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Hoyerswerda
Die Energie-Detektive der 8a

Sie sind Teil des Energie-Teams der Klasse 8a des Léon-Foucault-Gymnasiums: Erik Hunana, Merle Mierzwa, Alina Olschewski und Elena Dubau (v.l.). Sie messen gerade Temperatur und Lichtstärke in einem Raum im Erdgeschoss der Schule.
Sie sind Teil des Energie-Teams der Klasse 8a des Léon-Foucault-Gymnasiums: Erik Hunana, Merle Mierzwa, Alina Olschewski und Elena Dubau (v.l.). Sie messen gerade Temperatur und Lichtstärke in einem Raum im Erdgeschoss der Schule. FOTO: Sascha Klein / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Hoyerswerda. Das Foucault-Gymnasium nimmt an einem sachsenweiten Energie-Wettbewerb teil und hat der Stadt Hoyerswerda schon Tausende Euro Kosten eingespart. Von Sascha Klein

Die Klasse 8a des Foucault-Gymnasiums ist auf einer heiklen Mission. Die Aufgabe lautet: Findet möglichst viele Stellen an der Schule, an der sich Energie sparen lässt. Also sind Erik, Merle, Alina, Luca und viele andere auf einer Art Schnitzeljagd.

Ein spezielles Gebiet hat sich unter anderem Alina Olschewski herausgesucht. Das Anforderungsprofil: Gibt es in allen Klassen- und Fachräumen ausreichend Licht? Die Frage klingt banal, denn an allen Zimmerdecken hängen mehrere Leuchtstoffröhren. Trotzdem hat die Gruppe um die 13-Jährige eines herausgefunden: Nicht alle Schüler haben gute Lernbedingungen. Denn: Nicht überall kommt gleich viel Licht an. Probleme haben oft die Schülerinnen und Schüler, die auf der Wandseite ganz hinten sitzen. Dort kommt am wenigsten Licht hin. „Wir haben das Luxmeter auf jeden Platz gelegt“, erzählt Alina. Und davon hat das einzige Gymnasium in der Hoyerswerdaer Neustadt einige. Das generelle Ergebnis: Schwächen gibt es immer wieder - nur der Kunstraum ist ideal ausgeleuchtet. Sparen ließe sich auch: LED-Leuchten statt Leuchtstoffröhren.

Weshalb die Schüler eines Gymnasiums mit einem Luxmeter durch die Schule tigern: Sie sind Teilnehmer an einem sachsenweiten Wettbewerb, an dem insgesamt neun Schulen teilnehmen. Aus dem Kreis Bautzen ist das Foucault-Gymnasium die einzige Schule. Ins Leben gerufen wurde das Projekt von der Sächsischen Energieagentur (Saena). Das Ziel: Kommunen sollen beim Energiemanagement unterstützt werden. Insgesamt nehmen 44 Kommunen und Landkreise an Saena-Projekten teil.

Eine Klasse nimmt insgesamt drei Schuljahre lang daran teil und soll herausfinden, wo Energiefresser sind und wie möglichst viel Energie eingespart werden kann. Die Hoyerswerdaer sind jetzt im zweiten Jahr. Ab sofort rechnet es sich auch für sie. Denn am Freitag haben sie eine Vereinbarung mit der Stadtverwaltung Hoyerswerda in Person von Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) unterschrieben. Der Deal: Die Klasse bekommt pro Jahr eine Mitmachprämie in Höhe von 400 Euro. Die Schule erhält pro Jahr eine Erfolgsprämie in Höhe von 2250 Euro - wenn sie nachweislich deutlich Energie einspart. Und das hat sie bereits getan. Im ersten Jahr ist es durch den Einsatz der heutigen 8a gelungen, einen nahezu fünfstelligen Betrag einzusparen.

Wie die Klasse das geschafft hat? Es klingt einfach: Eine Gruppe um Merle Mierzwa (13) hat beim Messen der Temperatur herausgefunden, dass diese in den Schulräumen tags wie nachts nahezu gleich ist. Die Schlussfolgerung: Es findet keine Nachtabsenkung statt. Das bedeutet: Selbst wenn das Haus leer ist, wird es beheizt, als wäre Schulbetrieb. Das haben die Schüler Hausmeister und Experten weitergeleitet. Das Ergebnis: Die Heizung ist angepasst worden und spart der Stadtverwaltung bares Geld.

Aufgrund der Ergebnisse hat die Stadtverwaltung in allen öffentlichen Gebäuden die Heizungsanlagen überprüft. Laut Angelus Schindler, Fachgebietsleiter im Bauamt, sind dort Nachtabsenkungen automatisch aktiv. Sie sollen trotzdem überprüft werden, ob die Temperatur minimal gedrosselt werden kann. Das würde weitere Kosten sparen. Diesen Erfolg könnte sich die 8a des Foucault-Gymnasiums zusätzlich auf die Fahnen schreiben.