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| 15:48 Uhr

Stadtumbau
Hoyerswerdas 74-Millionen-Wunschliste

Das Stadtentwicklungskonzept für Hoyerswerda hat einen Maßnahmekatalog. Dort sind insgesamt 71 Projekte aufgelistet.
Das Stadtentwicklungskonzept für Hoyerswerda hat einen Maßnahmekatalog. Dort sind insgesamt 71 Projekte aufgelistet. FOTO: Sascha Klein / LR
Hoyerswerda. Das Stadtentwicklungskonzept für Hoyerswerda soll am Dienstag vom Stadtrat verabschiedet werden. Darin stehen Projekte für viele Millionen Euro. Die Hoffnung: Möglichst viel davon soll Realität werden. Von Sascha Klein

Es sind rund 100 Seiten Papier. Sie bieten jede Menge Zahlen, Analysen, Rück- und Ausblicke. Und sie bieten jede Menge Stoff für Diskussionen. Diese 100 Seiten durchleuchten Hoyerswerda und zeigen den geplanten Weg Richtung Zukunft. Was unter dem sperrigen Namen „Städtebauliches Entwicklungskonzept“ – kurz Seko – beschrieben ist, ist nichts anderes als ein ziemlich genauer Plan, was in den kommenden zwölf Jahren in Hoyerswerda passieren soll.

Das Herz dieses Seko lässt sich ab Seite 67 ablesen. Dort steht der Maßnahmenkatalog. Der Begriff klingt ähnlich sperrig wie das Gesamtwerk an sich, könnte jedoch praktischer kaum sein. Dort sind sämtliche Projekte erklärt, die in Hoyerswerda im Rahmen des Stadtumbaus bis 2030 realisiert werden sollen (einen Ausriss davon finden Sie im Bild rechts). Während einer der Bürgerversammlungen zum neuen Hoyerswerdaer Leitbild ist dieser Maßnahmenkatalog einmal „Wunschliste“ genannt worden. Denn: Niemand weiß mit Gewissheit, ob sich der überwiegende Teil der Projekte tatsächlich umsetzen lässt. Denn das 71 Projekte umfassende Paket hat eine stattliche Gesamtsumme in Höhe von 74,6 Millionen Euro. Davon sind nach Berechnungen von Stadtverwaltung und Projekt-Auftragnehmer DSK rund 58,9 Millionen Euro förderfähig. Allerdings: Aufgelistet sind auch Vorhaben der Wohnungsunternehmen, der ZooKultur und der Versorgungsbetriebe. Das bedeutet: Längst nicht jedes Projekt wird über den städtischen Haushalt abgewickelt.

Das teuerste Projekt im Stadtumbauprozess ist die Sanierung des einstigen Konrad-Zuse-Gymnasiums zur Oberschule. Geplante Kosten: rund 12,5 Millionen Euro. Geplante Fertigstellung: Frühjahr 2020.
Das teuerste Projekt im Stadtumbauprozess ist die Sanierung des einstigen Konrad-Zuse-Gymnasiums zur Oberschule. Geplante Kosten: rund 12,5 Millionen Euro. Geplante Fertigstellung: Frühjahr 2020. FOTO: Sascha Klein / LR

Das zentrale Projekt dieses Maßnahmenkatalogs ist bereits jetzt in Angriff genommen: der Umbau des teils mit Brettern verbarrikadierten einstigen Zuse-Gymnasiums zur neuen zentralen Oberschule Hoyerswerdas. Wer dieser Tage vor dem Gebäude steht, braucht schon einen gewissen Schuss Optimismus, um dort in gut zwei Jahren einen möglichen Schulbetrieb zu vermuten. Die Bauexperten sind sich allerdings sicher, dass das Haus im Frühjahr 2020 saniert ist. Am Mittwoch erhält die Stadtverwaltung die Förderzusage durch Sachsens neuen Kultusminister Christian Piwarz (CDU).

Laut des Seko soll auch das Jugendklubhaus „Ossi“ im WK I saniert werden – womöglich in den Jahren 2022 bis 2025.
Laut des Seko soll auch das Jugendklubhaus „Ossi“ im WK I saniert werden – womöglich in den Jahren 2022 bis 2025. FOTO: Sascha Klein / LR

Ebenso ein Teil des Maßnahmenkatalogs ist zum einen die Sanierung des Jugendklubhauses „Ossi“, der zurzeit für die Jahre 2022 bis 2025 angedacht ist sowie die weitere Sanierung der Grundschule Lindenschule für die Jahre 2025 bis 2030. Zum anderen gehört zum Stadtumbau auch Abriss, der verwaltungsdeutsch seit einigen Jahren „Kapazitätsanpassung“ genannt wird. Betreffen könnte das alle Wohnkomplexe inklusive des Stadtzentrums. Abrisspläne über die bereits benannten Blöcke im WK III (Brecht-Straße 1 bis 5 (24 Wohnungen) und der Herder-Straße 14 bis 18 (23 Wohnungen) hinaus gibt es derzeit jedoch nicht.

Wie viele Wohnungen in Zukunft in der Neustadt noch benötigt werden – darüber kann auch das Seko keine zuverlässige Aussage treffen. Denn die Prognosen, wie viele Einwohner Hoyerswerda bis zum Jahr 2030 noch verlieren wird, schwanken erheblich. Während das Statistische Landesamt von einer Einwohnerzahl von etwa 27 150 in rund zwölf Jahren ausgeht, hatte die „Studie 2050“ eines Dresdner Instituts die Zahl 21 200 ergeben. Ob es einen größeren Zuzug geben könnte, ist offen. Der Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda, Steffen Markgraf, hatte kürzlich betont, das Unternehmen wolle auch in der gesamten Region um mehr Mieter werben. Das Seko ist verhalten optimisch. Es betont: Eine jährliche Zuwanderung, die den natürlichen Bevölkerungsabnahme ausgleicht, wird für wenig realistisch gehalten.