicht wählen“, sagt er. Das betreffe Kommunal-, Europa- und Landtagswahlen. „Vielleicht muss man es kürzer fassen“, betont er. „Demokratie first!“ – und erntet dafür lauten Applaus vom übergroßen Teil der Gäste des Neujahrsempfangs.