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| 13:54 Uhr

Fahrstuhl-Einweihung
Hoyerswerdas Lausitzhalle ist jetzt barrierefrei

Getestet und für gut befunden: Erik Behling (vorn) durfte den neuen Fahrstuhl der Lausitzhalle zuerst testen.
Getestet und für gut befunden: Erik Behling (vorn) durfte den neuen Fahrstuhl der Lausitzhalle zuerst testen. FOTO: LR / Anja Hummel
Hoyerswerda. Erik Behling ist sichtlich froh: Endlich kann er den Haupteingang nutzen und von dort mühelos und selbstständig in die obere Etage der Lausitzhalle Hoyerswerda gelangen. „Das hat mit dem Lastenaufzug auf der anderen Seite sonst immer so lange gedauert“, sagt der kulturbegeisterte Wittichenauer. Von Anja Hummel

Als einer der ersten durfte der 29-jährige Rollstuhlfahrer am Donnerstagvormittag den neuen Fahrstuhl der Lausitzhalle inspizieren. Sein Fazit: „Ich werde jetzt öfter herkommen.“

Einen offen zugänglichen Personenaufzug hat es bisher im Bereich des großen Saales nicht gegeben. Angesichts der demografischen Situation ein zunehmend unhaltbarer Zustand. Nun ist das Hoyerswerdaer Kulturzentrum endlich barrierefrei. „Noch mehr Menschen als bisher können das Haus jetzt nutzen“, verkündet Hoyerswerdas Stadtrat Ralf Haenel (Die Linke), der als Vertretung für Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) bei der Fahrstuhl-Einweihung dabei war. „Das Problem, was es für viele Ältere und Menschen mit Handicap bisher gab, gibt es nun nicht mehr“, so Haenel weiter. Auch für Lausitzhallen-Chef Dirk Rolka wird mit der Einweihung „ein Herzensprojekt“ vollendet. „Wir waren mal die jüngste, sind jetzt die älteste Stadt. Wir sehen es als Dienstleistung einer Kulturstätte an, für Barrierefreiheit zu sorgen“, sagt Rolka.

Insgesamt fünf Monate hat der Aufzugbau bei laufendem Betrieb angedauert, etwa 300 000 Euro wurden investiert. Das Geld dafür stammt aus einem Topf von Freistaat, Stadt Hoyerswerda und den Städtischen Wirtschaftsbetrieben (SWH), zu deren Firmenverbund die Lausitzhalle seit 2008 gehört. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre, so SWH-Chef Falk Brandt, sind sechs Millionen Euro in das Veranstaltungszentrum investiert worden. „Mit den Maßnahmen möchten wir die Halle für Besucher attraktiv halten und den guten Ruf weit über Hoyerswerda hinaus tragen“, sagt Falk Brandt kurz vor der offiziellen Fahrstuhl-Freigabe. Im kommenden Frühjahr soll die Lausitzhalle endgültig barrierefrei werden: Geplant ist unter anderen die Modernisierung der Fassade am Haupteingang, mit der ein barrierefreier Zugang einhergeht.

Wie wichtig solch ein Vorhaben für Stadt und Bürger ist, bekräftigt Gabriele Mark. Als Vorsitzende des Seniorenbeirates sagt sie: „Allein der Fahrstuhl ist ein Meilenstein.“ Schließlich lebt in Hoyerswerda „eine beträchtliche Anzahl an Menschen, die auf Barrierefreiheit angewiesen ist“. Gabriele Mark ist überzeugt davon, dass die Lausitzhalle künftig noch reger von älteren Bürgern besucht wird. „Mit dem Rollator hatte man hier schon immer ein großes Problem.“ Nun ist all der Stress passé. Insgesamt, resümiert die 70-Jährige, fangen viele Einrichtungen in der Stadt jetzt an, an die Barrierefreiheit zu denken.