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| 19:59 Uhr

Stimmen zum verbrieften Kohleausstieg
Hoyerswerdaer zwischen Lob und Ablehnung

FOTO: LR
Hoyerswerda. Die Kohlekommission hat die Weichen für das Aus der Kohleverstromung und die Zukunft der Lausitz gestellt. In Hoyerswerda löst das gemischte Reaktionen aus. Von Sascha Klein und Anja Hummel

(skl/ahu) Oberbürgermeister Stefan Skora (58/CDU): „Ich bin insgesamt zufrieden. Es ist eine Chance, die wir nutzen sollten. Der Zeitraum bis 2038 klingt lang, ist für mich aber zu ambitioniert. Die Menschen in der Region brauchen aber die Umsetzung von Sofortmaßnahmen.“

Ralph Büchner (57), Stadt- und Kreisrat der Linken aus Hoyerswerda, ist skeptisch: „Das ist typisch im Kapitalismus: Zuerst sind die Konzerne bedacht worden. Aber für die Beschäftigten in der Kohle gibt es keine Garantien, wie sie nach einem Auslaufen weiterbeschäftigt werden. Eines ist allerdings sicher: Neue Bundesbehörden in der Lausitz können keine Industriearbeitsplätze ersetzen.“

Karsten Hilse (54), Bundestagsabgeordneter der AfD aus Lohsa: „Die Kohleausstiegskommission ist wie erwartet den Weg der Ideologen der Klimakirche gegangen. Der Verlust hoch wertschöpfender Jobs soll durch Milliardensubventionen von Steuergeldern, von den Opfern bezahlt, verkleistert werden.“

Hildegard Landgraf (78), Renterin: „Das Schlimme ist: An die Industrie wird zuerst gedacht. Dabei haben wir das alles vor 30 Jahren doch schon mal durchgemacht. Da saßen die Leute arbeitslos zu Hause. Und auch dieses Mal wird der Steuerzahler wieder nicht in die Verhandlungen einbezogen. Hier muss Produktion her, der Bergmann will doch nicht in den Bürostuhl. Nur mit den richtigen Leuten im Boot können wir den Strukturwandel schaffen.“